Rundschau - Oberländer Wochenzeitung
Imst | Kultur | 19. November 2019 | Manuel Matt

Ein Vorbild für die Museen des Landes

Für seine Sonderausstellung „Zimmer mit Arbeit“ erhielt das Museum im Ballhaus in Imst den begehrten Tiroler Museumspreis. Voller Stolz und Freude nahm Museumsleiterin Sabine Schuchter (r.) den Preis im Namen ihres ganzen Teams entgegen, der ihr von Landesrätin Beate Palfrader (l.) überreicht wurde. RS-Foto: Matt
Die Menschen hinter der Zimmertür: Stadtspaziergang-Führerin Sabine Moschen, die beiden Übersetzer Franziska Zemmer und Cengiz Secilir, Ballhaus-Leiterin Sabine Schuchter, Filmemacher Jakob Pfaundler (verantwortlich für filmische Zeitzeugen-Essays und deren Einbindung innerhalb der Ausstellung), Kirsten Mayr vom Imster Integrationsbüro und Historiker Julian Ascher (v.l.) RS-Foto: Matt
Gewiss kein Fehlgriff, wenn es um musikalische Begleitung geht: Dina und Edo Krilic RS-Foto: Matt
Angereist mit dem Tiroler Museumspreis: Kulturlandesrätin Beate Palfrader RS-Foto: Matt
Mitglied im Kulturbeirat und lobende Stimme: Petra Streng RS-Foto: Matt
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„Zimmer mit Arbeit“: Sonderausstellung erhält Tiroler Museumspreis


Ein besonderer Preis für ein großartiges Team – und überhaupt zeigte sich Kulturlandesrätin Beate Palfrader jüngst im Imster Stadtsaal voll des Lobes. Mit im Gepäck: Der Tiroler Museumspreis als höchste Auszeichnung, die das Land in diesem Bereich zu vergeben hat. Darüber freuen darf sich das Team hinter der zur Ende gegangenen Sonderausstellung „Zimmer mit Arbeit“ im Ballhaus-Museum.


Von Manuel Matt


Über 170 Museen und ähnliche Einrichtungen zählt das Land Tirol: „Eine dichte und qualitätsvolle Landschaft“, betont Beate Palfrader als zuständige Kulturlandesrätin. Dieser hochkarätigen Konkurrenz lehrte ein Imster Team im zu Ende gehenden Jahr wohl durchaus das Staunen – mit einem ungewöhnlichen Projekt: Der Sonderausstellung „Zimmer mit Arbeit“, die ein halbes Jahr lang im Imster Ballhaus-Museum in vielfältiger Weise, mit raffiniertem Rahmenprogramm und viel Herzblut der Beteiligten von der Ankunft der Gastarbeiter in Imst erzählte. „Spannende Einblicke in ein beherrschendes Thema“, urteilt die Landesrätin und übergibt im festlichen geschmückten Stadtsaal den Tiroler Museumspreis an Ballhaus-Leiterin Sabine Schuchter. „Als Dank und Anerkennung“, sagt Palfrader – und als Zeichen dafür, den eingeschlagenen Weg weiterzugehen.




Die Menschen hinter der Zimmertür: Stadtspaziergang-Führerin Sabine Moschen, die beiden Übersetzer Franziska Zemmer und Cengiz Secilir, Ballhaus-Leiterin Sabine Schuchter, Filmemacher Jakob Pfaundler (verantwortlich für filmische Zeitzeugen-Essays und deren Einbindung innerhalb der Ausstellung), Kirsten Mayr vom Imster Integrationsbüro und Historiker Julian Ascher (v.l.) RS-Foto: Matt

Musterbeispiel

Von Respekt zollen anschließend auch die Worte von Petra Streng, Teil des Kulturbeirats für Volkskultur. „Zimmer mit Arbeit“ erfülle eine Vorbildfunktion in Anbetracht der Behandlung einer bisher wenig beachteten, vielleicht sogar unangenehmen Materie. Ebenso preiswürdig sei die Einbindung anderer Institutionen und Partner, insbesondere des Imster Integrationsbüros in Person von Kirsten Mayr, aber auch der Teammitglieder Sabine Moschen und Julian Ascher sowie des heimischen Filmschaffenden Jakob Pfaundler. In Summe sei die Verleihung an „Zimmer mit Arbeit“ ein Anreiz für andere, ebenso ausgefallene Unterfangen zu wagen. „Davon lebt die Museumslandschaft“, endet Streng und gratuliert herzlich.




Gewiss kein Fehlgriff, wenn es um musikalische Begleitung geht: Dina und Edo Krilic RS-Foto: Matt

Demut

In Bescheidenheit nimmt Sabine Schuchter derweil die höchsten Ehren des Landes entgegen. „Ich hoffe, dass wir dem gerecht werden. Jedenfalls werden wir uns bemühen“, verspricht Schuchter und verweist auf die vielen Menschen, die wie der engste Kreis rund um die Ausstellung ebenso zum Gelingen beigetragen haben. „Ein Museum alleine kann es nicht schaffen“, gesteht die Hüterin des städtischen Gedächtnisses und verweist auf wohlgesinnte Vereine und Ortschronisten, Unternehmer und damalige Vermieter, Gewerkschaft und Fremdenpolizei. Würdigung als „wesentliches Herzstück“ gebühre den Zeitzeugen, die ihre Erinnerungen preisgegeben haben, auf dass sie auf Film für die Ewigkeit bewahrt bleiben. Das letzte Dankeschön richtet sich anschließend an die Stadtgemeinde Imst, die sich ein Museum leiste, dass eben nicht nur Schönes in Ausstellungen dulde. Einen Wunschzettel von gewisser Länge in Richtung Politik gebe es aber, lässt Schuchter durchblicken, ehe der offizielle Teil endet – am Buffet, begleitet von der Spielfreude des Musiker-Ehepaars Dina und Edo Krilic.




Angereist mit dem Tiroler Museumspreis: Kulturlandesrätin Beate Palfrader RS-Foto: Matt


Mitglied im Kulturbeirat und lobende Stimme: Petra Streng RS-Foto: Matt
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