Höhere Chance auf günstiges Wohnen

Bgm. Harald Sieß (Strengen): Grundstücke für jeden

Der Tiroler Bodenfonds bietet derzeit etliche Grundstücke im Bezirk an – „5-Euro-Wohnungen“ geplant

Leistbares Wohnen soll in Tirol u. a. über den Bodensfonds ermöglicht werden; seit Kurzem wird zudem an sogenannten 5-Euro-Wohnungen gearbeitet. Im Bezirk Landeck werden derzeit etliche relativ günstige Grundstücke angeboten, an den günstigen Wohnungen wird noch gearbeitet.

Der Tiroler Bodenfonds hält derzeit in drei der 30 Gemeinden des Bezirkes Landeck Grundstücke bereit: In Strengen sind 75 Euro pro Quadratmeter zu bezahlen (10 Grundstücke, eventuell noch mehr), in Ried 165 Euro (ursprünglich 9, derzeit noch rund 5 Grundstücke) und in Pfunds 105 Euro (4 Grundstücke). In Tobadill waren bis vor kurzem 105 Euro zu bezahlen – das letzte Grundstück wurde aber erst verkauft. Bgm. Martin Auer und der Gemeinderat sind aber schon wieder dran: „Wir sind dabei, etwas zu lukrieren.“ In Strengen vergibt der Gemeinderat die Grundstücke, und zwar an alle Interessierten, wie Bgm. Harald Sieß erklärt – früher musste ein Teil des kaufenden Paares aus Strengen stammen. Bgm. Elmar Handle in Ried lobt die Lebensqualität in dem Bereich, in dem die Grundstücke liegen und einheimischen Familien günstiges Bauland angeboten wird. Es gibt auch eine Erweiterungsmöglichkeit auf dem Areal. Rupert Schuchter, Bürgermeister von Pfunds, hält die 105 Euro pro Quadratmeter in seiner Gemeinde für einen durchaus akzeptablen Preis. Er setzt zudem auf Wohnungsbau, u. a. der Neuen Heimat. Mit zwei weiteren Gemeinden führt Bodenfonds-Geschäftsführer Dr. Reinhard Huber laut Auskunft im Büro von LR Johannes Tratter konkrete Gespräche – mit Stanz und Serfaus. „Diese stehen kurz vor dem Abschluss“, heißt es im Büro Tratter. Die Grundstücke, die bereits angeboten werden, können auf www.tirol.gv.at/bauen-wohnen/bodenfonds/wohngebiete/wohngebiete-bezirk-landeck abgerufen werden (In Tobadill sind aber alle verkauft). Über Eingabe des Namens der Gemeinde und der Grundstücksnummer im Tiroler Rauminformationssystem tiris www.tirol.gv.at/statistik-budget/tiris/grundstuecke-suchen ist die Lage des Grundstücks ersichtlich.5-EURO-WOHNUNGEN. Grundsätzlich bestehe die Möglichkeit, auch diese Grundstücke durch entsprechende Planungen für das 5-Euro-Wohnen nutzbar zu machen – und 5-Euro-Wohnung bedeutet in diesem Fall einen Mietpreis von rund fünf Euro pro Quadratmeter inklusive Betriebs- und Heizkosten sowie Umsatzsteuer. In Umsetzung sind derzeit erst Projekte in zwei Gemeinden im Bezirk Innsbruck-Land. Das Konzept für flexibles und güns-tiges Wohnen der Neuen Heimat und eines Architektenteams stoße aber bei einigen Gemeinden sowie Bauträgern auf großes Interesse, registriert die Abteilung Wohnbauförderung. Es seien weitere Gemeinden mit Bauträgern im Gespräch: „Die entsprechenden Verhandlungen sind allerdings noch im Laufen. Erst wenn hier ein grundsätzliches Übereinkommen zustande kommt und die Rahmenbedingungen beiderseits passen, kann von den Partnern gemeinsam ein konkretes 5-Euro-Projekt für den jeweiligen Standort erarbeitet werden. Sobald ein derartiges Vorhaben wirklich „baureif‘ ist, erhält die Abteilung Wohnbauförderung ein Ansuchen auf Gewährung von Wohnbauförderungsmitteln“, teilt das Land mit.

PROJEKT IN ZAMS GE-PLANT. Auch die Diözese und die Orden wurden vom Land eingeladen, am Projekt leistbares Wohnen/5-Euro-Wohnen durch die Bereitstellung von Grundstücken (Baurecht) mitzuwirken. In Zams z.B. seien Gemeinde, Diözese als Grundeigentümer und die WE als Bauträger gerade dabei, ein konkretes Projekt auf den Weg zu bringen. Das Konzept des 5-Euro-Wohnens ziele auf Kleinwohnanlagen mit 15 bis 25 Wohnungen ab, bei der Vergabe spiele die soziale Durchmischung eine wichtige Rolle. Laut Bgm. Siegmund Geiger laufen die Gespräche noch: „Wir sind nach wie vor dabei.“ In Diskussion sind noch einige Parameter des Projekts, auch die Erschließung ist Thema. „Es gibt noch nichts Definitives“, so Geiger.