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Imst | Kultur | 19. April 2022 | Friederike Hirsch

Die Alpen als Wunderkammer entdecken

Die Alpen als Wunderkammer entdecken
Einen Blick in die „Wunderkammer Alpen“ kann man noch bis 4. Mai am Oberen Stadtplatz in Imst werfen. Dann begibt sich die Wanderausstellung nach Reutte. Foto: Schöpf
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Ausgabe Imst Wanderausstellung Über die Alpen: Entdecken. Schätzen. Leben! Alpen Pro Vita Alpina Florentine Prantl
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Die Wanderausstellung: „Über die Alpen: Entdecken. Schätzen. Leben!“ macht Station in Imst

Von April bis Oktober 2022 tourt die interaktive Wanderausstellung „Über die Alpen: Entdecken. Schätzen. Leben!“ durch die Tiroler Bezirkshauptstädte Imst, Reutte, Kufstein, Lienz und Innsbruck. Erste Station der Ausstellung ist Imst. Sie führt Besucherinnen und Besucher die Alpen als lebendigen, natürlichen und wertvollen – aber auch verletzlichen – Lebensraum vor Augen und stellt die Frage: Wie können wir diesen für uns und für zukünftige Generationen erhalten? Die Rundschau gibt Einblicke in die „Wunderkammer Alpen“.
Von Friederike Hirsch

30 Jahre gibt es die Alpenkonvention, das Abkommen der Alpenländer und der Europäischen Union zum Schutz und zur nachhaltigen Entwicklung der Alpen, bereits. Anlässlich dieses Jubiläums bringt die Freiluftausstellung „Über die Alpen: Entdecken. Schätzen. Leben!“ Besucherinnen und Besucher die Wirkungsbereiche der Alpenkonvention näher. Die Ausstellung präsentiert die Alpen als Ort, in dem wir leben, arbeiten und uns erholen können. Sie stellt die Frage: Was brauchen wir, um diesen Raum zu erhalten? „Diese Frage kann nur im Zusammenhang mit dem Konzept der nachhaltigen Entwicklung beantwortet werden – ein Bereich, in dem die Alpenkonvention wegweisend ist“, zeigt sich Alenka Smerkolj, Generalsekretärin der Alpenkonvention, überzeugt. „Ich freue mich, dass Besucher nun im Rahmen der Ausstellung unmittelbar erfahren können, welche Rolle die Alpenkonvention für ein nachhaltiges Leben spielt.“ 

DER AUSSTELLUNGSRAUM. Teil der Ausstellung ist das historische Glockner-Biwak, das seit seiner Errichtung im Jahr 1958 vielen Stürmen auf einer Seehöhe von 3205 Metern trotzte und unzähligen Alpinisten Schutz bot. Das Team rund um Florentine Prantl (Geschäftsführerin „Pro Vita Alpina“) nahm sich dem Innenraum dieses geschichtsträchtigen Schutzraumes an und erschuf eine Wunderkammer, in der es Geschichten aus dem gesamten Alpenraum zu entdecken gibt. „Bei der Inszenierung des Biwaks haben wir uns bewusst auf eine Spurensuche begeben“, so Florentine Prantl. Eine der großen Herausforderungen für das Team von Kunst- und Bergmenschen war der beengte Raum. Galt es doch die mannigfaltigen Aspekte für ein gutes Leben in den Alpen darzustellen und Denkanstöße zu liefern. Vieles galt es zu bedenken. So musste das Biwak als musealer Ort, der die Spuren von Hunderten Menschen, die dort nächtigten, in sich trägt, in einen lebendigen dynamischen Ort mit neuer Rolle sozusagen transformiert werden. Die Alpen sind ein gemeinsamer Lebensraum für rund 14 Millionen Menschen, mit regionalen und lokalen Besonderheiten. Und so gibt es nicht die eine Sicht auf die Alpen. „Unser Erleben der Alpen ist von unseren persönlichen Erwartungen, Erfahrungen und Erlebnissen abhängig. Wir wollen dazu anregen eigene Ideen zu entwickeln, wie wir alle gemeinsam den Schutz des Lebensraums Alpen erweitern können“, erklärt Florentine Prantl die Grundidee der Installation im Biwak.

WUNDERKAMMER ALPEN. Das Team rund um Florentine Prantl hat diesen Schutzraum als dreidimensionales Wimmelbild gestaltet. Wie in einem Wimmelbild und in der Natur, ist in der Wunderkammer Biwak vieles nicht auf den ersten Blick sichtbar. Mit viel Liebe zum Detail haben Florentine Prantl, Jessy Pitt, Barbara Haid, Ursula Beiler und Riki Hirsch einen Blick auf den Alpenraum erschaffen, der vieles sagt und ebenso viele Fragen offen lässt. Geworden ist es eine Wunderkammer für alle Sinne. Das Biwak überflutet nicht mit Information, sondern regt zum Staunen und Nachdenken an. Da sitzt ein Schneehuhn neben einer Skihütte mit Aprés-Ski-Sound, da plätschert ein Wasserfall neben einem Kassen-Häuschen und überdimensionale menschliche Fußspuren hinterlassen unwiderruflich ihren Abdruck. Und so wird der Schutzraum Biwak, der vom Berg ins Tal gekommen ist, zum symbolischen Schutzraum für die Alpen. Was das Biwak für zwölf Menschen war, nämlich Schutz und Zuflucht, so sind die Alpen Schutz für rund 14 Millionen Menschen. Auch sie versprechen Schutz, Erholung und Begegnung. Sie geben uns ein Zuhause, einen Ort des Lebens. Das Biwak ist ein Transformationsraum, in dem Ideen entstehen und weitergedacht werden können. Alles ist miteinander verbunden. „Mit der Nutzung des ehemaligen Glockner-Biwaks im Rahmen der Ausstellung schließt sich der Kreis“, sagt Liliana Dagostin, Leiterin der Abteilung Raumplanung und Naturschutz im Alpenverein. „Es ist ein Symbol für den Alpinismus, gleichzeitig ein Ort der Zuflucht. Wo ließe sich besser über den dringend nötigen Schutz der Alpen sinnieren?“

DAS GESAMTKONZEPT. Neben dem Biwak besteht die Ausstellung aus Infoelementen, die vielfältige Denkanstöße zu den Themen der Alpenkonvention geben. Die Wanderausstellung wurde vom Ständigen Sekretariat der Alpenkonvention unter Mitwirkung des Österreichischen Alpenvereins und des Tiroler Kulturvereins „Pro Vita Alpina“ mit finanzieller Unterstützung des Landes Tirol realisiert. Impulsveranstaltungen mit lokalen Partnern und Kulturschaffenden begleiten die Stationen der Wanderausstellung. Am 27. April gibt es dazu in Imst eine Veranstaltung zum Thema „Dialekt“. Zu sehen ist die Wanderausstellung in Imst bis 4. Mai 2022.
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