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Imst | Kultur | 15. Feber 2021 | Peter Bundschuh

Museum im Ballhaus Imst hat aufgesperrt

Museum im Ballhaus Imst hat aufgesperrt
Mag. Sabine Schuchter, die Leiterin des Museums im Ballhaus, freut sich darüber, dass sie „ihr“ Haus in der vergangenen Woche wieder aufsperren durfte. RS-Foto: Bundschuh
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Die viel beachtete Ausstellung „Zeit der Befreiung“ ist wieder zugänglich

Eine gewisse Lockerung der „Totalsperre“ Österreichs ging einher mit einer Reihe von Maßnahmen, sei es wie es wolle. Höchst erfreulich ist, dass die Museen selbst in Tirol wieder geöffnet haben und eine willkommene Erweiterung des ohnehin kargen Freizeitangebotes darstellen. Dies gilt auch und vielleicht im Besonderen für die von Sabine Schuchter, Rainer Hofmann und Franz Treffner hochprofessionell zusammengestellte Schau über den Zeitraum von Herbst 1944 bis in die unmittelbare Nachkriegszeit. „Trotz großen Interesses blieb die Ausstellung seit November mehr oder weniger geschlossen, ich freue mich daher sehr auf eine hoffentlich große Anzahl an Besuchern.“ Einzigartig machen die Ausstellungen auch Originalfotos und Dokumente von den letzten Kriegstagen in unserem Bezirk, zur Verfügung gestellt von Archiven der Vereinigten Staaten.
Von Peter Bundschuh

Aus dem Inhalt der sehr gut recherchierten und reich bebilderten Broschüre: „Die Ausstellung ,Zeit der Befreiung‘ im Museum im Ballhaus widmet sich dem Kriegsende und der unmittelbaren Nachkriegszeit in Westtirol. Dass dabei die Bezirke Reutte, Imst und Landeck sowie das Gurgltal im Vordergrund stehen, versteht sich von selbst.“ Der Historiker Prof. Mag. Rainer Hofmann weiter: „Der Zeitpunkt ab Herbst 1944 wurde deshalb gewählt, weil Tirol ab diesem Zeitpunkt mit seiner vermeintlichen ,Alpenfestung‘ massiv in das Kriegsgeschehen einbezogen wurde. Rüstungsindustrie aus dem ,Altreich‘ wurde in den propagandistisch sogenannten ,Luftschutzkeller des Reichs‘ verlagert.“

ÜBERREGIONAL. Die Stadt Imst ist für die Jahre des Austrofaschismus und des darauf folgenden Anschlusses an des Deutsche Reich von überregionalem Interesse, da die „Fronten“ hier für den Maßstab einer Kleinstadt besonders verhärtet aufeinander trafen. Auf Schikanen gegen Nationalsozialisten folgt in den Anschlusstagen und darüber hinaus ein brutal geführter „Rachefeldzug“ vorwiegend von Angehörigen der SA, vor allem gegen Vertreter des entmachteten Österreichischen Ständestaates, aber es kam auch zu Schändungen katholischer Symbole wie etwa Wegkreuzen. Darüber hinaus fand eine der letzten und erbittert geführten Schlachten in Westtirol, jene um den Fernpass, ab den Morgenstunden des 1. Mai 1945 im Gebiet der Bezirke Imst und Reutte statt. (S. dazu auch Broschüre „Nacht über Imst – 75 Jahre Einmarsch der NS-Truppen“, Text Mag. Rainer Hofmann, Hg. Kulturreferat der Stadt Imst 2003).

GEASCH MIT IN’S MUSEUM? Die Ausstellung „Zeit der Befreiung“ im Ballhaus in Imst wurde bis zum 15. Mai 2021 verlängert und ist Dienstag, Donnerstag und Freitag von 14 Uhr bis 18 Uhr sowie am Samstag von 9 Uhr bis 12 Uhr geöffnet. Es herrscht Maskenpflicht und es gelten die Covid-bedingten Abstandsregeln. Die Pflicht zur Vorlage eines Tests ist nicht vorgesehen. Führungen im herkömmlichen Sinn sind nicht möglich, mündliche Erläuterungen zu den Exponaten seitens der Museumsleitung sind mit Mag. Sabine Schuchter zu vereinbaren. Der Eintritt ist kostenlos, der Erwerb der Broschüre „Zeit der Befreiung“ nach Ansicht des Verfassers durchaus empfehlenswert.
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