Rundschau - Oberländer Wochenzeitung
Imst | Glanzlichter | 17. September 2019 | Sabine Schretter

Einfach nur loslassen

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Liebe Freunde der Gelassenheit!


Noch ein paar Tage. Dann ist der Spuk wieder vorbei. Was unsere Politiker vor der Wahl so alles von sich gelassen haben, können wir bald wieder hinter uns lassen. Wer sich auf die vielen Diskussionsrunden und TV-Duelle eingelassen hat, der muss von diesem Hobby bald wieder ablassen. Und sich auf etwas Neues einlassen. Zum Beispiel Koalitionsverhandlungen. Diese werden einiges zulassen. Und uns mitunter vergessen lassen, was die Parteien vor der Wahl so alles an Meldungen rausgelassen haben. So mancher Volksvertreter wird uns bald etwas anderes wissen lassen, als er noch vor wenigen Wochen hinterlassen hat. Da heißt es dann: Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern? Oder: Aus heutiger Sicht lässt sich die Sache auch anders betrachten. So wird die Verlässlichkeit, gepaart mit der Vergesslichkeit, zur Lässlichkeit. Quasi zur verzeihlichen Sünde. Doch vorerst lassen wir mal den Wahltag auf uns zukommen. Mit welcher Partei soll ich mich einlassen? Wer lässt mich am meisten hoffen, dass Dinge, die ich nicht will, jedenfalls nicht zugelassen werden? Was soll man die Politik überhaupt noch tun lassen? Wäre es nicht besser, vieles einfach so sein zu lassen, wie es ist? Statt völlig ausgelassen ständig etwas loszulassen, könnten wir manches einfach weglassen. Zum Beispiel Plakate, Slogans, Fernsehdiskussionen. Oder überhaupt die immer öfter stattfindenden Neuwahlen. Und die politischen Debatten am Stammtisch. Dort sind ja wir selbst oft nicht minder herablassend als die, die man auf uns loslässt. Ich persönlich bin total gelassen. Mein Kopf und meine Hand wissen bereits, in welchem Kreis ich mein Kreuz hinterlasse. Und wenn das etwas nützt, werde ich ausgelassen feiern!


Meinhard Eiter


 
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