Rundschau - Oberländer Wochenzeitung
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Organische Formen aus geraden Linien


Vernissage „Abstraktionen“ der Imster Künstlerin Verena Zangerle in Galerie Theodor von Hörmann

Unter dem Titel „Abstraktionen“ zeigt die akademische Grafikerin Verena Zangerle groß- und mittelgroß formatige Ölbilder sowie abstrakte Zeichnungen, Drucke und Aquarelle. Auf Einladung des Kulturreferates fand kürzlich die Vernissage der Imsterin in der Galerie Theodor von Hörmann statt. Zahlreiche Kunstinteressierte und Künstler waren gekommen, um die Werke zu sehen.
12. September 2023 | von Friederike Hirsch
Organische Formen aus geraden Linien<br />
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Künstlerin Verena Zangerle vor einem ihrer favorisierten Werke. Auf 250x220 gelingt es ihr, mit Kugelschreiber und Marker eine organische Form aus geraden Linien zu erschaffen.
RS-Foto: Hirsch
Von Friederike Hirsch

Ein herrlicher Spätsommerabend in Imst und ein kunstinteressiertes Publikum quer durch die Generationen bildeten den Auftakt zur Ausstellung „Abstraktionen“ der Künstlerin Verena Zangerle in der Städtischen Galerie Theodor von Hörmann in Imst. Zahlreiche Interessierte und Künstler waren gekommen, um zuerst den Sektempfang zu genießen und sich dann von der Bildgewalt der Verena Zangerle einfangen zu lassen. Musikalisch umrahmt vom Geschwisterpaar „Jack&ACE“, tauchten die Besucher in die farbgewaltigen Ölbilder, die ausdrucksstarken Aquarelle und die komplexen Linienzeichnungen ein. Gekonnt hat die Künstlerin ihre großen, farbgewaltigen Ölbilder und Linienzeichnungen in der Galerie verteilt. Kein Werk „stört“ das andere, sondern ergänzt es vielmehr. So hat Verena Zangerle ihre ganz eigene Welt der Abstraktion geschaffen.

DIE KÜNSTLERIN. Verena Zangerle hat ihre Kindheit und Jugend in Imst verbracht, bevor sie für ihr Studium an der Universität der angewandten Künste nach Wien übersiedelt ist, wo sie heute noch lebt. Die akademische Grafikerin setzt auf große Formate, da sie ihr das Gefühl vieler Möglichkeiten geben. Über mehr als zehn Jahre beschäftigt sich Verena mit Linienzeichnungen und -ätzungen. In der aktuellen Ausstellung verschmelzen zwei unterschiedliche Werkgruppen, großformatige Ölbilder und Zeichnungen, in Form von Linienbildern. „Ich liebe Kunst, es ist nicht so, als müsse ich das machen, ich liebe es,“ lächelt Verena Zangerle.

ABSTRAKTION. Schon ihr Leben lang fasziniert Verena Zangerle die Macht der Abstraktion. Ohne die Realität zu imitieren, schafft es die Abstraktion immer, Neues zu generieren. Es ist daher ein logischer Schluss, dass die 1983 geborene Künstlerin eine ganze Ausstellung dieser „Macht“ widmet. Diese Faszination wirkt sich nachhaltig auf das Gesamtwerk ihres Tuns aus: „Medial bewege ich mich auf den Gebieten der Zeichnung, der Malerei und der Druckgrafik.“ Gemeinsam ist den unterschiedlichen Techniken und Methoden der Erschaffungsprozess.  

ÖLBILDER. Das Spiel mit Aktion und Reaktion auf großformatiger Leinwand, farbgewaltige, zum Greifen nahe „Ausbrüche“ auf Leinwand lassen viel Spiel für eigenes Erleben. Was als wesentlich gilt, wird hier nicht nur durch die Kreativität der Künstlerin bestimmt, sondern viel mehr durch die Wahrnehmung des Betrachters. Der Betrachter kann sich ganz und gar fallen lassen, fallen lassen in die Farbigkeit Verenas Kunst. Schicht um Schicht trägt Verena die Ölfarben auf, bearbeitet diese mit einer selbst entworfenen Spachtel, lässt trocknen, trägt erneut Farbe auf, gestaltet dreidimensionale Erhebungen und spielt mit Farben und Formen, bis sich für sie das Gefühl von Vollständigkeit einstellt: „Ich hänge meine Bilder schließlich bei mir im Atelier auf und betrachte sie immer wieder. Wenn sie mir nichts mehr sagen, dann sind sie fertig.“

LINIENZEICHNUNGEN. Es sind gerade Linien, gezogen mit Kugelschreiber und Marker auf Papier. Was unspektakulär klingt, entwickelt sich bei Verena Zangerle zu unbeschreiblichen Werken, fernab von technischen Zeichnungen. Sie schafft es, aus einem scheinbar wahllos angeordnetem Konvolut von Linien eine organische Form entstehen zu lassen. Sie verwendet das System der graden Linien um daraus expressive Kunstwerke zu gestalten. Sie sucht und findet den Punkt im Werk, an dem die Wahrnehmung kippt und an den Linien nichts mehr technisch ist, sondern real, komplex und organisch. „Diese Methode, die geraden Linien so einzusetzen, hängt mit meiner Wahrnehmung der aktuellen Zeit zusammen“, so Zangerle. Es ist eine Reflektion digitaler und analoger Wechselwirkungen in einer komplexen Welt. „Für mich bedeutet wirklich hinsehen alles“, so Verena Zangerle.

 
Organische Formen aus geraden Linien<br />
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Nach der Sommerpause zeigt die Galerie Theodor von Hörmann in Imst die Ausstellung „Abstraktionen“ von Verena Zangerle. Zu sehen noch bis 28. Oktober 2023.
RS-Foto: Hirsch

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