Rundschau - Oberländer Wochenzeitung
Imst | Kultur | 24. März 2020 | Ewald Krismer

Löffelbagger versetzten Todesstoß

…und am Dienstag vergangener Woche mit den ersten Narben der Abtragung, die vermutlich auch für die letzten Fans des Bads schmerzhaft gewesen sein dürften. RS-Foto: Krismer
Das einstige Prestigeobjekt „Hallenbad Nassereith“, später „Tschirgantbad“ und „Restaurant-Cafe H2O“ fünf Tage vor Abrissbeginn… RS-Foto: Krismer
Bei einem derartigen Besucherandrang dürfte es nicht verwundern, dass der Betrieb des Nassereither Hallenbads nicht weiter aufrecht zu erhalten war (Foto von 2013). Fotos: Archiv Krismer
Selbst solche Ergänzungen wie diese steinerne Brunnensäule waren umsonst; sie vermochten keinesfalls, die Anziehungskraft der Sport- und Freizeiteinrichtung zu heben (Foto von 2013). RS-Foto: Krismer
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Hallenbad Nassereith nun endgültig Geschichte



Obwohl es vorauszusehen war, ist es nun doch traurige Gewissheit. Das seit sieben Jahren im Dornröschenschlaf dahinsiechende Hallenbad in Nassereith wird seit letzter Woche dem Erdboden gleichgemacht. 2013 entschloss sich der damalige Gemeinderat unter Bürgermeister Reinhold Falbesoner, den Stöpsel des äußerst maroden Schwimmbeckens zu ziehen. Damit endete eine 40-jährige Ära. Nun soll auf dem freiwerdenden Areal ein „Haus im Leben“ entstehen.


Von Ewald Krismer

Das Nassereither Hallenbad entstand in den Jahren 1971 bis 1973 unter dem damaligen Bürgermeister Hermann Schaller. Zu der Zeit war es über viele Jahre eine Bereicherung – nicht nur für die Fernpassgemeinde, sondern auch für das ganze Umland. Später änderte sich das ins Gegenteil, als das einstige Prestigeobjekt seine Attraktivität verlor und deshalb einer ausgiebigen Sanierung und Modernisierung unterzogen hätte werden müssen. Mittlerweile hatten auch andere Orte zeitgerechtere Hallenbäder errichtet und auch in den Hotels hielten Schwimmeinrichtungen und Saunalandschaften Einzug. Das alles dürfte dazu beigetragen haben, dass in Nassereith ein Rückgang an Badegästen die Folge war und somit massive finanzielle Einbußen in Kauf genommen werden mussten.


Das einstige Prestigeobjekt „Hallenbad Nassereith“, später „Tschirgantbad“ und „Restaurant-Cafe H2O“ fünf Tage vor Abrissbeginn… RS-Foto: Krismer


Unfinanzierbar


„Eine umfassende Sanierung und Modernisierung das Nassereither Hallenbads wäre angebracht gewesen“, war immer wieder an den heimischen Wirtshaustischen zu hören, wenn es um das Thema Hallenbad ging, „stattdessen wurde immer nur halbherzig an die Sache herangegangen und nur notdürftige Maßnahmen gesetzt – auch ab dann, als die umliegenden Gemeinden sich finanziell beteiligt hatten“. Erst als die Unfinanzierbarkeit immer deutlicher erkennbar wurde, wurde die Reißleine gezogen und die Badeeinrichtung geschlossen. Mit einer zwischenzeitlichen Verpachtung des Restaurants und der Öffnung der Saunalandschaft wurde versucht, dem Objekt noch ein wenig Leben einzuhauchen. Aber auch das war nicht von langer Dauer.


Bei einem derartigen Besucherandrang dürfte es nicht verwundern, dass der Betrieb des Nassereither Hallenbads nicht weiter aufrecht zu erhalten war (Foto von 2013). Fotos: Archiv Krismer


Nachfolgeprojekt


Um die Causa Hallenbad nun zu den Akten legen zu können, fuhren letzte Woche die Bagger auf, um dem „Fass ohne Boden“ endgültig den Garaus zu machen. An seiner Stelle wird ein „Haus im Leben“ entstehen. „Die Zusage ist bereits erfolgt“, so Anton Stabentheiner von der Institution „Haus im Leben – Im Leben zu Hause sein“, die bereits Häuser mit „Wohnkonzepten für alle Generationen – betreut Wohnen durch Nachbarschaftshilfe“ in Innsbruck, Fiecht, Kaltenbach, Ybbsitz und in Wien mit der Seestadt Aspern betreibt. Das Projekt bedarf zwar noch eines Gemeinderatsbeschlusses, so Nassereiths Bürgermeister Herbert Kröll, der sich aber zuversichtlich zeigt, dass am Ende alles in trockene Tücher kommen wird.


Selbst solche Ergänzungen wie diese steinerne Brunnensäule waren umsonst; sie vermochten keinesfalls, die Anziehungskraft der Sport- und Freizeiteinrichtung zu heben (Foto von 2013). RS-Foto: Krismer
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