Rundschau - Oberländer Wochenzeitung
Imst | Glanzlichter | 3. März 2020 | Sabine Schretter

Keine Fledermaus-Suppe!

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Liebe Freunde der Seuchenbekämpfung!



Der Übergang vom närrischen Faschingstreiben in die nachdenkliche Fastenzeit war selten so dramatisch wie heuer. Seit das Coronavirus grassiert, geht die Angst um. Und der Spaß hat ein gewaltiges Loch. Egal, ob wir Zeitung lesen, Fernsehschauen, im Internet surfen oder unser Handy einschalten. Wir sehen und hören nur noch: Corona. Und gemeint ist damit nicht das aus Mexiko stammende gleichnamige Bier. Wir sind ratlos. Trotz einer riesigen Fülle an Informationen weiß niemand, was genau er tun soll. Außer vielleicht: So oft wie möglich Hände waschen. Ich habe tiefer recherchiert. Und weiß jetzt auch: Wir sollten den Verzehr von Schlangen, Fledermäusen und anderen seltenen Delikatessen wie Krokodilen oder Füchsen einstellen. In China, Indonesien, Thailand oder auch Vietnam stehen diese Schmankerln als Spezialitäten auf der Menükarte. Laut neuesten Forschungen könnte aber genau das der Auslöser für die jetzt drohende Epidemie sein. So gesehen ist gut, dass wir jetzt Fastenzeit haben. Da fällt das Verzichten ja traditionell leichter. Auch wenn die Händler in Jakarta, die derlei Zutaten vertreiben, beruhigend sagen, die Fledermaus-Suppe sei keine Gefahr, wenn sie wirklich bei hohen Temperaturen gekocht wird, greife ich im Moment nicht zum Löffel, der mich solches schlürfen lässt. Auch das schmackhaft klingende Kobra-Blut von gehäuteten Schlangen kommt mir bis auf weiteres nicht in den Kühlschrank. Schlechte Nachrichten gibt es übrigens nicht nur für die Freunde exotischer Speisen. Auch beim Küssen wird zur Vorsicht gemahnt. Das ist natürlich ein schwerer Schlag gegen die Bussi-Bussi-Gesellschaft. Das trifft mich nicht besonders hart. Diesbezüglich wasche ich meine Hände in Unschuld.



Meinhard Eiter


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