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Imst | Chronik | 2. November 2022 | Ewald Krismer

Die Gespenster vom Tarrenzer Moor

Die Gespenster vom Tarrenzer Moor<br />
Mit harschen Worten begegnet die resolute Moorwirtin Rosa Moderer den beiden Totengräbern Schaufe (l.) und Schippe. Diese scheinen sich aber nicht allzu viel daraus zu machen. Genüsslich verzehren sie ihr Bier und ihre Marend. RS-Fotos: Krismer
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Tarrenzer Heimatbühne zeigt „Die Gespenstermacher“ in Gasthof Sonnes Theater- und Kulturstadel

Bei der Tarrenzer Heimatbühne ist – nach dem 2019 im Heimatmuseum aufgeführten dramatischen Einakter „Endstation Hoffnung“ – das Volkstheater wieder auf die Bühne des Theater- und Kulturstadel in Bargers Gasthof Sonne zurückgekehrt. Verlernt haben sie das Theaterspielen beileibe nicht, trotz pandemiebedingter Zwangspause. In ihrer bekannt charakteristischen Weise brillierten die Protagonisten der Tarrenzer Heimatbühne bei der Premiere zu „Die Gespenstermacher“ am Dienstag letzter Woche.
Der lustig-makabere Schwank „Die Geistermacher“ des bayrischen Theaterautors und -regisseurs Ralph Wallner erzählt in drei Akten von den im sterbenslangweiligen Gurgltaler Moos beheimateten skurrilen Totengräbern Schippe und Schaufe. Die Sterbenslangweiligkeit verflog aber als die beiden Graberer erfahren, dass ihr Gehalt künftig gestrichen und stattdessen eine kleine Prämie pro Begräbnis bezahlt werden soll. Das erzeugt polternde Aufruhr bei den zwei Galgenvögeln, die bei den Dorfbewohnern abgesehen vom liebenswürdigen Knecht Leo ohnehin nicht sehr beliebt sind. Abscheu gegenüber Schippe und Schaufe zeigen auch die im Dorf als verrückt bekannte Philomena und Rosa, die forsche Wirtin der verwilderten Dorfschenke „Zum Moor“, in der die Totengräber sitzen und beraten, wie sie dem plötzlichen Lohnverlust entgegentreten sollen. Wäre eine Flasche Gift das Maß aller Dinge? Denn die einfache Rechnung wäre mehr Tote - mehr Geld für die zwei dunklen Gesellen. Unterdessen streiten Moorwirtin Rosa und die wohlhabende Vevi Veichtl um den feschen Schuaster-Jåckl, der aber von den beiden spinnenden Weibern nichts wissen will. Leo begegnet in dessen der hübschen aufgeweckten Lena, die plötzlich in der Gaststube erscheint. Bahnt sich da etwa eine Liebschaft an und wer und wo sind eigentlich die Geister? Diejenigen, die die Aufführung bereits genießen durften, wissen, wie die Geschichte ausgeht. Für die, die sie erst erleben werden, soll der Ausgang noch ein Geheimnis bleiben.

DIE PROTAGONISTEN UND WEITERE TERMINE. „Die Gespenstermacher“ ist ein Stück wie für die Tarrenzer Theaterschauspieler auf den Leib geschnitten. Sie überzeugen nicht nur mit gänzlicher Textsicherheit. Auch die Mimik, Körpersprache und selbst eingebaute Monologe versetzten die Zuschauer in Erstaunen und reißen sie zu Lachstürmen hin. Wer das Bühnenmanuskript liest, erkennt, dass das Ensemble rund um Regisseurin Waltraud Pohl noch mehr aus dem Stück herausholt, als vom Autor ausgedacht. Unter der hervorragend gelungenen Regie von Waltraud Pohl und den exakten Einflüsterungen von Souffleuse Evelyn Neururer brillierten neben den fünf zur routinierten Garde zählenden Akteuren Matthias Hodgkinson als Schippe, Gerold Tangl als Schaufe, Elisa Neururer als Moorwirtin Rosa, Agnes Egger als verrückte Philomena und Klemens Fischer als sympathischer Knecht Leo auch die drei Debütanten Fini Brand als wohlhabende Vevi Veichtl, Carina Juen als hübsche Lena und Johannes Brüggler als fescher Schuaster-Jåckl. Den Schauspielern ein stimmiges Aussehen verpassten wie immer die Visagistinnen Karin Wörle und Manuela Schnegg. Weitere Spieltermine sind Freitag der 4., Sonntag der 6., Samstag der 12., Sonntag der 13., Freitag der 18., Samstag der 19., Dienstag der 22. und Freitag der 25. November jeweils um 20 Uhr im Theater- und Kulturstadel in Bargers Gasthof Sonne in Tarrenz.
Die Gespenster vom Tarrenzer Moor<br />
„Wenn d‘ Philomena in Schweinsbråte mit Knedl und Sauerkraut knåschle mecht wäard sie wieder ihr Bieß in ihr Maul einchetian miaße!“
Die Gespenster vom Tarrenzer Moor<br />
Ist die hübsche Lena diejenige, als die sie sich ausgibt oder spielt sie ein falsches Spiel, das die wohlhabende obergescheite Vevi Veichtl zu durschauen glaubt. Sie ist aber am Holzweg, denn später offenbart Lena eine alle überraschende Wahrheit.
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