Rundschau - Oberländer Wochenzeitung
Imst | Kultur | 12. November 2019 | Bogdan Dujic

Rollentausch in Arzl

Der seltsame Psychiater Nervenstahl wurde zur Rettung aller drei Ehen dazu gezogen und schlägt einen kompletten Rollentausch vor. RS-Foto: Burger
Detailgetreu wechselten die Männer in ihre Frauenrolle – somit musste auch das Bierchen getarnt umgefüllt werden. RS-Foto: Burger
Schon die erste Feiertagsbierrunde wurde den Frauen zu langweilig und sie sehnten schnell das Ende der Versuchswoche herbei. RS-Foto: Burger
Zum Missmut der Frauen hatten ihre Männer nur noch Zeit für ihre Hobbys und Freunde. RS-Foto: Burger
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Theaterbühne versucht sich an Paartherapie


Drei Ehepaare mit den gleichen Beziehungsproblemen und einem gemeinsamen Lösungsversuch füllen das diesjährige Programm der Theaterbühne Arzl. Mit einer Therapie der ungewöhnlichen Art und einem etwas seltsamen Arzt ist der Gruppe das Lachen ihres Publikums gewiss.


Von Mel Burger

Wenn sich der Alltag in einer Ehe manifestiert und die Gewohnheiten festgefahren sind, wollen die meisten Menschen ausbrechen oder holen sich Hilfe. So auch die wagehalsigen Darsteller der Theaterbühne Arzl bei der Premiere des Stücks „Einmal im Leben möchte ich eine Frau sein“ von Gernot Jäger. Wie in jeder langen Beziehung kommt es hin und wieder zu Vorwürfen der Vernachlässigung oder Unzufriedenheitsbekundungen über die festgefahrenen Macken des anderen. So auch heuer auf der Bühne von Arzl, wenn man gleich zu Beginn dem Nachmittagstratsch von Hannelore, Maria und Annabell beiwohnt. Die Frauen beschweren sich über zu wenig Zuwendung durch ihre Männer, die lieber Fußball schauen, Vereinssitzungen vortäuschen und immer allein unterwegs sind, während sie zu Hause alles regeln und in Ordnung halten. Schon in der nächsten Szene treffen Harald, Kevin und Franz, die drei Männer, aufeinander und sinnen selbst über die in den letzten Jahren festgefahrene Routine im Ehedasein nach. Beide Gruppen kommen getrennt voneinander auf die Idee einer gemeinsamen Paartherapie, um ihre Ehen zu retten, die natürlich die jeweiligen Beanstandungen der Seiten bestätigen soll. Die lustige Gruppe mit ihren vielen Marotten trifft auf den seltsamen und etwas rosa angehauchten Arzt, der mit seiner unkonventionellen Therapie zuerst auf Unverständnis stößt. Trotz alldem möchten die Frauen sowie die Männer Recht bekommen und willigen dem ungewöhnlichen Rollentausch für eine Woche ein. Kleidung, Gewohnheiten, aber auch Verpflichtungen werden unter den Ehepartnern getauscht und so finden die Frauen schnell heraus, dass der Alltag ihrer Männer vielleicht doch nicht immer nur ein faules Dasein mit Sport und Alkohol verbirgt. Im Gegenzug erkennen die Männer, dass ihre Frauen nicht nur Serienjunkys und Modepüppchen sind. Die perfekte Darstellung eines jeden Charakters und die ungewöhnlich detailgenaue Maskerade beim Rollentausch belohnte das Publikum schon bei der Premiere und einer weiteren Vorstellung am vergangenen Wochenende mit Applausstürmen und herzhaftem Lachen. Wer sich noch von den sexy Kleidern der Herren und den tiefen männlichen Stimmen der Künstlerinnen verzaubern lassen möchte, hat dazu am 15., 16., 22. und 23. November ab 20 Uhr noch genug Zeit.




Detailgetreu wechselten die Männer in ihre Frauenrolle – somit musste auch das Bierchen getarnt umgefüllt werden. RS-Foto: Burger


Schon die erste Feiertagsbierrunde wurde den Frauen zu langweilig und sie sehnten schnell das Ende der Versuchswoche herbei. RS-Foto: Burger


Zum Missmut der Frauen hatten ihre Männer nur noch Zeit für ihre Hobbys und Freunde. RS-Foto: Burger
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