Rundschau - Oberländer Wochenzeitung
Imst | Galerie | 3. März 2020 | Bogdan Dujic

Beherzter Abschied

Beim Auskehren oblag’s den Wifligsåcknern, Raum für den letzten Kråaß freizumachen, damit von den Hexen und Åltfrånken ordentlich „gezurft“ werden konnte. RS-Foto: Krismer
Wie beim Schemenlaufen führen auch beim Auskehren die Bären den Aufzug an. Über die Schustergasse kamen sie in die Innenstadt und begrüßten Zuschauer mit herzlichen Umarmungen. RS-Foto: Krismer
„‘S Hexenahle“ mit zwei ihrer vielen „Enkelen“ auf dem mühsamen Weg zum „Bånder“. Sie hatte zu kämpfen, beide Sprösslinge im Zaum zu halten. Flöhe hüten wäre einfacher gewesen. RS-Foto: Krismer
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Imst Bogdan Dujic
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Tosendes Auskehren in der „Imschter Schtådt“


Noch einmal wurde beim Auskehren in der „Imschter Schtådt“ so richtig Gas gegeben, um die Fåsnåchtszeit gebührend zu verabschieden. Viele Fåsnåchtler dürften traurig gewesen sein, dass sie nun zu Ende ist, manche aber ziemlich froh, dass wieder Normalität Einzug gefunden hat. Imst ist ja bekanntlich alle vier Jahre während des Schemenlaufens im Ausnahmezustand.


Von Ewald Krismer

Ausgangspunkt beim Fåsnåchtsauskehren am „Fåsnåchtserchtig“ war um 18 Uhr der Platz vor der Sparkasse. Alle warteten ungeduldig, bis es losging. Erst als die Bären und ihre Treiber von der Schustergasse heraufkamen und so wie beim Schemenlaufen den Aufzug anzuführen begannen, hieß es auch für die anderen, sich auf den Weg zum Gasthof Hirschen in die Oberstadt zu machen. Den ganzen Weg dort hinauf wurde von den einzelnen Gruppen allerlei Schabernack getrieben und die massenhaft gekommenen Zuschauer bekamen so einiges ab. Beim „Bånder“ angelangt hieß es für die Masken, zuerst eine Rast einlegen und sich in „Bånders Garasch“ mit fester und flüssiger Nahrung zu stärken.



Gestärkt zum letzten Auftritt

Mit frischen Kräften ging es dann wieder hinunter in Richtung Unterstadt, aber nicht ohne nochmals einen Kråaß zu bilden, um Platz für das „Zurfen“ (Kräftemessen mit Zuschauern durch Ziehen mit dem Hexenbesen oder mit einem Holzstab) zu schaffen. Roller und Scheller sind beim Auskehren nie mit von der Partie, wohl aber Bären, in ihrem Gefolge die Treiber und auch zwei Affen sowie Wifligsåckner, Turesåckner, Hexe und Åltfrånkspritzer. Die Wifligsåckner sorgen für genügend Platz, die Turesåckner treten als „Purjatzl“ mit einer hölzernen lärmenden Klapper auf, die Hexen „zurfen“ mit ihren Besen und die Åltfrånkspritzer lassen ihre Spritzen daheim, stattdessen „zurfen“ sie mit einem mitgebrachten kleinen Holzstab und einer Laterne in der Hand, mit der sie auch den Hexen beim „Zurfen“ leuchten und deshalb bei diesem Brauch auch „Zinter“ heißen. Die Bären widmen sich mit dumpfem Gebrüll den Zuschauern und umarmen sie – vorwiegend aber die weiblichen. Früher drohte den Hexen im Falle einer Niederlage, über Nacht in einem Stall eingesperrt zu werden, was logischerweise in der ganzen Stadt genügend Spott nach sich zog. In der heutigen Zeit ist dieser Brauch in Ermangelung von Ställen leider gänzlich abgekommen.


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