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Der Sekretär des Textes

Thomas Sautner las in der Bücherei Haiming aus neuem Roman

„Pavillon 44“ heißt das neueste Werk des österreichischen Autors Thomas Sautner, das dieser vergangene Woche in Haiming präsentierte. Mit viel Witz erzählt der Schriftsteller eine Geschichte, in der über Psychiatrie, seelische Gesundheit und im Kern auch über Gott reflektiert wird.
4. November 2025 | von Agnes Dorn
Der Sekretär des Textes<br />
Thomas Sautner versteht es, seine Leser in den Bann zu ziehen. RS-Foto: Dorn
15 Jahre ist es her, dass Thomas Sautner die Hintergründe für seinen neuen Roman „Pavillon 44“ recherchiert hat und trotz mehrmaliger Versuche ist ihm die Niederschrift der Geschichte erst jetzt gelungen. Er sei nur der „Sekretär des Textes“ und müsse sich diesem fügen, erklärt er mit einem Augenzwinkern den zahlreichen Zuhörern, die zu seiner Lesung in die Bücherei Haiming gekommen sind. Und der Text sei eben erst jetzt dazu bereit gewesen, zu Papier gebracht zu werden. Der Roman „Pavillon 44“ ist im Picus Verlag erschienen.

TIEFGANG MIT CHARME. Thomas Sautner ist ein Meister darin, philosophische Themen mit einer Prise Humor so ganz nebenbei in seine Texte einfließen zu lassen. Er erzählt Geschichten, die genauso wie beschrieben passiert sein könnten und es ist immer dieser liebevolle Blick auf seine nicht der Norm entsprechenden Figuren, die es dem Leser ermöglicht, die eigene Sicht auf die Welt in Frage zu stellen. „Zwischen Verrücktheit und Empathie ist manchmal nur ein Wissensunterschied“, resümiert er zum Beispiel über eine der Hauptfiguren seines neuen Romans, die in die Wiener Psychiatrie auf der Baumgartenhöhe eingeliefert wird. Den Ausgang nimmt die Geschichte in Gmünd, jener Gemeinde im Waldviertel, in der der Autor selbst vor 55 Jahren geboren wurde.

AM RANDE DES WAHNSINNS. Der Roman ist eine Parabel auf das Leben. Die Suche nach zwei aus der Psychiatrie ausgebrochenen Insassen wird zur Suche nach der Wahrheit über das menschliche Leben, nach der Existenz an sich und schließlich nach Gott, dessen Sohn Jesu ebenfalls im Wien der 2010er Jahre reinkarniert, zumindest glaubt das der sich als Gottes Sohn selbst so Bezeichnende. Dass Sautner vor allem mit der Figur des Primararztes Siegfried Lobell sympathisiert, merkt man aus seiner Schwärmerei während der Lesung. Er sei ein Humanist und nehme sich noch Zeit für seine Patienten, lobt der Autor und dem Zuhörer wird da wohl bewusst, welch enge Bindung Schriftsteller mit ihren Figuren einzugehen imstande sind. Die Nachfrage nach den von der Bücherei aufgelegten Werken Sautners war auf jeden Fall größer als das Angebot und Sautner konnte mit dem Wissen zurück nach Wien fahren, den Haimingern ein besonderes Lesevergnügen bereitet zu haben. 
Der Sekretär des Textes<br />
Büchereileiterin Claudia Raich stellte den Autor mit viel Witz vor. RS-Foto: Dorn
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Die Zuhörer zeigten sich vom Autor angetan und griffen später auch beim Buchtisch kräftig zu. RS-Foto: Dorn
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Der Autor hatte dank des großen Interesses von Seiten der Zuhörer einige Bücher zu signieren. RS-Foto: Dorn

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