„Ich möchte unser Dorf weiterbringen“

Seit der Gemeinderatswahl im Jahr 2016 steht Herbert Kröll an der Spitze der Nassereither Gemeindepolitik. RS-Foto: Heiss

Der Nassereither Bürgermeister, Herbert Kröll, im RUNDSCHAU-Gespräch

Er sei ein Bürgermeister, der versucht, in seiner Gemeinde einen Mehrwert für die Bevölkerung zu schaffen und sich Zeit für persönliche Gespräche mit den Menschen nimmt – so beschreibt sich Herbert Kröll, Bürgermeister von Nassereith. Die RUNDSCHAU traf den Dorfchef zum Bürgermeistergespräch.

Von Barbara Heiss

Ich bin stolz darauf, dass wir während meiner bisherigen Amtszeit bereits einiges für unsere Gemeinde Nassereith umsetzen konnten“, sagt Herbert Kröll, der seit 2016 die Geschicke der im Gurgltal eingebetteten Gemeinde lenkt. Vor seiner Amtszeit war er bereits lange Zeit im Gemeinderat und als Vize-Bürgermeister in das Dorfgeschehen involviert.

Herausforderung

„Wie beinahe jede Gemeinde haben auch wir mit dem Problem des leistbaren Wohnens zu kämpfen. Wir versuchen aber unser Möglichstes, um dieser Herausforderung Herr zu werden“, so der Dorfchef. Beispielsweise wurden im Jahr 2018 15 gemeindeeigene Bauplätze um 80 Euro pro Quadratmeter verkauft.

Einiges geplant

Mit dem gemeinnützigen Wohnbauträger GHS sind für das Jahr 2020 48 geförderte Wohnungen in Planung. Bereits jetzt kann am Gemeindeamt in Nassereith um eine Wohnung angesucht werden. „Auch die Infrastruktur muss in Nassereith um einiges verbessert werden. Wir haben 2018 damit begonnen – dies wird aber mehrere Jahre dauern“, erklärt Kröll. Vor allem die Versorgung der Bevölkerung mit Energie und einem gut ausgebauten Internet-Netz stehen hier für den Bürgermeister im Vordergrund. Deshalb wird hier auch mit den umliegenden Gemeinden Imst, Tarrenz und Obsteig zusammengearbeitet. Zudem wurdem im letzten Jahr mit dem Zubau am Gemeinde-
bauhof begonnen, der bis zum Sommer 2019 fertiggestellt werden sollte. Auch am Recyclinghof soll sich einiges ändern – im Jahr 2020 wird er neu gebaut und eine Überdachung installiert.

Im vergangenen April wurde das neue Gemeindehaus in Nassereith fertiggestellt und befindet sich nun in der Karl-Mayr-Straße. RS-Foto: Grüneis
Naherholungsgebiet

Aus touristischer Sicht ist in Nassereith und im umliegenden Gebiet ebenfalls einiges in Arbeit: Der Radweg zwischen Tarrenz und Nassereith wird asphaltiert, um ein problemloses Fahren der beliebten Tschirgantrunde ohne das Befahren der Bundesstraße zu garantieren. Mitte Februar wurde zudem mit der Revitalisierung des Grugltals begonnen, das zum Teil vom Land Tirol und der EU gefördert wird. „Zudem muss nun endlich der Tschirganttunnel umgesetzt werden, um das Verkehrsproblem hier in der Gegend aufzulockern. Ich bin auch ein klarer Befürworter des Scheiteltunnels – die Strecke würde um einiges verkürzt werden, was für das gesamte Oberland wichtig wäre“, fordert Kröll.

Soziales fördern

In der Gemeinde sollen vor allem mehr soziale Projekte für die Allgemeinheit in den Mittelpunkt gerückt werden. „Zum einen haben wir im letzten Jahr ein Seniorentaxi eingeführt. Für einen Euro innerhalb von Nassereith beziehungsweise zwei Euro außerhalb haben unsere älteren Bürger die Möglichkeit, diesen Service beispielsweise für Arztbesuche in Anspruch zu nehmen. Aber auch für unsere Jugend wurde etwas geschaffen: An jedem Freitag und Samstag steht den Jugendlichen von zwölf bis 18 Jahren eine Jugendpädagogin im Jugendzentrum zur Seite. Ebenfalls für junge Leute in Nassereith wurden Taxigutscheine eingeführt – diese können vierteljährlich im Gemeindeamt abgeholt und bei den meisten Taxiunternehmen in der Umgebung eingelöst werden“, erklärt Kröll. Auch an die Kleinsten wird in Nassereith gedacht: Gleich zwei neue Kinderspielplätze stehen zur Verfügung – einer beim Kletterparkplatz sowie einer beim Kindergarten.

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