Hoch an – zwei Tage im Zeichen der Tracht

13 Kompanien, zehn Abordnungen und Gäste aus dem Zillertal, aus Salzburg, Bayern und Hessen-Hamm verwandelten Sautens in ein Trachtenmeer mit Fahnen, Trommeln und Kanonen.RS-Foto: Hirsch

Die Schützenkompanie Sautens lud zum 69. Schützenbataillonsfest Ötztal

Zahlreiche Ehrengäste, Kompanien, Fahnen- und Standartenabordnungen, Traditionsverbände, Musikkapellen und Vereine feierten das 69. Bataillonsfest des Schützenbataillon Ötztal in Sautens. Trotz schlechtem Wetter war die Stimmung ungetrübt. An die 2000 Trachtenträger machten Sautens zum Mittelpunkt der Traditionsvereine.

Von Friederike Hirsch

Zwei Tage ganz im Zeichen der Schützen. 13 Kompanien, zehn Abordnungen und Gäste aus dem Zillertal, aus Salzburg, Bayern und Hessen-Hamm verwandelten Sautens in ein Trachtenmeer mit Fahnen, Trommeln, und Kanonen. Auch das Großaufgebot der Ehrengäste konnte sich sehen lassen. Die Bürgermeister des Ötztales feierten ebenso, wie die Ministerin a.D. Margarete Schramböck. Kommandant Manfred Hackl: „Es ist für uns Sautner Schützen eine Ehre, dieses Bataillonsfest ausrichten zu dürfen.“ Auftakt des Festes bildete die Heldengedenkfeier mit Kranzniederlegung und „General de Charge“ durch die Ehrenkompanie Inzing. Diese Ehrensalve ist die schützengemäße Form eines Ehrenerweises. Besonders beeindruckend gestaltete sich die Meldung an den Höchstanwesenden, den Landtagsabgeordneten Jakob Wolf, und das Frontabschreiten durch ihn, die Bürgermeister Manfred Köll (Sautens) und Ernst Schöpf (Sölden) sowie Margarete Schramböck. Die Feldmesse und der Festakt wurden von Bataillonskurat German Erd zelebriert. Die Ehrensalven zur Feldmesse wurden von der Ehrenkompanie Längenfeld geschossen. „Das Präsentieren des Gewehrs und das Abschießen einer Ehrensalve ist ein Gruß an den Herrgott. Das Abschießen der Ehrensalve ist ein altes Friedenssymbol“, erklären die Schützen. Es heißt: „Für dich ist niemals eine Kugel im Lauf. Ich komme zu dir und will dir als Freund begegnen!” Für die musikalische Umrahmung der Feiern sorgte die Musikkapelle Sautens. Mit Ehrungen und Auszeichnungen schloss der Festakt. Mit einem beeindruckenden Festumzug und der Defilierung endete der offizielle Teil. Nachmittags und abends wurde mit den „Ötztaler Alpentornados“, der Musikkapelle Ötztal-Bahnhof und der Gruppe „DÖT“ im Erlebnisdorf Kalkofen gefeiert.

Zahlreiche Ehrungen wurden anlässlich des Bataillonsfestes ausgesprochen. Im Bild vorne: Alois Steinmüller für seine 60-jährige Mitgliedschaft bei den Schützen. RS-Foto: Hirsch
Mehr als nur Heimat

Im Mai 1950 wurde das Ötztaler Schützenbataillon in Oetz von den fünf Ötztaler Bürgermeistern und den fünf Ötztaler Schützenhauptleuten gegründet. Das Schützenbataillon Ötztal, das aus sieben Kompanien besteht, führt Major Anton Klocker. „Wir Schützen schützen mehr als bloß Heimat und Tradition. Wir fühlen uns auch den sozial schwachen Menschen, den gefährdeten Tierarten und der Umwelt verpflichtet“, erklären die Schützenkommandanten unisono. Vor allem wollen die Schützen in die Zukunft denken, an eine grenzüberschreitende Zukunft. „Das Gewehr des Schützen ist Symbol des Eintretens für die Würde des Menschen und die Grundwerte menschlichen Seins, ihres Schutzes und ihrer Wahrung und sicher keine Kampfwaffe mehr“, sind sich alle einig. Klar und deutlich bringen die Schützen zum Ausdruck, dass sie heute nicht mehr die Träger der Landesverteidigung sind. Das Gewehr und die dazugehörigen Salve stehen für Freiheit und Gerechtigkeit und als Zeichen des Friedens. Manfred Hackl, Schützenkommandant von Sautens zeigte sich am Ende des Wochenendes zufrieden: „Gegen das Wetter können wir nichts machen, aber alles in allem war es ein gelungenes Bataillonsfest. A herzliches Vergelt’s Gott an alle, die dabei waren.“

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