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Imst | Glanzlichter | 20. Oktober 2020 | Meinhard Eiter

Die Null-Euro-Aktie

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Liebe Freunde des Staatshaushaltes!

Unser Finanzminister Gernot Blümel legte jüngst dem Parlament ein Budget vor, das Ausgaben von 97 Milliarden Euro, aber nur Einnahmen von 76 Milliarden Euro vorsieht. Das heißt: Fast jeder vierte Euro, den der Bund nächstes Jahr ausgeben wird, ist nicht gedeckt. Diese Zahlen sind röter als die Corona-Ampel! Jedes Privatunternehmen, das so haushaltet, stünde vor dem Konkurs. Der Staat freilich muss das Gemeinwohl im Auge behalten. Im Gegensatz zu Betrieben wie dem Kristallriesen Swarovski, der tausende Mitarbeiter abbaut, kann eine Regierung in Notzeiten Schulden machen. Der einst so beliebte Propagandabegriff des Nulldefizits wird da halt kurzfristig schubladisiert. Im Zuge von Firmenkrisen las ich zuletzt immer wieder, dass sich die sogenannte Realwirtschaft zusehends in eine Finanzwirtschaft entwickelt. Als Laie weiß ich nicht, was das genau bedeutet. Aber ich vermute Folgendes: Statt auf Produktion setzen wir weltweit mehr auf Spekulation! Um in etwa eine Ahnung zu haben, was da abgeht, entdeckte ich im Internet jüngst eine interessante Geschichte. Eine findige Souvenir-Firma bietet Münzen und Scheine ohne faktischen Geldwert feil. Aktuell der Renner ist die Null-Euro-Banknote mit dem Kopf von Altkanzler Bruno Kreisky. Die kann man sich online um fünf Euro plus Versandkosten von 2,95 Euro bestellen. Die Sache ist genial. Da man ja Null mit Nichts multiplizieren kann, ist der konkrete Gewinn nicht nur fast das Achtfache des Realwertes, sondern absolut unermesslich. So gesehen ist es ein Glücksfall, dass unser Finanzminister an der Uni nicht nur Wirtschaft, sondern auch Philosophie studiert hat. Jetzt, wo wir alle auf Medikamente warten, ist die Dividende aus Null eine echte Beruhigungs-
tablette!

Meinhard Eiter
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