„Helle Not“

Büchereileiterin Sonja Kofelenz (l.) und Projektleiterin Stefanie Suchy würden sich freuen, wenn von der Ausstellung verstärkt Gebrauch gemacht werden würde. RS-Fotos: Claus

Ausstellung über die Schattenseiten des Lichts

Die Ausstellung zu diesem Thema ist zurzeit in der Bücherei Reutte zu sehen. Diese mobile Präsentation ist eine Initiative der Tiroler Umweltanwaltschaft in Zusammenarbeit mit dem Tiroler Landesmuseum. 

Von Uwe Claus

Sie will unter anderem für die Ursachen von Lichtverschmutzung sensibilisieren, über Auswirkungen falscher Beleuchtung informieren und Anleitungen zur Vermeidung von Lichtmüll, Smog und Blendung geben. Mit einem Kurzfilm wird eindrucksvoll auf den negativen Einfluss von Lichtverschmutzung hingewiesen.

Am falschen Ort, zur falschen zeit.

Projektleiterin Stefanie Suchy machte einleitend auf die negativen Wirkungen von Lichtverschmutzung – also Licht am falschen Ort zur falschen Zeit – auf Menschen, Tiere und Pflanzen aufmerksam. Was ist Lichtverschmutzung? Man versteht darunter die Überlagerung von natürlichem Licht durch Kunstlicht. Dadurch werden die Lichtverhältnisse in den Dämmerungs- und Nachtstunden beeinflusst; sie führen zur Beeinträchtigung im Tag-Nacht-Rhythmus der gesamten Umwelt. „Die Menschen haben es bis heute nicht verstanden, sinnvoll mit dem Phänomen Licht umzugehen und seine negativen Auswirkungen einzuordnen“, so Projektleiterin Suchy. Immer mehr Beleuchtungsinstallationen in den Tiroler Städten und Gemeinden machen die Nächte heller und heller. Lichtsmog lässt den Sternenhimmel in manchen Gegenden geradezu „verschwinden“. Ausufernde Leuchtreklamen bei Nacht verursachen Netzhautschäden; beim Menschen und besonders in der Insektenwelt, in der es nacht- bzw. tagaktive Tiere gibt, werden Schäden verursacht, deren Auswirkungen immer mehr sichtbar werden.

Es wäre einfach.
Auf großformatigen und informativen Schautafeln wird auf die oftmals missbräuchliche Nutzung von Licht und deren Auswirkungen hingewiesen.

Dabei wäre das Problem Lichtverschmutzung einfach zu lösen. Dazu einige Beispiele: Beleuchtung nur dort einsetzen, wo sie erforderlich ist, zusammenhängende dunkle Gebiete erhalten, Beleuchtung von Vegetation und Gewässern vermeiden, Nachtabschaltung bzw. Nachtabsenkung, LEDs verwenden und Beleuchtungsstärken den Sehanforderungen anpassen. Der Aspekt, dass eine gute Beleuchtung die Lebensqualität erhöht, Kosten spart und zur Verbesserung der Umwelt beiträgt, liegt auf der Hand. Fazit: Verantwortungsvolles Umgehen mit Licht sollte die Aufgabe aller Menschen sein, um sich selbst, Tiere und Pflanzen vor unliebsamen Auswirkungen zu schützen.

Info.

Weitere Informationen unter www.hellenot.org. Die Ausstellung ist bis 11. Januar 2019 zu den Öffnungszeiten der Bücherei zu besichtigen, Gruppen wie Schulklassen sollten sich voranmelden.

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Die Oberländer Rundschau ist die regionale Wochenzeitung für die Bezirke Imst, Landeck, Reutte und Telfs im Tiroler Oberland.