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Imst | Kultur | 5. Jänner 2021 | Manuel Matt

Was da zwischen Bahnsteigen aufblüht

Was da zwischen Bahnsteigen aufblüht
Fünf Köpfe, eine Band: Christian „Gigi“ Prager (Gitarre), Manuel Stampfer (Gitarre), Jasmin Raffl (Gesang), Andreas Randolf (Schlagzeug) und Fabian Schauber (Bass) (v.l.) bilden gemeinsam das musikalische Kollektiv „Platform Poetry“ Foto: Randolf
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„Platform Poetry“: Oberländer Band gibt Erstlingswerk heraus

Leicht war’s noch nie, als Band den Proberaum zu verlassen. Manchmal scheitert’s am Mut, manchmal an den Gelegenheiten – und manchmal legt eine Pandemie eine ganze Szene für viele Monate lahm. So hat zumindest die Oberländer Formation „Platform Poetry“ das vergangene Jahr seit März erlebt: Zeit und Ort für das erste Konzert wären bereits fixiert gewesen, um das frisch fertiggestellte Erstlingswerk „Megametrix“ der Öffentlichkeit zu präsentieren. Das mag zwar bis dato ins Wasser gefallen sein, reinhören lässt sich aber trotzdem – und es lohnt sich.
Von Manuel Matt

Mit einem knackig-denkwürdigen Gitarren-Riff fängt’s an, sphärisch-sanft hört’s auf – und auch jeder der 13 Songs dazwischen bringt seinen ganz eigenen Reiz mit auf „Megametrix“, dem Erstlingswerk der Oberländer Musikerverbindung „Platform Poetry“. Passen würde der Titel angesichts mitreißender Rhythmik allemal, entstand aber aufgrund eines Missgeschicks beim Tippen von „Megametrix“, verrät schmunzelnd der Gitarrist Christian „Gigi“ Prager (39). „Platform Poetry“ ist derweil ebenso ein Bandname, wie er sich gehört. Weil er eigentlich etwas anderes bedeutet als im ersten Moment vermutet. Gemeint ist nämlich nicht eine schnöde Plattform für Poesie, denn „Platform“ ist im englischen Sprachraum auch der Bahnsteig gemeint – und wo Züge ständig an- und abfahren, weiß sich der menschliche Geist oftmals hin zur kreativen Unendlichkeit zu strecken. Muss wohl an den parallel zueinander verlaufenden Schienen liegen.

AUS VERSCHIEDENEN RICHTUNGEN. Schubladen sind hingegen ein Graus. Nicht nur im zwischenmenschlichen Bereich, sondern auch in der Musik. Die fünfköpfige Gruppe verzichtet jedenfalls auf Kategorisierung, auf ein fixes Genre-Label. „Eigentlich sind wir einfach verschiedene Menschen, die verschiedene Einflüsse miteinbringen – und das hört man, glaube ich“, sagt Gitarrist Manuel Stampfer. Selbst höre er gern „alles, was gut ist“, sagt Stampfer, lässt aber durchblicken, dass er einst an einem einzigen Weihnachtsfest gleich drei Alben von Led Zeppelin, Pearl Jam und Queens Of The Stone Age unter dem Christbaum fand. Sein bester Freund, Fabian Schauber am Bass, begeistere sich für Metal und Stoner-Rock, während sich Mit-Gitarrist Prager aus der Ecke des Hard Rocks hinzugesellt. Etwas anders, der Geschmack der Sängerin Jasmin Raffl mit Jazz und Folk. Für das weite Herz der Filmmusik schlage das Herz von Schlagzeuger Andreas Randolf. Überhaupt sei der Bandgründer aber ein wahrer musikalischer Tausendsassa, bestätigen Prager, Raffl und Stampfer.

DAS BESTE FÜR DEN SONG. Belassen wir es also beim Prädikat Indie-Rock mit feiner künstlerischer Note. Die Songs sind allesamt aus eigener Schmiede, würden gemeinsam entstehen, im zwanglosen Zusammenspielen. „Da kommt Idee nach Idee“, weiß Prager zu berichten, „und man weiß nie, was passiert“, ergänzt Stampfer. Beinahe jede Probe gehe so mit einem neuen Song einher, der aber stets durchdacht sein muss, erzählt Raffl, die als Sängerin den Löwenanteil der Texte verfasst. Was sie aneinander haben, wissen die Musiker: „Ich schätze die sprühende Kreativität von allen Seiten und dass man Dinge einfach ansprechen kann, ohne jemanden zu beleidigen“, sagt Stampfer. „Wir verstehen einander. Es ist ein freundschaftliches, fast schon familiäres Miteinander“, bestätigt Raffl. „Die jeweiligen Egos stehen im Hintergrund. Weil jeder das Beste für den Song will“, macht auch Prager aus seiner Freude keinen Hehl. Schade nur, dass dieses sympathische Gemisch so bald wohl nicht live zu hören sein wird: Alle geplanten Auftritte – unter anderem auch im Innsbrucker Treibhaus – mussten abgesagt werden. „Wir sehen’s gelassen“, meinen die Musiker unisono – und zu tun hat’s wohl mit den Studioaufnahmen zum ersten Album auch so genug gegeben. „Das ist ziemlich viel Arbeit, das glaubt man gar nicht“, sagt Prager, grinst und dankt herzlich dem Produzenten Stefan Woll im Namen der Band. Bis dann alles wieder etwas normaler wird, lässt sich „Megametrix“ in vollen Zügen genießen – in physischer Form nach Facebook-Nachricht an die Band oder einem Anruf unter Tel.0699 12539711, im Digitalformat im iTunes-Store und bei Amazon sowie als Stream auf Spotify.
Was da zwischen Bahnsteigen aufblüht
15 Songs stark und ein hörenswertes Debüt: „Megametrix“, das erste Album der Oberländer Band „Platform Poetry“ Foto: Randolf
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