Heiter, prickelnd – und mit Tiefgang

Ausgelassene Stimmung und fröhliche Gesichter nicht nur bei den zahlreich erschienen Gästen, sondern auch bei Organisatoren und Sponsoren des Benefizabends. Ein gelungener Abend zugunsten unschuldig in Not geratener Mitmenschen in der Region. Im Bild: Rudolf Heinz, Martin Anker, Nina Proll, Reinhard Kapferer und Martin Steiner (v.l.) RS-Foto: Bundschuh

Lions Club West Tyrol: Benefizabend mit Nina Proll im Trofana Imst

„Kann denn Liebe Sünde sein?“– Diese Frage stellt Nina Proll in ihrem brandneuen Programm, mit dem die Schauspielerin, Tänzerin und hervorragende Sängerin auf Einladung des Lions Club West Tyrol eine fulminante Premiere feierte. Das zahlreich erschienene Publikum bedankte sich im Trofana Saal mit Standing Ovations.

Von Friederike Bundschuh

Rudolf Heinz begrüßte im Namen des Lions Club West Tyrol die Gäste zum achten Veranstaltungsabend zugunsten unschuldig in Not geratener Mitmenschen aus der Region und dankte Martin Anker für die wiederholte Organisation der Benefizabende. „Lieber Martin, herzlichen Dank für deine Organisation, für deine finanzielle Unterstützung und für deine Sponsorensuche!“ Besonderer Dank ging an die Sponsoren, nicht zuletzt an den Hausherrn des Trofana, Karl Handl, der den Veranstaltungsort seit Jahren den „Oberländer Löwen“ kostenlos zur Verfügung stellt. Seit 1960 gibt der Lions Club West Tyrol unbürokratisch und schnell Finanzhilfe. Die Legitimität des Hilfegesuches wird von einem „Activity Referent“ geprüft, die Hilfe selbst erfolgt diskret. „Es gibt so viel stille Not, die oft trotz unmittelbarer Nähe schwer zu sehen ist“, so der derzeitige Präsident Georg Marberger.

Anziehungskraft

„,Österreichs sexiest woman‘: Nina Proll hat diesen Titel – nach meiner Frau Evi – jedenfalls verdient“, leitet Martin Anker launig in den Abend über. Nina Proll verkörpert die selbstbewusste Frau von heute und geht in ihrem neuen Programm der Rolle der Frau in unterschiedlichster Art und Weise nach. Sie spannt den Bogen prickelnder Erotik der Vergangenheit bis herauf in die Gegenwart und spart nicht mit kritischen Ansätzen in ihren Liedern und Texten. „Die Religion hat der Liebe einen großen Dienst erwiesen, als sie sie zur Sünde erklärt hat“, beginnt Nina mit rauchiger Stimme und stimmt „Kann denn Liebe Sünde sein“ an, erstmals interpretiert von Zarah Leander 1938. Proll thematisiert tabulos brandaktuelle Themen wie Gleichberechtigung, Diskriminierung, sexuelle Belästigung, Rauch- oder Essverbote im öffentlichen Raum und bricht eine Lanze für gelebte Liebe in launig-hintergründiger Art und Weise. Begleitet wird sie dabei von einer dreiköpfigen Band unter musikalischer Leitung von Christian Frank. Ein prickelnder Abend der Sonderklasse, kabarettistische Fortsetzung im Trofana folgt am 15. Oktober 2020 mit Alfred Dorfer. Nina Proll exklusiv zur RUNDSCHAU: „Es war für uns ein absolut gelungener Premierenabend. Das Thema um Liebe und Frausein hat natürlich Tiefgang, aber wir wollten uns der Geschichte einfach locker nähern. Die Texte zwischen den Liedern haben sich mein Mann und ich gemeinsam einfallen lassen.“

Über Oberländer Rundschau

Die Oberländer Rundschau ist die regionale Wochenzeitung für die Bezirke Imst, Landeck, Reutte und Telfs im Tiroler Oberland.