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Imst | Kultur | 14. Juni 2022 | Friederike Bundschuh

Frauenpower in der Hörmann-Galerie

Frauenpower in der Hörmann-Galerie
Das Rahmenprogramm zum Themenjahr „innen“ in der Hörmanngalerie startete mit einem Künstlerinnengespräch zum Thema „Frauen in der Kunst“, moderiert von Lisa Krabichler. Im Bild: Christine S. Prantauer, Helene Keller, Lisa Krabichler, Tatyana von Leys, Hannah Philomena Scheiber und Gabriele Werner-Felmayr (v.l.) RS-Foto: Bundschuh
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Künstlerinnengespräch der Ausstellerinnen des Themenjahres „innen“

Im Jahr 2022 stehen Frauen im Fokus der Ausstellungen in der Städtischen Galerie Theodor von Hörmann, denn bis März 2023 sind ausschließlich Werke von Künstlerinnen zu sehen. Das Rahmenprogramm zum Themenjahr startete mit einem Künstlerinnengespräch zum Thema „Frauen in der Kunst“ mit den ausstellenden Künstlerinnen, moderiert von Lisa Krabichler.
Von Friederike Bundschuh

Christine S. Prantauer, Tatyana von Leys, Helene Keller & Gabriele Werner-Felmayer, Hannah Philomena Scheiber und Laura Manfredi, die zum Termin leider verhindert war, stell(t)en im Themenjahr aus. Christine S. Prantauer stammt aus Zams, hat an der Akademie der bildenden Künste und der Angewandten in Wien studiert und arbeitet überwiegend im öffentlichen Raum. Ihre Ausstellung „Gegenbilder“ war bis April 2022 in Imst zu sehen. Prantauer thematisiert die gesellschaftlichen und ökologischen Folgen unseres Wirtschaftssystems. Tatyana von Leys ist in Imst geboren und lebt heute am Tegernsee in Bayern. Die Künstlerin beschäftigt sich in ihren Werken mit Philosophie, speziell mit den Strömungen des Trans- und Posthumanismus. Verfremdete Portraits, mikrobiologische Detailaufnahmen und Varianten von Bildern, die sie bereits seit Jahren begleiten, zeigt von Leys derzeit in ihrer Ausstellung „Transhumane Verstrickung“.

ÜBER DIE KOMMENDEN PRÄSENTATIONEN… In der Folge werden Helene Keller und Gabriele Werner-Felmayer gemeinsam ausstellen. Helene Keller arbeitet seit 1988 künstlerisch vor allem mit Keramik. Inhaltlich beschäftigt sich Keller überwiegend mit den Schnittpunkten zwischen Kunst und Wissenschaft. Gabriele Werner-Felmayr arbeitet am Institut für Biologische Chemie der Medizinischen Universität Innsbruck. Inhalt ihrer Arbeit sind vor allem ethische Fragen in der Biomedizin. Künstlerisch setzt Werner-Felmayr sich mit Worten und Texten auseinander. Hannah Philomena Scheiber stammt aus Obergurgl, hat an der Angewandten in Wien, in New York und Florenz studiert und ist als freischaffende Künstlerin tätig. Ihre Bergbilder und Keramikarbeiten sind weit über die Tiroler Grenzen hinaus bekannt. Aktuell werden Entwürfe am Würtenbergerhaus in der Imster Kramergasse in Szene gesetzt. Laura Manfredi stammt aus Cremona, Italien, lebt und arbeitet in Innsbruck. Ihre Arbeiten bewegen sich zwischen Malerei, Druckgrafik, Installation und Grafik.

… UND VON SPANNENDEN DISKUSSIONEN. Die Moderatorin Lisa Krabichler lebt und arbeitet als freischaffende Künstlerin und Kunsthistorikerin in St. Anton am Arlberg und in Innsbruck. Zuletzt waren ihre Arbeiten im Rahmen einer Sonderschau zum Imster Schemenlaufen im Imster Fasnachtshaus zu sehen. Krabichler eröffnet den Diskussionsabend mit einer Vorstellung aller Künstlerinnen. Und weiter: „Wir haben es heute mit sechs Künstlerinnen zu tun, die alle komplett unterschiedliche Standpunkte vertreten und verschiedene Themen repräsentieren, die aber trotzdem eines vereint – es sind allesamt kluge und ersthafte, zum Teil sarkastische und witzige Frauen, die sich nicht davor scheuen, gesellschaftliche oder politische Fragestellungen ,auf den Tisch‘ zu bringen.“ Krabichler lässt den Künstlerinnen Raum, ihre Standpunkte zum Motto des Abends „Frau in der Kunst“ und „Feminismus in der Kunst“ zu präsentieren und bindet auch das zahlreich erschienene Publikum mit ein. Im Fokus stehen immer noch die großen Wertigkeitsunterschiede zwischen Kunst von Männern und Kunst von Frauen. „Frauenkunst“ wird nach wie vor finanziell geringer bewertet, Frauen in der Kunst haben es auch heute noch sehr schwer sich zu etablieren. Die Frage nach dem Warum kann nicht endgültig geklärt werden, alle sind sich jedoch einig, dass sich die strikten Grenzen zwischen „Männerkunst“ und „Frauenkunst“ und das Ungleichgewicht der Bewertung langsam in Richtung Gleichheit in der Kunst auflösen. Die im Publikum anwesende Annemarie Regensburger erzählt symbolhaft für die Einstellung vieler Männer aus ihren Erfahrungen: „Bei meinem ersten Literaturpreis, den ich bekommen habe, hat der Professor, der die Laudatio gehalten hat, gesagt, er hätte nicht geglaubt, dass sich hinter diesen präzisen Texten eine Frau verbirgt. Das war für mich Stachel und Motivation fürs Jetzt erst recht!“ Dem ist nichts hinzuzufügen!
Frauenpower in der Hörmann-Galerie
Gabriele Werner-Felmayr (l.) und Helene Keller (r.) werden gemeinsam ihre künstlerischen Arbeiten im Rahmen des Themenjahres „innen“ in der Hörmanngalerie präsentieren. Gabriele arbeitet mit Worten und Texten, während Helene vor allem mit Keramik künstlerisch tätig ist. RS-Foto: Bundschuh
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