Von Friederike Hirsch
Auskehren – das ist sozusagen die kleine Fåsnåcht. Sie findet ohne Roller und Scheller statt, die Hexenmutter trägt die Gesamtverantwortung. Punkt 18 Uhr startete auch heuer der Aufzug ab Lain mit den Laberagruppen und den Aufzugs-Wagelen. Es folgten die Bärenbande mit ihrem Wagen und die Hexen samt Hexenwagen, sowie die Zinter und Wifligsacknern. Schölfelermusik und Schölfelerwagen bildeten den Abschluss.
„Ausantere“
Die vier Labaratruppen beim Auskehren sind derzeit die „Zylinder“- und die „Gögslelabara“, die „Junglabara“ und die „Labara Vier“ – beim Schemenlaufen jedoch zieht nur ein solcher Trupp durch die Stadt. Beim Auskehren ziehen sie von Gasthaus zu Gasthaus und tragen eine Geschichte vor, welche eine peinliche Panne, ein Missgeschick oder die saftige Blamage eines Imsters zum Inhalt hat.
„Zurfen“
Es handelt sich um eine Kraftprobe, vornehmlich zwischen Hexen und den Zuschauern. Keck streckt eine Hexe ihren Besen einem Zuschauer entgegen und fordert ihn dazu auf, seine Kräfte mit ihr zu messen. Geklärt werden soll, wer der Stärkere ist. Und das ist normalerweise die Hexe. Am „Zurfen“ beteiligen sich auch die Sackner und die Altfrankspritzer, die beim Auskehren ihre Spritzen daheim gelassen und sie gegen ein kleines Stäbchen getauscht haben, mit dem sie nun „zurfen“.
„Letschter Muatertag“
Seit nunmehr 25 Jahren ist Bernhard Gritsch die „Hexenmuater“. Frau Mutter Gritsch war beim Auskehren immer der wichtigste Mann, verantwortlich für alles. Auskehr-Chefin, Ansprechpartnerin für alle Fåsnåchtler und Hauptfigur in Imst. Doch dieses Jahr hat sich Bernhard Gritsch verabschiedet. Er wird als die wohl längst dienende Hexenmutter aller Zeiten in die Imster Regionalgeschichte eingehen. In Zukunft wird Philipp Larcher das bedeutungsvolle Amt übernehmen. In der aktuellen Schölferlerzeitung war zu lesen: „Falls die Hexenmuater nun zur Hexennale werden sollte, dann wünschen wir ihr auch in dieser neuen Rolle alles Gute für die Zukunft.“