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Imst | Galerie | 24. August 2021 | Friederike Hirsch

Einst ein Kirchlein, heute ein Haus voll Glorie

Für Bürgermeister Jakob Wolf war es „ein Herzensanliegen“, die Feierlichkeiten zum Jubiläum der Pfarrkirche abhalten zu können. RS-Foto: Hirsch
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Bei Kaiserwetter wurde am Hohen Frauentag das 800-Jahr-Jubiläum der Pfarrkirche Umhausen nachgefeiert. RS-Foto: Hirsch
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Die Pfarrkirche „Sankt Vitus“ in Umhausen feiert ihren 800. Geburtstag stimmungsvoll nach

Fest gemauert in der Erde steht die Pfarrkirche Umhausen seit nunmehr 800 Jahren. Am Hohen Frauentag konnte endlich das Jubiläum gebührend gefeiert werden. Die Musikkapelle Umhausen, die Schützen und Fahnenabordnung der Feuerwehr verliehen dem Fest den feierlichen Rahmen. Kaiserwetter tat sein Übriges dazu.
Von Friederike Hirsch

Strahlend präsentierte sich das Wetter und die Pfarrkirche in Umhausen zur ersehnten 800-Jahr-Feier. Corona-bedingt mussten die Feierlichkeiten mehrmals verschoben werden. „Manchmal lohnt es sich, Geduld zu haben“, scherzte der Obmann des Pfarrgemeinderates Josef Auer angesichts des herrlichen Wetters. Gemeinsam mit Pfarrer Thaddäus Slonina, den Bürgermeistern der Gemeinde Umhausen, Längenfeld, Oetz und Sautens, den Traditionsverbänden und den zahlreichen Besuchern wurde das bemerkenswerte Jubiläum der Pfarrkirche mit Messe, Prozession, Agape und Frühschoppen begangen. Pfarrer Thaddäus Slonina verwies in seiner Predigt auf die große Bedeutung der Kirche in Tirol und im speziellen in Umhausen hin: „Von Generation zu Generation haben Menschen hier Gott gesucht und gefunden. 800 Jahre lang haben sie Heimat und Kraft gefunden. Seit hunderten von Jahren rufen die Glocken unserer Pfarrkirche zur Gemeinschaft auf und spenden Trost und Hoffnung.“ Er sprach von einer „farbigen, musikalischen Gemeinde, die ihre Kirche feiert“. Bürgermeister Jakob Wolf dazu: „Wer würde heute noch den Mut haben, so eine Kirche in Umhausen zu bauen? Unsere Kirche ist aber nicht nur ein Haus, sondern wir alle sind Kirche. Ich bin froh, dass wir so eine lebendige Gemeinde haben.“ Er bedankte sich bei allen, die zu dieser Jubiläumsfeier beigetragen haben. Alle helfenden Hände zu erwähnen, gelang selbst dem Bürgermeister nicht. Stellvertretend erhielten Traudi Auer, Hilda Frischmann und Angelika Praxmarer für die Verfassung einer umfassenden Festschrift und Helga Kapferer und Renate für ihr wertvolles Engagement einen Blumenstrauß überreicht.

DER HOHE FRAUENTAG UND EIN JUBILÄUM. Das Datum der Feierlichkeiten konnte besser nicht gewählt sein. Der Hohe Frauentag hat in Tirol eine ganz besondere Bedeutung. Das Fest Mariä Himmelfahrt ist hierzulande ein Landesfeiertag zum Gedenken an den Tiroler Widerstand im Jahr 1809. Vielerorts, so auch in Umhausen, werden am 15. August Prozessionen und Kräutersegnungen abgehalten. Einer Legende nach soll in dem Augenblick, in dem die Muttergottes in den Himmel aufgenommen wurde, ein wunderbarer Duft nach Kräutern und Blumen von ihrem Grab ausgegangen sein. Diese heilenden Kraftquellen in der Natur in Verbindung mit christlicher Spiritualität spannten den Bogen von 1220 bis heute. Die Prozession erinnerte nicht nur an Kriege, sondern auch an „Unserer Hohen Frau von Tirol“, die die Kirche von Umhausen in Zeiten der Not von Muren, Hochwasser und Gletscherausbrüchen beschützt hat. 

DER HEILIGE VITUS. Die gotische Pfarrkirche Umhausen, geweiht dem heiligen sizilianischen Märtyrerknaben, dem heiligen Vitus, wird bereits im Jahre 1220 erwähnt und ist die älteste Kirche des Ötztals. Vitus oder Veit zählt zu den 14 Nothelfen und ist ein vielbeschäftigter Heiliger gegen allerlei Krankheiten. Der Legende nach gaben seine Eltern Veit als Kind einer Amme und deren Mann zur Erziehung, die ihn im christlichen Glauben unterrichteten. Als sein Vater davon erfuhr, wollte er seinen Sohn vom Glauben abbringen und später umbringen. Veit aber blieb standhaft und floh. Anlässlich der Jubiläumsfeiern zeigte die Theatergruppe Vorderes Ötztal ein selbstgeschriebenes Stück, dessen Hauptdarsteller „Vitus“ heißt. „Einmal Hölle und zurück“ wurde am Festtag letztmalig aufgeführt. 
Einst ein Kirchlein, heute ein Haus voll Glorie
Die älteste Kirche im Ötztal zeigt sich nach den ersten Renovierungsarbeiten im neuen Glanz. RS-Foto: Hirsch
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