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Imst | Chronik | 21. September 2021 | Gebi G. Schnöll

Geisterfahrt mit Sattelzug auf A12 bei Roppen

Geisterfahrt mit Sattelzug auf A12 bei Roppen
Der Traktorlenker aus Baden-Württemberg muss nach seiner Irrfahrt auf die A12 mit einer saftigen Strafe rechnen. Foto: zeitungsfoto.at
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Zwei Asfinag-Mitarbeiter wurden zu „Helden der Nacht“ – Deutscher verirrte sich bei Zirl mit Traktor auf die Autobahn

Gleich zwei Fahrzeuglenker musste die Autobahnpolizei im Laufe der vergangenen Woche im Oberland von der A12 holen. In der Nacht auf Dienstag fuhr ein 61-jähriger Fernfahrer aus Bosnien-Herzegowina am Knoten Ötztal mit einem Sattelzug falsch auf die Autobahn auf und war zweieinhalb Kilometer weit als Geisterfahrer unterwegs, am Mittwoch verirrte sich ein Deutscher mit seinem Traktor-Wohnwagengespann bei Zirl auf die A12.
Von Gebi G. Schnöll

Der 61-Jährige war in der Nacht auf vergangenen Dienstag vom Brenner kommend auf der A12 in Richtung Oberland unterwegs. Kurz vor Mitternacht wurde er am Knoten Ötztal mit seinem Schwerfahrzeug von der Autobahn abgeleitet, weil der Roppner Tunnel in Fahrtrichtung Westen wegen Reinigungsarbeiten die ganze Nacht über gesperrt war. Der Mann aus Bosnien-Herzegowina sollte die Fahrt über die B171 bis nach Imst fortsetzen und dort wieder auf die A12 auffahren. Er entschied sich aber anders: Beim Kreisverkehr auf der Ötztaler-Höhe wendete der 61-Jährige den Sattelschlepper und fuhr wieder in Richtung Autobahn zurück. Dann passierte ihm ein fataler Fehler. Er fuhr über die falsche Rampe auf die A12 auf und war circa zweieinhalb Kilometer als Geisterfahrer unterwegs, ehe ihn die beiden Asfinag-Mitarbeiter Markus Ferrari und Reinhard Pastl beim Ostportal des Roppner Tunnels – dort war die Ampel bereits auf Rot geschaltet –stoppen konnten. 

„HELDEN DER NACHT!“ Ferrari und Pastl waren mit ihren Asfinag-Fahrzeugen im vorderen Bereich der gesperrten Röhre mit Reinigungsarbeiten beschäftigt, als sie den Funkspruch des Lenkers eines Kehr-Lkw mitbekamen, der den falsch aufgefahrenen Sattelschlepper zuerst bemerkt und sofort die Tunnelwarte und die Autobahnpolizei verständigt hatte. Die beiden Asfinag-Beschäftigten zögerten keine Sekunde und sprangen über die Mittelleitplanke zur Gegenfahrbahn, wo sie dem herannahenden Lkw-Lenker mit Handzeichen signalisierten, dass er anhalten soll. Markus Ferrari musste sich sogar auf die Fahrbahn stellen, um den Geisterfahrer zum Anhalten zu zwingen. „Wir haben über die gegebene Situation nicht lange nachdenken können und einfach instinktiv gehandelt. Im Tunnel hätte es bei einem Zusammenstoß mit einem anderen Fahrzeug unter Umständen Verletzte und möglicherweise auch Tote geben können“, sagt Markus Ferrari, der über die Gefahren auf der Autobahn bestens Bescheid weiß. Der Lenker des Sattelschleppers gab der Polizei gegenüber an, dass er vom Navi falsch auf die Autobahn geleitet worden sei. Diese Rechtfertigung half ihm allerdings nicht. Er musste eine Sicherheitsleistung in Höhe von 1.200 Euro erbringen, zudem ordnete die BH Imst die Abnahme seines Führerscheins an. Ein Alkotest ist beim 61-Jährigen negativ verlaufen. 

MIT TRAKTOR AUF DIE A12. Mittwochabend mussten die Streifen der Autobahnpolizei Imst und Schönberg zu einem weiteren Einsatz ausrücken, der unter „nicht alltäglich“ eingestuft werden darf. Ein Mann aus Baden-Württemberg ist beim Knoten Zirl-Ost mit seinem Traktor-Wohnwagengespann irrtümlich auf die A12 aufgefahren. Als der Deutsche seinen „Fahrfehler“ bemerkte, blieb er auf dem Pannenstreifen stehen und wartete dort auf die Polizei, die ihn über die Abfahrt Zirl-West von der A12 holte. Der Mann wurde bei der zuständigen Behörde zur Anzeige gebracht.
Geisterfahrt mit Sattelzug auf A12 bei Roppen
Das Ostportal des Roppner Tunnel: Der 61-Jährige (r.) war mit dem Sattelschlepper auf der falschen Fahrspur in Richtung Imst unterwegs und konnte gestoppt werden, bevor er in den Gegenverkehrs-Tunnel (l.) eingefahren ist. Danach wurde er über die Asfinag-Betriebsauffahrt auf die richtige Fahrbahn zurückgeleitet.  RS-Foto: Schnöll
Geisterfahrt mit Sattelzug auf A12 bei Roppen
Wurden zu „Helden der Nacht“: Die Asfinag-Bediensteten Reinhard Pastl und
Markus Ferrari stoppten den „Geister-Fernlaster“. Foto: ASFINAG
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