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Imst | Kultur | 7. Juni 2021 | Peter Bundschuh

Zeitpunkt gut gewählt

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Die Bezeichnung „Kunst-(Handwerks)-Raum“ würde auch gut zum Atelier von Hannes Metnitzer passen. Mit der Hand zu arbeiten, zu schweißen und zu schleifen ist ein wesentlicher Teil der Kreativarbeiten von „Meister“ Metnitzer. RS-Foto: Bundschuh
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Obsteiger Künstler Hannes Metnitzer stellt in Innsbruck aus

Mit Ende des Lockdown eröffnete die Innsbrucker Galerie Nothburga ihre Pforten mit einer Ausstellung der Innsbrucker Künstlerin Charlotte Simon und dem im Bezirk Imst ansässigen Hannes Metnitzer. Seine Werke sind im allerweitesten Sinne bildhauerisch, jedenfalls Plastiken, dreidimensional, raumimmanent und unter Verarbeitung unterschiedlichster bis geradezu gegensätzlicher Materialien wie Stahl in Verbindung mit feinstem Textil geschaffen. Dass diese Form des Gestaltens auch handwerkliches Geschick, nicht selten auch Körperkraft, erfordert, liegt auf der Hand. „Die Skulpturen von Hannes Metnitzer entziehen sich einer vorschnellen Einvernahme ebenso wie einer rein zeitgeistigen Zuordnung“, meint Günther Dankl, Kunsthistoriker bei den Tiroler Landesmuseen.
Von Peter Bundschuh

Charlotte Simon absolvierte die Akademie für Malerei in Berlin und studierte an der Universität Innsbruck, Fächerbündel mit Schwerpunkt Kunsttheorie, Abschluss 2002. Die Bezüge von Charlotte Simon zum Tiroler Oberland sind vielfältig. Beispielsweise Ausstellung 2014 im „Kunst-Werk-Raum Mesnerhaus“ Mieming und 2017 „Linie“ zusammen mit Hannes Metnitzer in Breitenwang. Hannes Metnitzer ist Jahrgang 1963 und stammt aus der Steiermark. Er studierte in Salzburg und lebt und Arbeitet seit 1994 in Obsteig 

KUNST DRÜCKT SICH IN EINEM „WOLLEN“ AUS. Die Natur und deren Erscheinungen reichen von bezaubernder Schönheit bis hin zum Grauen. Es ist ein Werden und Vergehen, im künstlerischen Gestalten hingegen tritt ein „Wollen“ zutage. So etwa darf man Metnitzers Kunstauffassung umreißen. Der Kunstschaffende und Kunstpädagoge Hannes Metnitzer hat sich beispielsweise durch seinen „Würfel“ im öffentlichen Raum der Imster Kunststraße 2019 bei den Besuchern eingeprägt. Die raffiniert beleuchtete Skulptur in ihren Komponenten aus massivem Stahl und sich bei jedem Windhauch veränderndem federleichtem Textil brachte sowohl Gegensatz als auch Harmonie von Beständigkeit und einer gewissen „Leichtigkeit des Seins“ beeindruckend näher. Des Weiteren gehen auch Konzept und jahrelange sehr erfolgreiche Leitung der Galerie „Kunst-Werk-Raum Mesnerhaus“ in Mieming auf seine Idee und organisatorische Beharrlichkeit zurück. Metnitzer steht auf zwei Beinen, dem des Kunstschaffenden und dem des Kunstpädagogen: „Das hat große Vorteile – ich bin nicht gezwungen, eine Arbeit zu verkaufen, von der ich selbst nicht überzeugt bin.“

AUS DER GRÜNEN MARK. Hannes Metnitzer, Jahrgang 1963, im Gespräch mit der RUNDSCHAU: „Ich stamme aus Oberwölz in der Steiermark. Nach dem Gymnasium kam die Akademie für Malerei in Graz, dabei unterstützte meine Familie, besonders meine Mutter, die Entscheidung für eine künstlerische Ausbildung. Sie selbst begleitete meine Kindheit als sehr gute Zeichnerin und arbeitet auch kreativ in Textil. Auf die Ausbildung in Graz folgte das Studium am Mozarteum Salzburg. Ich besuchte die Klasse für Bildhauerei dazu schloss ich das Lehramt für Kunst- und Werkpädagogik ab. Auch diese Ausbildung lag mir, weil ich mich gerne mit Menschen befasse. Nebenher arbeitete ich als Restaurator und baute auch zusammen mit Künstlern Ausstellungen auf, das war schon eine recht spannende Angelegenheit, darüber hinaus stellte ich auch selbst bereits Arbeiten aus. Insgesamt ergänzten sich all diese Tätigkeiten, das kam mir durchaus zugute. Meine Frau, die auch das Mozarteum besuchte, unterrichtete bereits in Innsbruck und ich folgte meiner Liebe. Da die Wohnungssuche in Innsbruck nicht sehr erfolgreich war, zogen wir für den Sommer 1994 in das ungenützte Ferienhaus der Tante meiner Frau nach Obsteig. Und nach diesen herrlichen Monaten wurde uns klar, wir sind gekommen um zu bleiben. Wir bauten also das Haus aus und unsere beiden Töchter wuchsen in Obsteig auf. Beruflich unterrichten meine Frau und ich am Institut für Sozialpädagogik in Stams. Meine Lehrtätigkeit entbindet mich von dem Druck, Arbeiten aus finanziellen Gründen verkaufen zu müssen, was ich als sehr befreiend empfinde.“

FREIHEIT DES SCHAFFENS. „Wenn ich nicht absolut hinter einem Werk stehe, also selbst überzeugt bin, muss ich es nicht ausstellen und auch Aufträge in Richtung Design nehme ich nicht an. Meine Arbeiten können daher auch teilweise recht ,sperrig‘ und nicht auf Anhieb ,zugänglich‘ ausfallen. Die beiden Säulen, Kunst und Kunsterziehung, halten einen Balken, auf dem es recht gut balancieren lässt, das empfinde ich als ziemlichen Luxus.“ Metnitzers Werke erfordern Einlassung und „Zugangssuche“ des Betrachters, mit „Drüberschauen“ ist es also nicht getan. Reale Natur wird nicht abgebildet, trotzdem wird man von einer realen und eben nicht abstrakten Ausdrucksform auszugehen haben. Das regionale Umfeld betreffend erinnert man sich besonders an den „Würfel“ der Kunststraße 2019 und an Ausstellungen in Imst, Landeck und im Stiftsgarten Stams.
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Der Kunstschaffende und Kunstpädagoge Hannes Metnitzer beeindruckte unter anderem während der Imster Kunststraße 2019 durch seinen „Würfel“ im öffentlichen Raum. RS-Foto: Bundschuh
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