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Imst | Glanzlichter | 22. Oktober 2019 | Sabine Schretter

Der letzte Tschick

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Liebe Freunde des Rauchverbotes!


Am Donnerstag, dem 31. Oktober, werde ich bei meinem Lieblingswirt im Wintergarten sitzen. Und genüsslich ein paar Zigaretten rauchen. Vielleicht sogar bis die Schachtel fertig ist. Denn am nächsten Tag, dem 1. November, ist Schluss mit dem blauen Dunst in unseren Gastronomiebetrieben. Ich werde meinen letzten Rauchertag zum denkwürdigen Abend erklären. Philosophisch in mich kehren. Und mir grundsätzliche Fragen stellen. Wie zum Beispiel: Höre ich jetzt doch endlich auf mit dem Qualmen? Oder gehe ich nicht mehr ins Gasthaus? Aus Gründen der Volksgesundheit wäre wohl beides das Beste. Aber ich bin ein geselliger Mensch. Und stelle das Miteinander lieber vor das Gegeneinander. Beim Rauchen freilich ist jetzt nicht einmal mehr das Nebeneinander möglich. Wahrscheinlich haben uns das Leute eingebrockt, die selbst nie im Wirtshaus waren. Denen ist wohl auch das drohende Gasthaussterben wurscht. Ihr Ziel ist es, alt zu werden und gesund zu sterben. Aus, basta. Deshalb planen sie wohl schon den nächsten Coup gegen die Gemütlichkeit. Das generelle Alkoholverbot in allen öffentlichen Gebäuden! Natürlich auch in den Bars und Restaurants. Denn Bier, Wein und Schnaps sind ja mindestens gleich gesundheitsgefährdend wie das Nikotin. Schließlich wollen wir ja gleiche Rechte für alle. Und da widerspricht das Verbieten des Tschickens bei gleichzeitigem Erlauben des Saufens streng betrachtet wohl dem Gleichheitsgrundsatz. Und warum soll die Leber toleranter behandelt werden als die Lunge? Sei es, wie es sei. Ich persönlich werde jetzt mehr mit dem Hund spazieren gehen. Mich mit dem Leinenzwang beschäftigen. Und stiller werden. Denn es könnte sein, dass gegen Lästermäuler wie mich bald ein Maulkorb erlassen wird…


Meinhard Eiter

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