„Hausarrest“

Sofern sich alle GeflügelhalterInnen an die Verordnung halten, dürfte ein Anblick wie dieser vorerst der Vergangeneheit angehören. Seit 10. Jänner gilt eine österreichweite „Stallpflicht“ für jegliche Geflügelarten. Schuld daran ist die Verbreitung des H5N8-Virus. Fotos: pixabay.com

Stallpflicht für Geflügel wegen Vogelgrippe-Gefahr

 

Seit Dienstag, dem 10. Jänner, muss Geflügel bundesweit im Stall bleiben. Grund dafür ist ein erhöhtes Risiko der Geflügelpest (H5N8), besser bekannt als „Vogelgrippe“.

Wildvögel können zur Bedrohung werden. Da eine medizinische Kontrolle des Wildvogelbestandes nicht möglich ist, kann sich das Virus ungehindert verbreiten. Fotos: pixabay.com

 

Am 10. Jänner weitete Österreich die Vorbeugemaßnahmen gegen eine weitere Verbreitung der Geflügelpest (ausgelöst durch das H5N8-Virus) aus. „Das bedeutet, dass zum Schutz der heimischen Geflügelbestände nunmehr das gesamte Bundesgebiet, also auch Tirol, als Gebiet mit erhöhtem Geflügelpestrisiko ausgewiesen wird und bestimmte Schutzmaßnahmen einzuhalten sind“, informiert Landesveterinärdirektor Josef Kössler. Die Tierseuche kann alle Arten von Geflügel (Hühner, Puten, Enten, Gänse) betreffen, Erkrankungsfälle von Menschen mit H5N8 sind weltweit keine bekannt.

Zu den Vorsorgemaßnahmen gegen die Tierseuche gehört insbesondere die „Stallpflicht“. Geflügel muss entweder in geschlossenen oder zumindest überdachten Haltungseinrichtungen untergebracht sein. Die Tiere dürfen nicht mit Wasser aus Sammelbecken für Oberflächenwasser getränkt werden, zu dem Wildvögel Kontakt gehabt haben könnten. Die Reinigung und Desinfektion von Beförderungsmitteln, Ladeplätzen und Gerätschaften hat mit besonderer Sorgfalt zu erfolgen. Außerdem sollen die TierhalterInnen besonderes Augenmerk auf die Gesundheit der Bestände legen und bei Auffälligkeiten den betreuenden Tierarzt verständigen. Die Vorsichtsmaßnahmen gelten für alle GeflügelhalterInnen, auch für die nichtkommerzielle Kleinhaltung.

Seit November des vergangenen Jahres breitet sich die Geflügelpest (H5N8) in ganz Europa aus. Insgesamt sind bereits 18 Staaten in Europa betroffen. In Österreich wurden bisher Fälle in Vorarlberg, Salzburg und Oberösterreich nachgewiesen, sowohl bei Wildvögeln als auch bei Haustieren.

Die Situation im Bezirk.Wie groß der Geflügelbestand im Bezirk Imst ist, lässt sich nicht sagen. Prinzipiell ist jede Nutztierhaltung meldepflichtig, informiert Amtstierarzt Gerold Auer im RS-Telefonat, allerdings wissen das die meisten nicht und sehen sich daher nicht veranlasst, ihren Geflügelbestand zu melden.

Wie lange die Verordnung aufrecht bleibt, könne nur schwer vorausgesagt werden. Es sei davon abhängig, wie sich die Lage entwickle – klimatische Bedingungen spielen eine entscheidende Rolle, weiß der Veterinärmediziner. Man könne es mit einer Grippewelle bei
Menschen vergleichen, die eben auch ein paar Wochen anhalten kann.

Produzenten von sogenannten Freilandeiern dürfen während der „Stallpflicht“ ihre Produkte übrigens dennoch als „Freilandeier“ verkaufen – auch wenn die Hühner etc. eingesperrt werden müssen.

Im Bezirk gab es bisher keinen einzigen Verdachtsfall.

Von Maria Stecher