Rundschau - Oberländer Wochenzeitung
Imst | Chronik | 3. August 2020 | Manuel Matt

Der Café-Blues am Montag

Der Café-Blues am Montag
Momentan geschlossen, aber innerhalb von 30 Minuten wieder startklar: Das Café Knappenstube der (geöffneten) Bäckerei Plattner in der Floriangasse. RS-Foto: Matt
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Imst: Gastro-Schließungen nach den Corona-Wochen

Nach dem Ende des behördlich ans Herz gelegten Daheimbleibens ist die Welt vielerorts schlichtweg nicht mehr dieselbe, auch in der Stadtgemeinde Imst. Getroffen hat es auch die Gastronomie. Die RUNDSCHAU erkundigte sich bei Stadtmarketing-Leiterin Tatjana Stimmler nach dem Ist-Zustand – und erhielt unter anderem zwei Beispiele für Schließungen angesichts einer bislang nie erlebten Situation.
Von Manuel Matt

Wohin soll es gehen, ihr Imster Kaffeetrinker? Zumindest zum Wochenbeginn zeigt sich die Auswahl an klassischen Cafés im städtischen Kern von Imst recht überschaubar. „In der Stadt spielt am Montag tatsächlich der Blues“, nickt Tatjana Stimmler, Leiterin des Stadtmarketings. Der Montag als neuer Ruhetag in der Café-Konditorei Regensburger schmerze – und dass nun auch das Stadtcafé Krone geschlossen ist, verschärfe die Situation zusätzlich, habe aber an sich nichts mit der Corona-Pandemie und dem wochenlangen Stillstehen des öffentlichen Lebens zu tun. Vielmehr tritt die Besitzerin den verdienten Ruhestand an. „Die Suche nach einem Pächter läuft aber“, verrät Stimmler und lässt Hoffnung durchschimmern, dass unmittelbar am Sparkassenplatz bald wieder Kaffeekränzchen gehalten werden darf.

KEIN STAAT ZU MACHEN MIT GERADE EINMAL EINER HANDVOLL AN GÄSTEN. Wer auf der Suche nach dem belebenden Bohnentrank weiterzieht, findet sich der Gewohnheit halber alsbald in der Floriangasse wieder. Das dort situierte und in der Vergangenheit durchaus gern frequentierte Café Knappenstube hat aber ebenso geschlossen, während in der angeschlossenen Bäckerei Plattner die warmen Semmeln über die Theke wandern. Beides betreibt Gerd Jonak, der aber freilich noch ein paar Jahre bis zur Pension hat. Dass sein Café seit Mitte März – mit einer kurzen Zeit der Öffnung zwischen Mai und Juni – geschlossen ist, sieht Jonak in „rapiden Umsatzeinbrüchen“ mit Aufkommen der Pandemie begründet. Viele einst verordnete Maßnahmen wurden zwar bereits gelockert, „mit dem Abstandsgebot ist’s in einem kleinen Café aber trotzdem schwer“, sagt der Inhaber. Etwa acht Gäste könnten so momentan bewirtet werden, was eben nicht genug Umsatz abwerfe, dass sich der Betrieb rentiert, so Jonak: „Zwangsläufig leider ein Minusg’schäft.“ Den Gram der Stammgäste könne er durchaus verstehen, nun gelte es aber, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren, etwa die Bäckerei, wo dank Regionalbewusstsein das Geschäft „sehr zufriedenstellend“ läuft, sagt Jonak und dankt den Kunden für die teils jahrelange Treue.

UNSICHTBARE GASSEN. Auch das zweite Standbein – der Catering-Service – laufe mit den ersten kleinen Festen langsam wieder an. Ratzfatz könnte es mit der Wiedereröffnung des Cafés gehen, auch wenn sie noch nicht in Sicht ist. „Wir könnten innerhalb von 30 Minuten starten – und wenn’s besser wird, werden wir es auch wieder versuchen“, verspricht der Jonakbäck. Sorgen würde ihm hingegen seit Jahren die Verkehrsentwicklung machen. „Schon mit der Ampel haben wir damals gekämpft. Eine generelle Fußgängerzone wäre überhaupt eine Katastrophe für eine Bäckerei wie unsere, weil viele mit dem Auto zu uns kommen“, teilt Jonak seine Befürchtungen wie auch das Gefühl, dass Seitengassen wie Florian- und Schustergasse hinsichtlich Stadtentwicklung „unsichtbar“ bleiben würden. Dass dem nicht so ist, verspricht die Leiterin des Stadtmarketings und verweist auf den Startschuss des Entwicklungsprozesses, der mit der Pflastersanierung in den beiden Gassen im Jahr 2014 fiel. Hinsichtlich einer möglichen Fußgängerzone weiß Stimmler zu beruhigen. Verbannt würden motorisierte Fahrzeuge ohnehin nur im Bereich zwischen Lainplatz und Stadtwerke, die Zirkulation von der Floriangasse bis hin zur Kreuzung zwischen Polizeiinspektion und Sirapuit bliebe so gewährleistet – und bevor es überhaupt zu einer Fußgängerzone in der Innenstadt kommen würde, wäre der Gemeinderat am Zug, schließt Stimmler.
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