Rundschau - Oberländer Wochenzeitung
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Stadt Imst gedenkt einem ihrer großen Söhne

Einzigartige Gedenkausstellung für den Künstler Christian Plattner zur 102. Wiederkehr seines Todestages

Mit einer Ausstellung im Imster „Museum im Ballhaus“ gedenkt die Stadt Imst einem ihrer großen Söhne, dem Bildhauer und Zeichner Christian Plattner. Das Gedenken zu seinem 100. Todestag hätte eigentlich vor zwei Jahren stattfinden sollen, musste aber aus den bekannten Gründen bis heuer verschoben werden. Die Begrüßungsrede hielt Kulturreferentin Barbara Hauser. Über den Künstler sprachen sein Urgroßneffe Gerd Jonak und Manfred Waltner von der Imster Fasnacht. Moderiert wurde die Ausstellungseröffnung von Museumsleiterin Sabine Schuchter.
30. Mai 2023 | von Ewald Krismer
Stadt Imst gedenkt einem ihrer großen Söhne<br />
Zeigten sich erfreut über die gelungene Ausstellungseröffnung: Christian Plattners Urgroßneffe Gerd Jonak, Kulturreferentin Barbara Hauser, Museumsleiterin Sabine Schuchter und Manfred Waltner von der Imster Fasnacht (v.l.). RS-Foto: Krismer
Von Ewald Krismer

Schon im Jänner 2021 schrieb die RUNDSCHAU anlässlich der 100. Wiederkehr seines Todestages über den Imster Bildhauer und Maler Christian Plattner. Aber nochmals zur Erinnerung: Hineingeboren in eine Bäckersfamilie erblickte der Künstler am 2. März 1869 in Imst das Licht der Welt. Als Bäckerssohn war er ursprünglich dafür vorgesehen den Bäckereibetrieb zu übernehmen. Aber seine schon früh erkannten künstlerischen Fähigkeiten bewogen Christian Plattner die Laufbahn eines Bildhauers und Zeichners einzuschlagen. Plattners künstlerischer Werdegang begann mit der Lehre beim Imster Bildhauer Johann Grissemann bis er 1895 nach Wien ging, um bis 1904 an der Akademie der bildenden Künste bei Caspar von Zumbusch und Edmund von Hellmer zu studieren. Später ließ er sich in Innsbruck nieder, wo er als Bildhauer und Maler arbeitete und zahlreiche Werke schuf. Nach dem Ersten Weltkrieg geriet Christian Plattner in Vergessenheit. Er starb im 52. Lebensjahr am 1. Jänner 1921 im Krankenhaus in Innsbruck (einen Tag vor Historienmaler Franz von Defregger) und wurde am „Friedhof Wilten West“ in Innsbruck beigesetzt. Das Grab wurde am 22. Dezember 1970 aufgelassen.

PLATTNERS WERKE. Einige seiner Werke sind der „Seilwerfer“, der ursprünglich beim alten Imster Rettungsheim in der Pfarrgasse aufgestellt war und heute am „Sunneplatzle“ steht, der „Wörgler Rearer“ vor der Wörgler Pfarrkirche, die Figurengruppe „Anno Neun“ vor der Ottoburg (1909), sowie die Pietà in der Priesterarkade am Imster Friedhof und weitere Grabmäler am Innsbrucker Westfriedhof. Was bis Dato den wenigsten bekannt gewesen sein dürfte, war neben seinem bildhauerischen und malerischen Können seine Meisterhaftigkeit als Fotograf. So gibt es neben Gips- und Bronzegussmodellen und Skizzen auch eine Menge Fotografien zu bestaunen. Und wie es zu einem echten Imster gehört, hinterließ Christian Plattner auch in der Fasnacht mit kunstvollen Larven seine Spuren. Eine davon ist die einzige Altfranklarve ohne Bart. Alles, was in der Präsentation zu sehen ist, stammt aus dem Privatarchiv von Plattners Urgroßneffen Gerd Jonak und dem Archiv des Ballhausmuseums. Die Gedenkausstellung läuft noch bis zum 9. September. Öffnungszeiten: Dienstag und Donnerstag bis Samstag jeweils von 14 bis 18 Uhr und nach Vereinbarung.
Stadt Imst gedenkt einem ihrer großen Söhne<br />
Das Foto zeigt Christian Plattner als Maler in seinem Atelier. RS-Foto: Krismer
Stadt Imst gedenkt einem ihrer großen Söhne<br />
Der Imster Künstler schuf auch Larven für die Fasnacht. Auch die von ihm meisterhaft gefertigte einzige Altfranklarve ohne Bart bereichert die Präsentation. RS-Foto: Krismer

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