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Imst | Glanzlichter | 27. September 2022 | Meinhard Eiter

Winnetou & Rotkäppchen

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REDAKTION
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Liebe Freunde moralisierender Sprachpolizisten!
Unsere Welt ist derzeit alles andere als gut. Die Folgen von Krieg, Klimakatastrophen und Pandemie bescheren uns eine Teuerung samt kollektiver Angst vor der Zukunft. Die Gier von Milliardären in Gestalt von Oligarchen, Scheichs und neoliberalen Großkonzernbesitzern im Osten wie im Westen lassen die Schere zwischen Arm und Reich immer noch weiter auseinander driften. Politische Hetze jagt die Völker aufeinander. Uns erschlagen Nachrichten in einer an Sprach- und Bildreizen überfluteten Medienwelt mit Geschichten, die unsere Seele so nicht mehr ertragen kann. Neben den großen Schlachtfeldern, angeheizt durch blutrünstige Machtschädel, verabreichen uns pseudointellektuelle Besserwisser immer öfter unverdauliche Zeigefinger-Moral-Pillen, die uns den Magen verderben. Jüngstes Beispiel dafür ist die Behauptung, dass Karl Mays Geschichte von Winnetou und Old Shatterhand den Tatbestand einer „kulturellen Aneignung“ darstelle und somit den Rassismus schüre. Als Pazifist, der trotz des Lesens vom „Schatz am Silbersee“ den Glauben an die Menschheit nicht verloren hat, muss ich gestehen, dass ich schlicht zu dumm bin, das zu begreifen. Wir haben als Kinder ja auch die grausamen Märchen der Gebrüder Grimm gelesen und erzählt bekommen, wie der Wolf das Rotkäppchen frisst oder Schneewittchen von den sieben Zwergen vor der bösen Stiefmutter beschützt worden sei. Ob die politische Inkorrektheit derartiger Erzählungen daran schuld ist, dass Putin und Selenski wohl so schnell keine Blutsbrüder mehr werden, wage ich zu bezweifeln. Und dass wir hierzulande keine Bundespräsidentin bekommen, kann wohl auch nicht daran liegen, dass Mario Adorf einst als Film-Bösewicht Winnetous Schwester erschossen hat.
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