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Imst | Glanzlichter | 19. Oktober 2021 | Meinhard Eiter

Kurzzeitgedächtnis

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Liebe Freunde der humoristischen Betrachtung von Politikern!

Dieser Tage erhielt ich eine Zuschrift, in der ein Leser als Reaktion auf meine jüngste Kolumne mit dem Titel „Bananenrepublik“ mein Kurzzeitgedächtnis anzweifelte. Konkret meinte der Mann, man müsse, wenn man das Verhalten aktueller Volksvertreter beschreibe, doch auch an frühere Skandale denken. Der Rücktritt unseres Kanzlers basiere lediglich auf Verdachtsmomente. Ehemalige Aufreger, wie der Fall Lucona, hätten zu Verurteilungen geführt, was letztlich eine andere Dimension sei. Mein Leser wollte mir damit wohl sagen: Politiker aller Parteien haben Dreck am Stecken. Das mag stimmen, kann aber keinesfalls ein Freibrief für das aktuelle Fehlverhalten sein. Denn eigentlich sollten wir aus unserer Geschichte lernen. Egal, ob der rote Vergabeskandal um das Allgemeine Krankenhaus in Wien, die gerichtlichen Anklagen gegen die einstigen Minister Grasser und Strasser oder der blaue Fall Ibiza – alle diese Ereignisse haben neben der rechtlichen auch eine politische und vor allem eine moralische Dimension. Dabei ist es natürlich menschlich verständlich, dass man an die jeweils anderen erinnert, wenn es aktuell die eigene Gesinnungsgemeinschaft trifft. Doch selbst dabei gibt es feine Nuancen. Jetzt, wo die Türkisen im Fokus der satirischen Betrachtung stehen, betonen immer mehr Schwarze, dass sie in der gemeinsamen Familie eher zu den entfernteren Verwandten zählen. Wobei wir prompt wieder beim Kurzzeitgedächtnis wären. So manches ÖVP-Mitglied, das noch vor Tagen voll und ganz hinter dem System Kurz stand, geht mittlerweile auf Abstand. Womit wir bei der Mutter der Vorsicht, der Porzellankiste, wären. Die gibt es in allen Farben. Und ist zerbrechlich. Wie die Unschuldsvermutung.

Meinhard Eiter
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