Heiße Öfen

Über Möglichkeiten, die Verkehrssituation – besonders den Motorradverkehr – erträglicher zu gestalten, diskutierten Heinz Fritzer, als verkehrstechnischer Sachverständiger, Gottfried Reremoser (Land Tirol), die Bürgermeister Heiner Ginther aus Elmen und Hans Dreier aus Weißenbach, BH-Stvin. Elisabeth Singer und Bernhard Knapp vom Land Tirol (v.l.). RS-Fotos: Claus

Der Lärm muss ein Ende haben

Die Osterfeiertage stehen vor der Tür und die Bevölkerung rund um den Gaichtpass und das Hahntennjoch denkt schon jetzt mit Grausen daran, dass damit – und folglich den gesamten Sommer über – die Motorradkolonnen mit ihren heißen Öfen den Lärmpegel manchmal bis ins Unerträgliche steigern.

Im Rahmen einer Pressekonferenz wurde versucht, mit den Experten vom Land Tirol – anhand eines von der Abteilung Verkehrsrecht ausgearbeiteten Papiers – Lösungsansätze für dieses Problem zu finden. Bei der Gesprächsrunde waren im Gemeindeamt Weißenbach neben der Vertreterin der Bezirkshauptmannschaft Reutte, Elisabeth Singer, dem Chefinspektor des Bezirkspolizeikommandos Reutte, Walter Schimpfössl auch die Bürgermeister der hauptsächlich betroffenen Gemeinden, Heiner Ginther (Elmen) und Hans Dreier (Weißenbach) dabei. „Es geht nicht mehr – die Belastung der Anwohner ist besonders an Sonn- und Feiertagen unerträglich”, stellte Elmens Bürgermeister Ginther fest.
Sein Amtskollege Dreier pflichtete ihm bei und sagte: „An den Wochenenden und im Sommer würden die Anwohner aufgrund des Lärms am liebsten wegziehen.” Chefinspektor Walter Schimpfössl warnte davor, mit den neuen Verkehrsbeschränkungen eine zu große Euphorie in der Bevölkerung zu wecken. „Wir sind aufgrund unserer Personalsituation, aber auch technisch, nicht imstande, alle bzw. jede Geschwindigkeitsbegrenzung permanent zu überwachen.” Die im Jahr 2016 bei einem Treffen mit Regionalbürgermeistern diskutierten Probleme mit Motorradfahrern auf bestimmten Streckenabschnitten wie der B 198 Lechtalstraße, der B 199 Tannheimer Straße sowie der L 266 Bschlaber Straße hatten aufgezeigt, dass speziell im Nahbereich der Gemeinden die Verkehrslärmemissionen durch die Beschleunigung von 50 km/h (Ortsgebiet) auf 100 km/h verstärkt auftreten.
Nach weiteren verkehrstechnischen Überprüfungen kamen die Experten zum Schluss, dass es zum einen aus Gründen der Verkehrssicherheit erforderlich ist, für bestimmte Straßenabschnitte die erlaubte Höchstgeschwindigkeit für beide Fachrichtungen zu beschränken, zum anderen können aus verkehrstechnischer Sicht durch Beschränkung der erlaubten Höchstgeschwindigkeit auf 60/80 km/h die Flüssigkeit des Verkehrs optimiert und die Straßenkapazität verbessert werden.
Es empfiehlt sich daher, die neuen Verkehrsbeschränkungen bezüglich der Geschwindigkeit, die zum Teil auf Dauer ausgelegt sind bzw. die Geschwindigkeitseinschränkungen, die auf einzelnen Streckenabschnitten vom 1. April bis 31. Oktober gelten, zu beachten.

Von Uwe Claus

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