Rundschau - Oberländer Wochenzeitung
Imst | Chronik | 14. September 2022 | Friederike Hirsch

„Wir grüßen die Heimat“

Rasant kamen die Tiere aus dem Timmelstal in Sichtweite. Erst nach dem ersten Übermut ging der Almabtrieb etwas gemütlicher vonstatten. RS-Foto: Hirsch
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Imst  Friederike Hirsch
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Almabtrieb in Zwieselstein – ein besonderes Fest

Der Almabtrieb in Zwieselstein ist eines jener besonderen Feste, das bäuerlichen Brauchtum für Einheimische und Gäste auf beeindruckende Art und Weise zeigt. Nachdem sich die Kühe den ganzen Sommer am saftigen Gras der Almwiesen erfreut haben, heißt es für die Nutztiere jeden September beim Almabtrieb „Zurück ins Tal“! Gelebte Tradition und farbenprächtiges Spektakel.
In vielen Orten in Tirol gibt es im Herbst Almabtriebe, bei denen das Vieh vom Sommeraufenthalt auf den Almen zurück in die heimischen Ställe kehrt. Auch in Zwieselstein zogen die Kühe aus dem Timmelstal und von der Gampe Thaya festlich geschmückt von den Sommeralmen zurück ins Tal. Ein großer Auftritt, der auch dieses Jahr wieder zahlreiche Besucher begeisterte. Die sichere Rückkehr der Tiere wurde mit kulinarischen Spezialitäten und Live-Musik zelebriert. Ein kleiner, aber feiner Bauernmarkt lud zum Stöbern, die Zwieselsteiner Bauern und Bäuerinnen verwöhnten mit heimischen Spezialitäten und die Musikkapelle Sölden machte mit ihrem Frühschoppen noch vor dem Eintreffen der Tiere Stimmung. Nach dem Eintreffen der Tiere spielte die Gruppe „Servus aus Tirol“ zum Tanz.
Der Almabtrieb. Zierten sich die Tiere am Anfang noch und wollten so gar nicht ins Tal, ging es dann Schlag auf Schlag. In rasantem Tempo sprangen sie so schnell ins Tal, dass die Hirten so ihre liebe Not hatten die Herde aufzuhalten. Nach dem ersten Übermut der Tiere trat bedächtiges „Flanieren“ durch die Menschenmenge ein. Gerade so, als ob jedes einzelne Tier wusste, dass es beim Abtrieb die Hauptrolle spielt. So manche Kuh trug fast schon stolz ihren festlichen Kopfschmuck aus Zweigen, Blumen, Gräsern, aufwendigen Stickereien, Kreuzen, Spiegeln und Glocken. Mit dem Kreuz bittet man um den Schutz des Himmels. Spiegel und Glocken sollen die bösen Geister abwehren. Begleitet vom Schnöllerverein Längenfeld, einer kleinen Kindergruppe und Musikanten kamen Mensch und Tier sicher ins Tal.

 
„Wir grüßen die Heimat“
Gampe Thaya Hüttenwirt Jakob Prantl auf dem Weg nach Zwieselstein, wo gemeinsam der erfolgreiche Almabtrieb gefeiert wurde. RS-Foto: Hirsch
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