Hypobank Reutte lud zum Mittagsdialog

Georg Frischmann überzeugte bei seinem Impulsvortrag und blickt optimistisch in die Zukunft. RS-Foto: Schretter

Informieren, netzwerken und Gaumenfreuden genießen

Hypo Reutte-Geschäftsstellenleiter Joachim Kranzler stellte den Hypo-Mittagsdialog als Plattform vor, bei der sich Informationen, Netzwerk und Genuss effizient vereinen lassen sollen. Hypo-Mittagsdialoge soll es künftig etwa alle sechs Monate geben.

Am Donnerstag, dem 12. April, lud nun die Hypobank Reutte zu einem Mittagsdialog – einer effizienten Pause – für Netzwerker und Meinungsbildner ein. Interessantes aus dem Impulsvortrag von Georg Frischmann konnte bei einem anschließenden Fingerfood-Buffet mit regionalen Spezialitäten vertieft werden.
Geschäftsstellenleiter Joachim Kranzler ist überzeugt, dass, „man während seiner Mittagspause genug Ressourcen hat, sich zu informieren, zu vernetzen und dabei noch dem Gaumen Gutes zu tun.“ Er stellte kurz die drei Säulen der Hypobank Reutte vor. Für den Bereich „privater Wohnbau“ ist Stefan Waibel zuständig, Robert Pacher betreut den Bereich Veranlagung und Joachim Kranzler kümmert sich vor allem um Firmenkunden. Zu einer umfassenden Kundenbetreuung zählt aber nicht nur kompetente Beratung, sondern auch ein ständiger Informationsaustausch. Dafür wurde der Mittagsdialog ins Leben gerufen.

Impulsvortrag.

Georg Frischmann leitet seit zwei Jahren den Bereich Private Banking bei der Hypobank.  Bei seinem halbstündigen Vortrag im Foyer der Hypo Reutte berichtete er über Aktuelles von den Geld- und Kapitalmärkten.
Ein Schlagwort, das mehrmals im Vortrag genannt wurde, war der Begriff „Schwellenländer“. Schwellenländer gelten noch heute als Entwicklungsländer, weisen aber nicht mehr die typischen Merkmale auf. Solche Merkmale sind etwa ein geringes Pro-Kopf-Einkommen, eine passive Handelsbilanz oder eine hohe Auslandsverschuldung. Ein Schwellenland befindet sich in der Industrialisierung, die Agrarwirtschaft verliert immer mehr an Bedeutung. Merkmale, die auf ein Schwellenland hinweisen, sind überdurchschnittliche Wachstumsraten, hohe Arbeitsproduktivität bei gleichzeitig niedrigem Lohnniveau oder Investitionen in die Infrastruktur und die Humanbildung.
Die Weltbank und der Internationale Währungsfonds (IWF) kategorisieren Mexiko, die Volksrepublik China, Südafrika, Brasilien, Indien, Malaysia, Russland, die Philipinen, Thailand und die Türkei als Schwellenländer.
Die Prognosen für diesen Markt seien günstig, so Frischmann. Auch für die USA sind sie gut, allerdings würden manche Aussagen von Präsident Trump den Markt doch sehr beschäftigen. Wenn solche Aussagen  die Angst vor Ungewissheit schüren, halten Unternehmen Investitionen zurück. Dies wirkt sich, laut Georg Frischmann, stärker als etwa beispielsweise die Zölle aus.
Bewegung ist auch an den Währungsmärkten spürbar, vor allem, weil der US-Dollar doch wider Erwarten sehr schwach steht.
Die Konjunktur läuft sehr gut. Die USA, Japan, Europa und eben auch die Schwellenländer befinden sich auf einem guten Niveau. So würde sich etwa Brasilien als Schwellenland gerade aus der Krise herausschaufeln.
Dass die Inflation in Europa auch weiter unter der Zielmarke von zwei Prozent bleibt, ist vor allem den hohen Arbeitslosenraten einiger südeuropäischer Länder geschuldet. So bleibt Italien weiter das größte Problem in der Eurozone. Anders präsentiert sich die Situation in der USA. Hier zeigt die Inflation einen Wert von 2,5 Prozent. Die Verbraucherpreise in den USA ziehen so stark an wie seit einem Jahr nicht mehr. Die US-Notenbank FED, die Vollbeschäftigung und stabile Preise fördern soll, hat ihr erstes Ziel praktisch erreicht.
Bei den Zinsen hoffen die Banken, vom Negativzinssatz entlastet zu werden. Es werden weiter steigende – allerdings nicht stark steigende – Zinsen erwartet.
Im Bereich Anlagenmärkte bewegt sich die Hypobank in mehreren Segmenten. Und wieder kommen die Schwellenländer ins Gespräch, die laut Frischmann eine spannende Anlageklasse darstellen. Hochzinsanleihen seien interessant, weil hier die Rendite noch immer bei über sechs Prozent liegt. In Inflationsanleihen, bei denen die zukünftige Erwartung gehandelt wird, investiert die Hypobank nicht. Bei Wandelanleihen wird eine positive Entwicklung erwartet.
Am Rohstoffmarkt bleibt Öl weiter interessant. Georg Frischmann dazu: „Die OPEC funktioniert. Sie hat Förderkürzungen beschlossen. Die USA sind ein wichtiger Player am Ölmarkt. Eine Energiewende ist nicht in Sicht, der Ölverbrauch wird weiter steigen.“ Öl ist also langfrisrig gesehen eine interessante Investition.
Bei den Edelmetallen ist die Nachfragesituation vor allem bei Gold sehr gut.
Zusammenfassend erklärt Frischmann, dass sich sowohl der Konjunkturausblick als auch der Marktausblick durchaus positiv darstellen und der Anleihenmarkt selektive Chancen bietet.
Ein Risiko könnte sein, dass die Konjunktur an Dynamik verliert und Investitionen zurückgehalten werden. Kriege und Aussagen von Präsident Trump – etwa über einen möglichen Syrien-Angriff – wirken sich negativ aus. Nicht außer Acht zu lassen sind die Ölpreisentwicklung und langfristig auch China. Grundsätzlich  stehen die Zeichen aber gut und man kann optimistisch in die Zukunft blicken.

Interessant.

Der Hypo-Mittagsdialog fand regen Zuspruch. Der Zeitpunkt für die Veranstaltung ist gut gewählt. Die Kombination aus netzwerken und gemeinsamem Essen macht Sinn. Gespräche in entspannter Atmosphäre können helfen, die Gedanken auch einmal in bislang wenig begangene  Richtungen zu lenken.