Hoch, höher, am höchsten!

Christoph Gobber liebt das Bergfahren. Beim Giro delle Dolomiti konnte er diese Leidenschaft voll ausleben. Foto: Fotostudio 3

11. 000 Höhenmeter strampelte Christopher Gobber in fünf Tagen beim Giro delle Dolomiti

Bergfahrer Christoph Gobber hat beim Giro sein Können unter Beweis gestellt! Der Außerferner Radsportler bezwang bei diesem Rennen neun Pässe in fünf Tagen und erzielte dabei Platz 21. Der 21-Jährige ist mit seiner Leistung sehr zufrieden, auch wenn er sich rückblickend wegen ein paar liegengebliebener Sekunden auf eine bessere Platzierung ein bisschen ärgert. Das spornt den Bergfahrer aber nur noch mehr an. Die Ziele sind gesteckt, den Weg dorthin radelt er bereits.

Von Michaela Weber

Über 400 Rennfahrer gingen bei dem Pässerennen an den Start. Die Stadt Bozen war wie immer Ausgangspunkt des Radspektakels in den Dolomiten. 600 Kilometer und über 11. 000 Höhenmeter legten die Athleten zurück. Für den Außerferner, der momentan ein Praktikum im Planseewerk macht, ging das Rennen sturzfrei zu Ende. Materialschwund musste er jedoch in Kauf nehmen, „weil wir abwärts aus Sicherheitsgründen ausgebremst wurden. Normalerweise wird nicht gebremst. Die Veranstalter wollten das Risiko aber minimieren und so mussten wir hinter dem vorausfahrenden Safetycar bleiben. Durch das Bremsen wurde beim Abwärtsfahren das Spezialharz in der Karbonfelge so heiß, dass die Felge anschließend total hinüber war“, so Gobber.

Strecke.
Vor einer beeindruckenden Bergkulisse zu fahren, ist ein ganz besonderes Erlebnis. Foto: Fotostudio 3

Die erste Etappe ging von Bozen aus über den Jaufenpass, die Gobber als Dreißigster beendete. Diese Platzierung ließ den Radsportler auf „gute Voraussetzungen“, wie er beschreibt, schließen. Die zweite Etappe auf das Reiterjoch bestätigte diese Vermutung. Die steile Bergfahrt kam ihm sehr entgegen: „Ich muss von Tag zu Tag stärker werden!“ Auch dies glückte ihm. Am dritten Tag konnte sich der Außerferner mit Hilfe eines Ex-Radprofis aus Deutschland noch weiter ins vordere Fahrerfeld schieben. Dieser hatte das Potential des Außerferners gleich zu Beginn des Giros erkannt und mit ihm die Taktik für die nächsten Tage ausgefeilt. Exeltabellen mit den Startnummern seiner Mitstreiter wurden erstellt und so der Fahrplan festgelegt. Bei der Königsetappe, der Sellarunde, konnte sich Christoph dann auf den 21. Platz im Gesamtklassement setzen. Rund 150 Kilometer und über 3.000 Höhenmeter verlangten den Radsportlern alles ab. Auch die Fahrt über das Stilfserjoch brannte in den Waden der Fahrer bei 24 Kilometern, doppelt so vielen Kehren und 1.800 m Höhenunterschied. „Da hatten alle Respekt, die Luft ist manchen zu dünn geworden“, so Gobber.

Plan.
Mit den Verfolgern im Nacken gibt der leidenschaftliche Bergfahrer alles, um diese hinter sich zu lassen. Foto: Fotostudio 3

Die besprochene Taktik des Außerferners ging voll auf und war ausschlaggebend für das Gesamtklassement. Den folgenden Umbrailpass in die Schweiz ließ Christoph nur als Hügel gelten. Es beeindruckten ihn dort die auf die Straße geschriebenen Namen der Radprofis, die im Jahr 2017 den Giro d‘Italia gefahren waren. Die fünfte Etappe beschrieb Gobber wörtlich als Hölle! Hier galt Vollangriff, keine Schonung! Die Strecke auf die Seiseralm war unrhythmisch und für ihn als Bergfahrer am Anfang zu flach. Den Zielsprint konnte Christoph in seiner Gruppe für sich entscheiden, die Steigung zwischen sieben und acht Prozent lag ihm am besten. Am letzten Tag war Zeitfahren im Flachen angesagt. Diese Disziplin will der 21-Jährige noch weiter ausbauen, um noch weiter nach oben zu kommen. Aus Südtirol zurück, hat Christoph bei weiteren Bergrennen seine Leistungen gesteigert. Aufgrund der Gebirgslage gibt es in Tirol ein extrem starkes Fahrerfeld. Christophs Vorbild in Sachen Bergrennen ist der Außerferner Christian Haas. Mit viel Training, Willensstärke und Disziplin will er ihm nacheifern und es auch in diese Eliteklasse schaffen.

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