Rundschau - Oberländer Wochenzeitung
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Die Starkenberger gedachten Andreas Hofer

Gedenkgottesdienst und Kranzniederlegung zu seinem 212. Todestag

Jedes Jahr um den Todestag Andreas Hofers wird mit diversen Feiern seiner Erschießung in Mantua am 20. Februar 1810 gedacht: Mit der „Andreas Hofer Landesfeier“ in Meran, der „Andreas Hofer Feier“ in Mantua und dem „Andreas Hofer Gedenken“ in Innsbruck. Aber nicht nur auf höchster Ebene wird die Erinnerung an den Tiroler Freiheitshelden hochgehalten, auch bei den sieben Schützenkompanien des „Schützenbataillon Starkenberg“.
22. Feber 2022 | von Ewald Krismer
Die Starkenberger gedachten Andreas Hofer
Den Oberbefehl über die Feierlichkeit hatte Bataillonskommandant und Kommandant der Tarrenzer Schützen Major Ralf Zoller. In Reih und Glied aufgestellt hatten sich Bataillonspräsident Marcus Wörle, Bürgermeister Stefan Rueland, Bataillonsehrenmajor Franz Kranewitter und Bezirkskommandant Major Norbert Rudigier (v.l.).  RS-Foto: Krismer
Von Ewald Krismer

Das Schützenbataillon Starkenberg mit seinen Kompanien Imst, Imsterberg, Karres, Karrösten, Nassereith, Obsteig und Tarrenz ist das einzige im Bund der Tiroler Schützenkompanien, das jedes Jahr auch ein „Andreas Hofer Gedenken“ durchführt. Jährlich abwechselnd waren heuer wieder die Tarrenzer an der Reihe. Zur Feier – mit der von Pfarrer Josef Ahorn und Pfarrassistent Lorand Veress zelebrierten Gedenkmesse und der Kranzniederlegung – ausgerückt waren neben der veranstaltenden Kompanie aus Tarrenz Fahnenabordnungen aus den anderen sechs Ortschaften sowie die Musikkapelle Tarrenz. Als Ehrengäste geladen waren Bezirkskommandant Major Norbert Rudigier, Bataillonsehrenmajor Franz Kranewitter und Bataillonspräsident Marcus Wörle. Das offizielle Tarrenz war vertreten durch einige Mitglieder des noch bis kommenden Samstag, 24 Uhr, amtierenden Gemeindeparlaments mit Bürgermeister Stefan Rueland, der in Namen der Gemeinde anschließend alle Beteiligten zum Mittagessen in Bargers Traditionsgasthof Sonne
einlud.

WIE HOFERS GEBEINE NACH INNSBRUCK KAMEN. Über die Geschichte um Andreas Hofer braucht nichts mehr geschrieben werden; die dürfte mittlerweile jedem Tiroler hinlänglich bekannt sein. Wem aber fast nie gedacht wird, ist Georg Hauger, dem es zu verdanken ist, dass die Gebeine Andreas Hofers von Mantua in die Innsbrucker Hofkirche überführt worden sind und dort bis heute als Reliquien verehrt werden können. Wer aber war Georg Hauger? Das Licht der Welt erblickte der spätere Kaiserjägeroffizier am 23. Januar 1792 in Freiburg im Breisgau (heute Baden-Württemberg, damals bis zum Wiener Kongress 1815 Vorderösterreich oder österreichische Vorlande). Schon während seiner Studienzeit an der Universität Freiburg schloss sich Hauger 1809 dem Tiroler Aufstand an. Im Zuge diverser Kampfhandlungen zeichnete er sich immer wieder aus; einige siegreiche Entscheidungen werden ihm zugeschrieben. Ab 1816 gehörte er dem Tiroler Kaiserregiment an, mit dem er beim Rückmarsch von Kriegshandlungen in Neapel am 9. Januar 1823 nach Mantua kam. Dort ließ er sich vom Totengräber das Grab Andreas Hofers zeigen, der dort bekanntlich am 20. Februar 1810 hingerichtet worden war. Hauger ließ die Gebeine Andreas Hofers exhumieren und nach Innsbruck in die Hofkirche überführen, wo sie am 21. Februar 1823 wieder beigesetzt wurden. Dieses geheime Vorgehen geschah ohne Wissen des Kaiserhauses. Strafandrohungen blieben aber ohne Folgen, da Hauger später bereits in den zivilen Staatsdienst gewechselt war, wo er als Strafhausverwalter in Laibach, Linz und Leopoldstadt seinen Dienst versah. Georg Hauger starb am 13. November 1859 in Wien und wurde auf dem dortigen Sankt Marxer Friedhof beerdigt. 1935 wurden seine Gebeine ebenfalls exhumiert, in die Innsbrucker Hofkirche überführt und dort an der Seite Andreas Hofers wieder bestattet.
Die Starkenberger gedachten Andreas Hofer
Das Porträt Georg Haugers in der Andreas Hofer Galerie des Kaiserjägermuseums am Bergisel in Innsbruck. Foto: Archiv Krismer
Die Starkenberger gedachten Andreas Hofer
Das Grabmal Andreas Hofers in der Innsbrucker Hofkirche von Johann Nepomuk Schaller (*1777, †1842 in Wien) in dem seit 21. Februar 1823 seine Gebeine bestattet sind. Foto: Archiv Krismer

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