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Imst | Kultur | 19. April 2021 | Ewald Krismer

„Tirols vergessene Epoche“ wird nie vergessen

„Tirols vergessene Epoche“ wird nie vergessen
Der Autor Tobias Karl Pamer zeigt mit Stolz sein neuestes Schriftwerk „Fürstenspiegel“ aus seiner Buchreihe „Tirols vergessene Epoche“. Foto: Archiv Krismer
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Dafür sorgt Tobias Pamers „Fürstenspiegel“, die dritte Folge seiner Buchreihe

„Fürstenspiegel“ heißt das neueste Werk des Tarrenzer Autors Tobias Pamer. Nach „Blutballaden“ 2015 und „Habichtskrieg“ 2017 ist es die dritte historisch belegte Folge innerhalb seiner Buchreihe „Tirols vergessene Epoche“. Das Buch erzählt fortsetzend die Geschichte der einstmals in Tarrenz ansässig gewesenen „Herren von Starkenberg“.
Von Ewald Krismer

Alle drei Bücher lesen sich zwar wie ein Roman, sind aber das Ergebnis einer fundierten historischen Aufarbeitung der Geschichte des einst im Tiroler Oberland herrschenden Rittergeschlechts. Brauchte Tobias Pamer für die ersten beiden Bände je zwei Jahre, so waren es diesmal vier. Ist aber leicht erklärbar, machte er doch nebenbei auch seinen Magister philosophiae in den Fächern Germanistik, Geschichte und Politische Bildung, die er 2019 mit 24 Jahren abschloss, und führt seither seine Forschungen zur Erlangung des akademischen Grades eines Doctor philosophiae an der Salzburger Paris-Lodon-Universität mit dem Dissertationsthema „Geschichte des Mittelalters“ und unter dem Arbeitstitel „Starkenberg 1217–1452. Transregionale Dynamiken des Ritteradels im Spätmittelalter“ fort. Zudem arbeitet Tobias Pamer im Brotberuf als Historiker an den Universitäten Innsbruck und Salzburg.

WERDEGANG. Dass Tobias‘ Forschungen viel Zeit und Arbeit in Anspruch nahmen, liegt auf der Hand. Da bislang sehr wenig erforscht, gibt es über die „Starkenberger“ fast keine Literatur, an der sich der Historiker orientieren konnte; und was er fand, erwies sich teilweise als unvollständig und ungenau. Aber das sollte den jungen forschungs- und schreibwütigen Tarrenzer – der mit seiner Mitgliedschaft zu den Tarrenzer Schützen und zum „Starkenberger Trommlerzug“ seine Zuneigung zu diesem Geschlecht zusätzlich unter Beweis stellt – nicht daran hindern, sich weiter mit diesem Thema zu befassen. So führten ihn seine Nachforschungen neben Tirol auch in das Haus-, Hof- und Staatsarchiv nach Wien, in die Allgäuer Klöster Steingaden, Ottobeuren und Weingarten, weiter bis nach Nürnberg, nach Bern und nach Bozen und Trient. Insgesamt waren es 22 Archive, die Tobias durchstöberte, um Starkenbergs wahre Geschichte zu Papier bringen zu können. 

„VERGESSENE EPOCHE“. Dieses Vergessen war einmal, denn mit seinen drei Büchern hat Tobias Pamer die Starkenberger wieder in Erinnerung gebracht und das umfangreicher als je zuvor und damit Sorge getragen, dass die „Ministeriale der Staufer“ künftig niemals mehr in Vergessenheit geraten werden – zumindest nicht bei Historikern und Oberländer Geschichtsbesessenen.

INHALT. Alle in Tobias‘ Büchern vorkommende Figuren entsprechen der Realität, einzig er selbst als Erzähler „Konrad von Gebratstein“ ist eine fiktive Gestalt. Gemeinsam mit ihm geht Pamer durch die mittelalterliche Grafschaft Tirol von Rattenberg bis Kastelruth und schließlich bis zum Konzil von Konstanz, durchquert mit ihm dunkle Wälder und weite Hochebenen und hält Quartier auf düsteren Burgen. Man schreibt das Jahr 1411. Nach der Rückeroberung Tirols 1410 gemeinsam mit Friedrich von Österreich steht Ritter Konrad von Gebratstein der größte Kampf noch bevor. Er hat sich neue Feinde gemacht. Der neu gewählte römisch-deutsche König Siegmund von Luxemburg wird zum Widersacher Herzog Friedrichs IV., der wiederum der Bezwinger der Starkenberger war, nachdem die sich gegen ihn aufgelehnt hatten. Den Tiroler Landesfürsten traf 1414 beim Konzil von Konstanz Siegmunds königlicher Bannstrahl, nachdem er dem abgesetzten Papst Johannes XXIII. bei dessen Flucht vom Konzil Hilfe zuteilwerden ließ. Bei der Versammlung von Kirche und Reich gibt es feierliche Umzüge und Turniere, aber auch rauchende Scheiterhaufen als Folge von Intrigen der Mächtigen. Konrad scheint eine Spielfigur auf dem Schachbrett der Reichsfürsten zu sein, erkennt aber rechtzeitig, was nun das Ziel seines Strebens ist, als sich „Anna von Thierstein“ von ihm abwendet und er Zeuge größten Verrats wird.
„Tirols vergessene Epoche“ wird nie vergessen
„Blutballaden“ 2015 und „Habichtskrieg“ 2017 waren die zwei ersten Folgen des nun im Reuttener Ehrenberg-Verlag druckfrisch erschienen dritten Teils „Fürstenspiegel“. Foto: Archiv Krismer
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