Hohe Zahlen

Karl Gabl: „Eine wirkungsvolle Aufklärungs- und Präventionsarbeit zur Ausübung des Alpinsports beginnt am besten bereits im Kindesalter.“ RS-Foto: Archiv

Mehr als 1100 Verunfallte auf den Landecker Bergen

 

Jeder 18. Alpintote im vergangenen Jahr in Österreich war im Bezirk Landeck zu beklagen. Noch größer ist der Anteil der Verunfallten insgesamt.

 

Von Daniel Haueis

 

Im Jahr 2018 sind in Österreich 268 Menschen im Alpinraum tödlich verunglückt, 24 weniger als im Schnitt der letzten zehn Jahre – im Bezirk Landeck waren es 15 und damit ein Todesopfer mehr als im Schnitt 2009–2018. Es ist also rund jeder 18. „Alpintote“ Österreichs im Bezirk Landeck verstorben. Fünf Menschen mussten bei Variantenfahrten ihr Leben lassen, drei bei Skitouren, zwei auf der Piste oder Skiroute; beim Wandern/Bergsteigen im Bezirk starben laut Alpinunfallstatistik des Österreichischen Kuratoriums für Alpine Sicherheit/BM.I Alpinpolizei zwei Menschen, einer auf der Jagd. Karl Gabl, Präsident des Kuratoriums für Alpine Sicherheit aus St. Anton, bezieht sich auf die Österreich-Zahlen, wenn er sagt: „Diese Entwicklung ist erfreulich, zeigt aber auch, wie wichtig Präventionsarbeit im Bergsport ist. Die Alpinpolizei, Vereine, Verbände und das Kuratorium leisten hier hervorragende Arbeit.“ Und er fügt an: „Jeder Todesfall ist einer zu viel.“ Das Unglück am Berg ist übrigens männlich: Es verunglückten überdurchschnittlich viele Männer in den Bergen (85 Prozent), 2018 starben 230 Männer und 38 Frauen am Berg.

 

UNFÄLLE IM BEZIRK. Im Jahr 2018 sind 7230 Verletzte in der Alpin-unfalldatenbank verzeichnet – 777 Verletzte weniger als im Vorjahr 2017. Im 10-Jahresmittel liegt die Zahl der Verletzten bei 7356. Im Bezirk Landeck hingegen gab’s ein deutliches Plus: 1114 Verunfallte (Tote, Verletzte und Unverletzte), das sind 51 mehr als im Mittel der letzten Dekade. Landeck verzeichnet also gut 15 Prozent aller Alpin-unfälle in Österreich. Es gehen aber allein 731 Verunfallte auf das Konto von Piste/Skiroute. Es folgen die Kategorien Wandern/Bergsteigen (115 Verunfallte), Variantenfahrer (102) und Skitour (53). Mountainbiking (29 Verunfallte) und Liftfahren (24 Verunfallte) scheinen häufiger auf als Rodeln (13) und Klettern (12). Der Anteil der Unverletzten hat in Österreich in den vergangenen zehn Jahren übrigens signifikant zugenommen: 2018 waren es mit 32 Prozent fast ein Drittel aller Notrufe. Dazu gehören Personen, die mit den Begebenheiten einer Tour und den Verhältnissen überfordert sind oder sich selbst überschätzt haben und in der Folge in eine alpine Notlage geraten sind.

Eine wirkungsvolle Aufklärungs- und Präventionsarbeit zur Ausübung des Alpinsports beginnt am besten bereits im Kindesalter. Schulsportwochen im Sommer und Winter sowie Tritt-Gehschulungen, Parcours (Biken, Laufen etc.) sowie Kurse bei alpinen Vereinen und Verbänden können hier ein Ansatz sein“, bietet Gabl einen Hinweis, wie die Alpinunfallzahlen sinken könnten. Nähere Informationen gibt’s auf www.alpinesicherheit.at.