Rundschau - Oberländer Wochenzeitung
Imst | Chronik | 18. März 2020 | Mel Burger

Lawinen-Meisterschaft für vier Pfoten

Bei der ersten Lawinen-Meisterschaft im Pitztal zeigten Rettungshunde aus zahlreichen Ländern ihr Können im Notfall. Im Bild: Jantine Boerrigter und ihr dreijähriger Schäfer Andy, der die Such- und Flächenbewerbe für sich entscheiden konnte. RS-Foto: Burger
Das Holländische Team hinter dem dreijährigen Rüden Andy war besonders stolz auf den Vierbeiner. RS-Foto: Burger
Die weiteste Anreise hatte die Finnin Susanna Dawela mit ihrer Wolfshündin Lexi, mit der sie auf Schneeschuhen die langen Strecken zurücklegte. RS-Foto: Burger
Spielerisch versucht man, den Hunden die Arbeit näher zu bringen und dadurch freuten sich die Vierbeiner über die kühle Möglichkeit, die Landschaft zu erschnüffeln. RS-Foto: Burger
Absolut beste Schneebedingungen machten die Suchstationen extrem abwechslungsreich, so auch für das Schweizer Team. RS-Foto: Burger
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Internationale Lawinenhunde-Meisterschaft im Pitztal



Die erste Lawinen-Meisterschaft für Rettungshunde und ihre Leinenführer wurde am Wochenende nach einem einwöchigen Workshop im hinteren Pitztal ausgetragen. Besondere Witterungsbedingungen und ein anspruchsvolles Gelände standen den Teilnehmern zur Verfügung.



Von Mel Burger



Leider musste auch aufgrund von Corona und den daraus resultierenden Absagen von Teilnehmern aus weit entfernteren Ländern die Weltmeisterschaft der Lawinenhunde abgesagt werden. Darauf hin entschieden sich die Veranstalter, der Rettungshundeverband Österreich, und die bereits angereisten Teams aus Österreich, der Schweiz, Deutschland, Finnland, Russland und Holland, die bereits schon eine Woche vor dem angedachten Termin für Kurse und  Vorbildungen anreisten waren, für eine Verlängerung der Unterrichtseinheiten sowie der Erweiterung des Programms und der ersten Austragung einer Internationalen Meisterschaft der Lawinen- und Rettungshunde für die 35 qualifizierten Teams.


Das Holländische Team hinter dem dreijährigen Rüden Andy war besonders stolz auf den Vierbeiner. RS-Foto: Burger


Workshop


So wurden die täglichen Trainingseinheiten der unterschiedlichsten Teams zu Lerneinheiten der Hunde sowie zum Erfahrungsaustausch für ihre Leinenführer. In den Bereichen Fährte, Trümmer und Fläche wurden im Schnee die verschiedensten Szenarien nachgestellt und somit sehr real mit den Hunden erarbeitet. Ein ganz besonderer Ort ist durch seine unberührte Natur und Lage das Gebiet um  St. Leonhard im Pitztal. Die derzeitige Schneelage gibt den ganzen Übungseinheiten einen besonderen Rahmen. Viele Teams haben nie die Möglichkeit, auf solchen Untergründen zu arbeiten. Zwischen dem Lawinenhund und den Suchhunden gibt es verschiedene Ansätze, Verschüttete zu finden, so sind die nachgestellten Situationen im Pitztal eine besondere Herausforderung. An den unterschiedlichen Stationen wurden neben Gehorsam und Grundkommandos auch etliche Situationen im alpinen Bereich nachgestellt. So mussten die Hunde leicht verschüttete suchen und ausgraben, hinter Schneehügeln versteckte Personen finden oder schwierige Pfade für ihre Führer entdecken und sie sicher leiten.


Die weiteste Anreise hatte die Finnin Susanna Dawela mit ihrer Wolfshündin Lexi, mit der sie auf Schneeschuhen die langen Strecken zurücklegte. RS-Foto: Burger


Zukunft


Dem Präsidenten des Rettungshundeverbands Österreich, Hermann Kranz, ist es wichtig, auch Hunden, die normalerweise nicht auf Schnee agieren müssen, die Möglichkeit zum Leistungsvergleich anzubieten. Bei einer privaten Reise im Sommer mit seiner Frau und seinen eigenen Hunden besuchte er auch das Pitztal und war von der wunderschönen Gegend um den Riffelsee begeistert. Seine Frau Charlotte kann sich noch genau an den Moment erinnern, als sie zum ersten Mal vor dem malerischen Bild des eingebetteten Gebirgssees standen und ihr Mann direkt sagte, dass dies der ideale Ort für Lehrgänge sei. Nach vielen organisatorischen Herausforderungen, Bemühungen um Sponsoren und der Unterstützung durch den Pitztaler Tourismusverband gelang es letztes Jahr, die erste Weltmeisterschaft zu veranstalten. Die abgespeckte Variante einer Meisterschaft wurde jedoch nicht weniger ernst genommen und so wurde in den selben Kategorien gestartet. Viele junge Hunde konnten zum ersten Mal den Ernstfall proben. Am Fuße des Gletschers wurden drei große Flächen zur Suche von einzelnen Personen in kleineren Gebieten und zur Unterordnung zur Verfügung gestellt. Mit dem selbstlosen Einsatz und den zeitintensiven Ausbildungseinheiten sind die Teams, bestehend aus den Hunden mit ihren Hundeführern, gerade in unwegsamen Gelände eine große Bereicherung für die Rettung und Bergung verunglückter Personen. 


Spielerisch versucht man, den Hunden die Arbeit näher zu bringen und dadurch freuten sich die Vierbeiner über die kühle Möglichkeit, die Landschaft zu erschnüffeln. RS-Foto: Burger
Absolut beste Schneebedingungen machten die Suchstationen extrem abwechslungsreich, so auch für das Schweizer Team. RS-Foto: Burger
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