Rundschau - Oberländer Wochenzeitung
Imst | Chronik | 29. September 2020 | Gebi G. Schnöll

Polizist trickste Tankbetrüger aus

Polizist trickste Tankbetrüger aus
Der Roppener Polizist Simon Baumann setzt auch außerhalb der Dienstzeit seinen Spürsinn ein. Das wissen jetzt auch zwei Slowaken. Foto: Schnöll
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Simon Baumann erkannte ungültiges Kennzeichen und stellte zwei Slowaken das „Gratis-Tanken“ ein

Simon Baumann aus Roppen ist offenbar ein ganz besonders aufmerksamer Polizist. Vor etwas mehr als einem Jahr ertappte er im Sellraintal gemeinsam mit Beamten der PI Kematen drei Italiener, die in einem Auto versteckt 63 Kilogramm Pilze über die Grenze nach „Bella Italia“ transportieren wollten, Dienstag vergangener Woche legte er mit seinem Spürsinn zwei slowakischen Tankbetrügern das Handwerk.
Von Gebi G. Schnöll

Die Polizei fahndete bereits seit Wochen nach zwei vorerst unbekannten Männern, die mehrmals bei den zwei Tankstellen auf der Ötztaler Höhe (Gemeinde Haiming), bei anderen Tiroler Tankstationen und auch in Niederösterreich einen Skoda vollgetankt hatten und die Rechnung schuldig geblieben sind, indem sie sich nach dem Tankvorgang ins Auto setzten und davonbrausten. Bald stellte sich heraus, dass die an dem Fahrzeug angebrachten und von Überwachungskameras gefilmten deutschen Überstellungskennzeichen ungültig und von der deutschen Polizei als gestohlen gemeldet sind.  Dienstag vergangener Woche war dann bei der Gutmann-Tankstelle auf der Ötztaler Höhe Endstation der „Sprit(z)tour“. Dafür sorgte Simon Baumann, der nach seiner Dienstzeit an der PI Kematen nun die Polizei in Oetz verstärkt. Kurz nach 15 Uhr war der Roppner mit seinem Auto zur PI Oetz unterwegs, um dort seinen Dienst anzutreten. Als er in Richtung des B186-Kreisverkehrs fuhr, entdeckte er auf der Zu- und Abfahrtsstraße zur Hofer-Filiale einen Skoda mit einem deutschen Überstellungskennzeichen, das ihm sehr bekannt vorkam. „Ich fuhr vom Kreisverkehr sofort in Richtung der Gutmann-Tankstelle zurück und entdeckte dort den Wagen bei den Zapfsäulen, die am weitesten vom Tankstellen-Shop entfernt sind. Der Lenker betankte das Auto, ein zweiter Mann saß am Beifahrersitz“, erzählt Baumann.  Der junge Polizist legte sich auf dem Tankstellengelände etwas abseits in seinem Wagen auf die Lauer und verständigte per Handy seine Polizeikollegen. „Als der Mann das Auto betankt hatte, stieg er ein und wollte ohne zu bezahlen wegfahren. Da fuhr ich mit meinem Auto direkt vor seinen Wagen, um die Abfahrt zu verhindern. Der Lenker hupte und forderte mit seinen Armen wild gestikulierend, dass ich wegfahren solle. Als ich dann aus meinem Auto ausgestiegen bin und er meine Polizeiuniform sah, hat er wohl bemerkt, dass da etwas schiefgelaufen ist“, schildert der Polizist gegenüber der RUNDSCHAU. 

COURAGIERTES VERHALTEN. Der Gesetzeshüter fragte den Skoda-Lenker, warum er die Tankfüllung nicht bezahlt habe. „Habe ich vergessen“, antwortete der Mann, der anschließend sofort Baumanns Aufforderung nachkam, die Tankrechnung im Shop zu begleichen. „Für mich war es einfach wichtig, Zeit zu gewinnen, bis die Polizeistreifen aus Oetz und Silz bei der Tankstelle eintrafen“, erzählt Baumann. Die alarmierten Polizisten waren wenig später vor Ort und nahmen die beiden Tankbetrüger fest. Dabei handelt es sich um zwei Slowaken (32 und 34 Jahre), die im Bezirk Imst wohnen und auch arbeiten. Beide zeigten sich bei der Einvernahme geständig, Grund für die Treibstoffdiebstähle dürften wohl finanzielle Probleme gewesen sein. „Dem Duo konnten bis dato zwölf Tankbetrügereien nachgewiesen werden“, weiß Simon Baumann, der vom Oetzer Postenkommandanten Michael Haid, aus dem Bezirkspolizeikommando und aus der Landespolizeidirektion viel Lob für seine außerdienstliche Aufmerksamkeit erhielt. Die beiden Slowaken wurden nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft Innsbruck auf freiem Fuß angezeigt. 
Polizist trickste Tankbetrüger aus
Mindestens zwölf Mal zog die Masche: Vor dem Tankbetrug wurden die gültigen slowakischen Kennzeichen (l.) mit gestohlenen deutschen Überstellungskennzeichen überdeckt, um so Aufnahmen der Überwachungskameras wertlos zu machen. Foto: Polizei
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