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Imst | Chronik | 16. Juli 2019 | Klara Fritz

Wälder im Klimastress

Willi Schatz, Bürgermeister von Karres, Andreas Pohl und Katrin Eisenstecken (Bundesforstinspektion Imst) und Manuel Flür (Verein Regio Imst) zeigen in Karres, was hier für den Klimaschutz geplant ist. RS-Foto: Heiss
Andreas Pohl möchte das Thema Baumsterben aufgrund von Käferbefall und Klimaänderungen stärker in das Bewusstsein der Bevölkerung rücken. RS-Foto: Heiss
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6800 Bäume und Sträucher für den Bezirk Imst


Es ist ein doppeltes Spiel: Das weltweite Klima wird maßgeblich von den Wäldern beeinflusst, umgekehrt sind aber auch die Wälder stark vom Klima geprägt. Diesen Veränderungen müsse man entgegenwirken, erkennen auch die Bezirksforstinspektion Imst, der Waldpflegeverein Imst und Tirol sowie die umliegenden Gemeinden.

Von Barbara Heiss

„Wälder gelten als wichtige Landschaftselemente, die zahlreiche Funktionen für die Menschen, aber auch für die Flora und Fauna erfüllen. Die Erhaltung des Waldes und seiner Wirkungen kann daher nur eine Hauptzielsetzung sein. Allerdings können sich die Wälder nur langsam an die bestehenden Veränderungen des Klimas anpassen“, fasst Andreas Pohl, Leiter der Bezirksforstinspektion Imst, die Beweggründe für das Projekt „Zukunftsfitte Landschaftselemente – Vielfalt fördern“ zusammen. Die drei Teilprojekte, die vom Waldverein Imst sowie Tirol und der Stadtgemeinde Imst getragen werden, werden in 13 Gemeinden des Bezirks Imst realisiert. Die steigenden Temperaturen führen unter anderem zu längeren Trockenphasen und unregelmäßigen Niederschlägen. Dies setze vor allem den Bäumen in den Tieflagen zunehmendem Stress aus. Jene Baumarten, die eine geringere Anpassungsfähigkeit an klimatische Veränderungen besitzen, werden zunehmend anfälliger für Krankheiten und Schädlinge.
Fichte und kiefer in Gefahr. Vor allem der Kiefer an der Südseite des Tschirgant und der Fichte setze das Klima zu. „Das Absterben der Kiefer ist Tatsache – da reicht das Ausräumen alleine nicht mehr. Auch Schädlinge wie der Borkenkäfer machen sich an die durch das Klima geschwächten und labilen Bäume heran“, erklärt Andreas Pohl. Besonders erschreckend: Der Schadholzanteil lag noch vor einigen Jahren im Bezirk Imst bei rund acht bis zehn Prozent – dies habe sich mittlerweile auf rund 38 Prozent gesteigert, wobei 18 Prozent davon auf den Schädlingsbefall zurück fallen.

Andreas Pohl möchte das Thema Baumsterben aufgrund von Käferbefall und Klimaänderungen stärker in das Bewusstsein der Bevölkerung rücken. RS-Foto: Heiss

Maßnahmen

Die Initiative beinhaltet laubholzdominierte Waldinseln mit klimaresistenteren Baumarten in tieferen Lagen, möglichst gut verteilt über die gesamte Bezirksfläche. „In diesen Inseln pflanzen wir Baumarten, die sich an die neuen klimatischen Bedingungen besser anpassen können. Dazu gehören etwa die Eiche, der Bergahorn und die Weißtanne“, führt Katrin Eisenstecken aus. Rund 80 Zäune, die die Bäume vor Tieren schützen sollen, umranden diese Waldinseln. Das erklärte Ziel: Ausgehend von diesen Inseln sollen sich die Bäume selbständig vermehren und den bestehenden Wald somit ergänzen. Die größere Baumartenvielfalt soll somit für einen gesunden und stabilen Wald sorgen. Ihre endgültige Funktion werden diese Waldinseln also erst in einigen Jahrzehnten erfüllen. Zusätzlich soll auch der Waldrand in das Projekt miteinbezogen werden. Hier sollen Hecken und Sträucher den Tieren Schutz und Lebensraum bieten sowie Erholungsplätze für die Bevölkerung geschaffen werden. Der Verein Regio Imst begleitet das dreijährige Projekt und unterstützt die Projektgesamtkosten von rund 296.000 Euro mit einer 75-prozentigen Förderung.
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