„Ich liebäugle mit der Österreichischen Meisterschaft“

Seit Kurzem fährt Christoph Gobber in den Farben des „RSC Auto Brosch Kempten“ und wird von Thomas Steurer trainiert. RS-Foto: Schretter

Christoph Gobber startet mit neuem Team und neuem Trainer in die neue Radsaison

Seine letzte Rennsaison fuhr er noch im grünen Trikot des Radteams Leoben. Eines der Saisonhighlights 2018 war die Teilnahme am Giro delle Dolomiti (die RUNDSCHAU berichtete). Jetzt sind die Karten neu gemischt: Der Außerferner Radsportler Christoph Gobber ist jetzt Teil des Teams „RSC Auto Brosch Kempten“ und er hat einen neuen persönlichen Trainer. Der RUNDSCHAU erzählte der junge Sportler über diese Neuerungen.

Mit der Saison 2018 war Christoph Gobber durchaus zufrieden und dennoch: „Ich weiß, dass ich noch besser werden kann – und ich will auch noch weiterkommen!“, lässt er wissen, dass er Lust auf mehr hat. Genügend Ehrgeiz, Biss und Durchhaltevermögen hat er allemal. Genau das bewog ihn auch dazu, sich ein anderes Team und einen Trainer zu suchen.
Sein letztes Rennen bestritt er im vergangenen Oktober. „Danach ging’s dann erst einmal zum Ausspannen mit ein paar Freunden nach Irland. Meine Radpause betrug ca. sechs Wochen, danach habe ich mit dem Training nach meiner Methode wieder angefangen.“ Wie seine Methode aussieht, umschreibt er in kurzen Worten: „Ich fahre stundenlang im Keller auf der Rolle.“ Damals ahnte Christoph noch nicht, dass er sich von dieser Methode würde verabschieden müssen.

Expertentip.

Mit dem Gedanken, das Team zu wechseln, trug sich der Radsportler schon seit einiger Zeit. „Ich habe schon im letzten Jahr von zwei Leuten – Thomas Schneider und Christian Haas (beides Aushängeschilder des heimischen Radsports, Anm. der Redaktion) – den Tip bekommen, zum ,RSC Auto Brosch Kempten’ zu gehen. Kempten ist ein Top-Verein und kann somit meine Schmiede für die Zukunft sein. Mitte Dezember nahm ich Kontakt zum Verein auf“, erzählt Christoph Gobber und weiter: „Mir ist es wichtig, dass ich meine Lizenzrennen fahren kann – auch als Österreicher für ein deutsches Team. Das ist Gott sei Dank möglich, außer der Deutschen und der Bayerischen Meisterschaft kann ich für das Kemptener Team alle Lizenzrennen bestreiten.“
Als besonderen Vorteil wertet er, dass wesentlich mehr direkter Kontakt als beim Radteam Leoben besteht. „Ich bin dabei, mich im Team zu etablieren, fühle mich dort sehr wohl. Man muss sich viel und gut einbringen, um in einem Team zur Elite vorzustoßen.“

Experte.

Auch Christophs neuer persönlicher Trainer ist einer mit einem großen Namen. Kein Geringerer als Thomas Steurer, Langdistanz-Skilangläufer und Trainer, betreut Christoph Gobber seit Februar. „Ich habe mich nach dem letzten Burgenrennen lange mit Thomas unterhalten und dachte mir, dass er ein cooler Trainer für mich wäre. Ich habe ihm gesagt, was ich noch alles erreichen möchte. Thomas kannte also meine Ziele und hat sich Gott sei Dank für mich entschieden“, schätzt sich Christoph Gobber glücklich.

Alles anders.

Auf die Philosophie eines Trainers muss sich ein Sportler erst einstellen. Eines kann das Radtalent aber jetzt schon sagen: „Dieses Training unterscheidet sich komplett vom vorherigen!“ Der auf ihn persönlich zugeschnittene Trainingsplan Thomas Steurers stellt das Krafttraining in den Vordergrund. Es gilt, an der Rumpfstabilität zu arbeiten. „Das ist Folter“, kommentiert Christoph Gobber. Zwei- bis dreimal pro Woche absolviert er seine Einheiten in der Kraftkammer, die er sich zuhause eingerichtet hat. „Thomas legt sehr viel Wert darauf, dass ich die Pulsbereiche einhalte, die er mir vorgibt. Im Winter war ich zusätzlich viel Langlaufen und Stocklaufen und bin etliche Skitouren gegangen, aber keinen einzigen Kilometer auf dem Rad gefahren. Erst seit März darf ich jetzt wieder auf den Sattel“, beschreibt er seinen Trainingsalltag.
Das „Steurer-Training“ bringe ihn körperlich sehr gut vorwärts, freut sich der Sportler. Das allein macht es aber nicht aus. „Thomas Steurer lässt mich jung sein. Er sagt: ,Geh aus, hab Spaß und trink auch einmal ein Bier!’ Er warnt davor, zu sehr in den Sport vernarrt zu sein und alles andere daneben aufzugeben. Er zeigt auf, dass soziale Kontakt, Freundschaften sehr wichtig sind“, schätzt Christoph diesen Ansatz seines Trainers. Mentale Stärke und mentales Wohlfühlen sind für ihn essentiell, denn er ist überzeugt: „Mit der mentalen Einstellung kann man sehr viel bewegen.“

Chance.

Neben all diesen Neurungen hat sich für Christoph Gobber eine weitere Chance ergeben. „Beim Giro delle Dolomiti 2018 habe ich Heinz Kargl, einen ehemaligen deutschen Bundesligafahrer, kennengelernt. Er plant, ein eigenes Team zu bilden und möchte mich mit dabei haben. Heinz Kargl hat sein Versprechen gehalten, sich bei mir gemeldet und angeboten, mich zu verschiedenen Rennen mitzunehmen. Ich habe mit dem Kemptener Team Rücksprache gehalten, grünes Licht bekommen und bin jetzt definitiv bei diesen Rennen mit dabei“, freut sich Gobber auch über diese Tür, die sich für ihn geöffnet hat. Konkret im Auge hat er das Radrennen am 1. Mai in Frankfurt und das Etappenrennen im Erzgebirge. „Was mir noch taugen würde, wäre die Teilnahme an der Österreichischen Meisterschaft, die heuer in Schwaz ausgetragen wird. Solche Rennen zeigen dir halt genau, wo du stehst, da werden dir deine Grenzen aufgezeigt“, umreißt er grob, was die Highlights 2019 werden könnten.
Christoph Gobber ist ein junger Sportler, der mental sehr stark ist, genaue Vorstellungen davon hat, was er schaffen will. Sein neues Team und sein neuer Trainer begleiten und unterstützen ihn auf diesem Weg.
Die RUNDSCHAU drückt dem Sportler, seinem Trainer und dem Team die Daumen und wünscht eine erfolgreiche und verletzungsfreie Radsaison.