Rundschau - Oberländer Wochenzeitung
Imst | Kultur | 26. März 2019 | Bogdan Dujic

„Veränderungen“ von Hans Seifert

Hans Seifert präsentierte vergangenen Freitag in der AK Imst „Bilder von früher und jetzt“. Er wünschte sich keine Laudatio, sondern ein Künstlerinterview mit Alexandra Rangger, die die Werke unter dem Titel „Veränderungen“ gekonnt für die Besucher interpretierte. Im Bild: Christoph Stillebacher, Hans Seifert, Alexandra Rangger und Beate Flunger (v.l.) RS-Foto: Bundschuh
Gernot Niederfrininger aus dem Vinschgau sorgte mit seiner Harfe für eine harmonische musikalische Begleitung der Vernissage von Hans Seifert. RS-Foto: Bundschuh
Nicht nur heimische Tradition beschäftigt den Künstler, auch ferne Länder und Kontinente finden Eingang in seine kreative Umsetzung von „Veränderungen“ in Bildern. Hier: „Afrika“. RS-Foto: Bundschuh
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Vernissage in der AK Imst


Vergangenen Freitag präsentierte der Oberländer Künstler Hans Seifert seine „Bilder von früher und jetzt“ in der AK Imst. Er wünschte sich keine Laudatio, sondern ein Künstlerinterview mit Alexandra Rangger, für die musikalische Begleitung sorgte Gernot Niederfrininger mit seiner Harfe.


Von Friederike Bundschuh


Der Maler, Graphiker und Kunstpädagoge Hans Seifert wurde im Jahr 1947 in Pfunds geboren, lebte in Ried, hat also Oberländer Wurzeln, und ist seit einigen Jahren in Absam bei Innsbruck beheimatet. Er beschäftigte sich mit neuen Wegen in der bildnerischen Erziehung in Volks- und Sonderschulen. Seit 1979 Lehrender an Pädagogischen Akademien, beschäftigte sich Seifert intensiv mit kreativen Werken von Kindern als Mittel der Persönlichkeitsentwicklung. Die Befassung mit der Technik der Gouachemalerei ermöglicht dem Künstler durch Pastos-Auftragen der Farbe (Malmittel in zähflüssigem Zustand) Gestaltungselemente, Farbfurchen und Erhebungen in seine Werke aufzunehmen, daneben forcierte Seifert die Acrylmalerei.



Seifert über Seifert

„Malen bedeutet für mich, Geschichten mit dem Pinsel zu schreiben und auf der Leinwand sichtbar zu machen. Bildgeschichten über Pilgerwege, Sehnsuchtslandschaften, Reiseeindrücke und Menschenbilder aus nah und fern, Licht- und Schattenplätze in der Heimat, verlassene und verborgene Gehöfte, Sonnenblumen, die mich an meinen eigenen Lebensweg erinnern, Ministranten, Kirchenfahnen, dem Gegenwind trotzend, Kreuze, die von Leid, Scherz, Flucht und Hoffnung erzählen, Bilder die mich durch mein Leben begleiten, erinnern, dankbar machen und hoffnungsvoll weitergehen lassen. Ich will dabei aber nicht ,schönfärben‘ oder lieblich abbilden. Dafür sorgt der Ölstift. Er gehört zu meinen liebsten Arbeitswerkzeugen. Damit kann ich Falten, Risse, Vergänglichkeit hervorheben.“



Wandel der Zeit als Thema

Veränderungen, die uns das Leben als tägliche Herausforderungen präsentiert, werden von Hans Seifert umgesetzt. Er versucht, den Betrachter zu berühren, überrascht mit seinen Bildern, taucht in eine Welt von Symbolen und verschütteten Gefühlen ein, in eine Welt zu sich selbst. Tradition, Trachten, Umzüge, allgemeines Brauchtum – Themen, durch die der Künstler seine Faszination an allem Mystischen, der Liturgie oder an Religion ausdrückt. Seifert: „Für einen Maler ist das ein Erlebnis – ich bin nach Absam gekommen und wenn da Prozessionen sind, wird alles mitgetragen, die Fahnen, die Statuen. Da moant ma auf den ersten Blick: Mei, des isch ganz etwas Frommes, was da ablauft. Und auf den zweiten Blick siegt ma donn, dass am Montag alles wieder gleich isch wia’s am Samstag g’west isch.“ Und gerade dort, wo’s so traditionell zugeht, schaut der Künstler näher hin, versucht zu erfassen, was hinter dem gelebten Brauchtum steht. Eine Herausforderung auch für den Galeriebesucher, der in Seiferts Bildern, aus der Nähe und mit Engagement betrachtet, ganz anderes wahrnehmen kann, als es aus der Ferne auf den ersten Blick erscheinen mag.




Gernot Niederfrininger aus dem Vinschgau sorgte mit seiner Harfe für eine harmonische musikalische Begleitung der Vernissage von Hans Seifert. RS-Foto: Bundschuh


Nicht nur heimische Tradition beschäftigt den Künstler, auch ferne Länder und Kontinente finden Eingang in seine kreative Umsetzung von „Veränderungen“ in Bildern. Hier: „Afrika“. RS-Foto: Bundschuh
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