Die Welt aus den Fugen
Politikwissenschaftler Mangott analysierte globale Krisen in Fließ
16. März 2026 | von
Niki Meze
Der Museumsverein Fließ lud ein, zahlreiche Gäste folgten der Einladung: Mercedes Walch und Walter Stefan freuten sich sehr über das enorme Interesse.
Fotos: Meze
Fotos: Meze
Die Einführung des Abends übernahm Mercedes Walch, designierte Nachfolgerin des langjährigen Obmann des Museumsvereins Fließ Dr. Walter Stefan, und Organisatorin der Veranstaltung. In ihrer Vorstellung des Referenten ging sie auch auf eine persönliche Anekdote aus dessen Jugend ein: Bereits als Dreizehnjähriger habe Mangott einen Vortrag von Professor Anton Pelinka besucht – ein Erlebnis, das seine Begeisterung für Politikwissenschaft und die Analyse globaler Ereignisse nachhaltig geprägt habe.
VIELZAHL INTERNATIONALER KONFLIKTE. Mangott spannte in seinem Vortrag einen breiten Bogen über aktuelle geopolitische Krisen. Der Titel der Veranstaltung sei treffend gewählt, betonte er: Die Welt sei derzeit tatsächlich „aus den Fugen“. Neben dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine und dem Krieg im Gazastreifen verwies er auch auf den jüngst eskalierten Konflikt im Iran, in den mittlerweile große Teile des arabischen Raums sowie der Libanon involviert seien. Darüber hinaus gebe es zahlreiche sogenannte „vergessene Kriege“, die in der internationalen Berichterstattung kaum Beachtung finden würden – etwa Konflikte im Sudan, an der Grenze zwischen Afghanistan und Pakistan oder im Osten des Kongos im Konflikt mit Ruanda.
VÖLKERRECHT ZUNEHMEND MISSACHTET. Mehrfach wies der Politikwissenschaftler darauf hin, dass in vielen aktuellen Konflikten grundlegende Prinzipien des Völkerrechts zunehmend missachtet würden. Besonders deutlich werde dies in Kriegen, in denen auch große Mächte – allen voran die USA – eine Rolle spielen. Im Ukraine-Krieg etwa hätten sowohl China aus wirtschaftlichen Überlegungen als auch die USA aus geopolitischen Einflussinteressen derzeit wenig Interesse an einem raschen Ende des Konflikts. Gleichzeitig sei die Europäische Union bei den laufenden Friedensbemühungen inzwischen weitgehend ausgegrenzt, analysierte Mangott.
EUROPAS STRUKTURELLE SCHWÄCHEN. Ein weiterer Schwerpunkt seines Vortrags lag auf den strukturellen Schwächen der EU. Neben der häufig fehlenden Einigkeit in zentralen außenpolitischen Fragen – etwa bei der möglichen NATO-Aufnahme der Ukraine oder bei der Bewertung militärischer Unterstützung – spiele auch der wirtschaftliche Faktor eine wichtige Rolle. So seien die Energiekosten in den USA rund fünfmal niedriger als in der Europäischen Union, was langfristig erhebliche Auswirkungen auf die Wettbewerbsfähigkeit vieler europäischer Industriezweige haben könne. Auch die wirtschaftlichen Folgen militärischer Konflikte seien enorm. So schätze die Weltbank, dass bereits die erste Woche des aktuellen Iran-Krieges rund 7,6 Milliarden Euro gekostet habe. Im Ukraine-Krieg seien auf ukrainischer Seite seit Beginn der Invasion bereits Schäden von rund 600 Milliarden US-Dollar entstanden. Dass Russland diese jemals in Form von Reparationen begleichen werde, erscheine aus heutiger Sicht jedoch völlig unrealistisch, so Mangott.
PRESSIMISTISCHER AUSBLICK. Am Ende seines Vortrags zog der Politikwissenschaftler ein ernüchterndes Fazit: Eigentlich könne er derzeit „nichts Positives“ über die globale Lage berichten. Trotz dieser düsteren Analyse war das Interesse des Publikums groß. Mangott nahm sich im Anschluss viel Zeit, um die zahlreichen Fragen der Besucher zu beantworten, kurz und knapp lieferte er auf sämtliche Fragen präzise und sehr nachvollziehbare Antworten. Zum Abschluss bedankte sich Dr. Walter Stefan beim Referenten, der selbst Fliesser Wurzeln hat. Gleichzeitig zeigte er sich beeindruckt vom großen Andrang: Einen so voll besetzten Veranstaltungssaal habe er noch nie erlebt, selbst auf den Treppen hätten Besucher gesessen, um dem Vortrag folgen zu können.
VIELZAHL INTERNATIONALER KONFLIKTE. Mangott spannte in seinem Vortrag einen breiten Bogen über aktuelle geopolitische Krisen. Der Titel der Veranstaltung sei treffend gewählt, betonte er: Die Welt sei derzeit tatsächlich „aus den Fugen“. Neben dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine und dem Krieg im Gazastreifen verwies er auch auf den jüngst eskalierten Konflikt im Iran, in den mittlerweile große Teile des arabischen Raums sowie der Libanon involviert seien. Darüber hinaus gebe es zahlreiche sogenannte „vergessene Kriege“, die in der internationalen Berichterstattung kaum Beachtung finden würden – etwa Konflikte im Sudan, an der Grenze zwischen Afghanistan und Pakistan oder im Osten des Kongos im Konflikt mit Ruanda.
VÖLKERRECHT ZUNEHMEND MISSACHTET. Mehrfach wies der Politikwissenschaftler darauf hin, dass in vielen aktuellen Konflikten grundlegende Prinzipien des Völkerrechts zunehmend missachtet würden. Besonders deutlich werde dies in Kriegen, in denen auch große Mächte – allen voran die USA – eine Rolle spielen. Im Ukraine-Krieg etwa hätten sowohl China aus wirtschaftlichen Überlegungen als auch die USA aus geopolitischen Einflussinteressen derzeit wenig Interesse an einem raschen Ende des Konflikts. Gleichzeitig sei die Europäische Union bei den laufenden Friedensbemühungen inzwischen weitgehend ausgegrenzt, analysierte Mangott.
EUROPAS STRUKTURELLE SCHWÄCHEN. Ein weiterer Schwerpunkt seines Vortrags lag auf den strukturellen Schwächen der EU. Neben der häufig fehlenden Einigkeit in zentralen außenpolitischen Fragen – etwa bei der möglichen NATO-Aufnahme der Ukraine oder bei der Bewertung militärischer Unterstützung – spiele auch der wirtschaftliche Faktor eine wichtige Rolle. So seien die Energiekosten in den USA rund fünfmal niedriger als in der Europäischen Union, was langfristig erhebliche Auswirkungen auf die Wettbewerbsfähigkeit vieler europäischer Industriezweige haben könne. Auch die wirtschaftlichen Folgen militärischer Konflikte seien enorm. So schätze die Weltbank, dass bereits die erste Woche des aktuellen Iran-Krieges rund 7,6 Milliarden Euro gekostet habe. Im Ukraine-Krieg seien auf ukrainischer Seite seit Beginn der Invasion bereits Schäden von rund 600 Milliarden US-Dollar entstanden. Dass Russland diese jemals in Form von Reparationen begleichen werde, erscheine aus heutiger Sicht jedoch völlig unrealistisch, so Mangott.
PRESSIMISTISCHER AUSBLICK. Am Ende seines Vortrags zog der Politikwissenschaftler ein ernüchterndes Fazit: Eigentlich könne er derzeit „nichts Positives“ über die globale Lage berichten. Trotz dieser düsteren Analyse war das Interesse des Publikums groß. Mangott nahm sich im Anschluss viel Zeit, um die zahlreichen Fragen der Besucher zu beantworten, kurz und knapp lieferte er auf sämtliche Fragen präzise und sehr nachvollziehbare Antworten. Zum Abschluss bedankte sich Dr. Walter Stefan beim Referenten, der selbst Fliesser Wurzeln hat. Gleichzeitig zeigte er sich beeindruckt vom großen Andrang: Einen so voll besetzten Veranstaltungssaal habe er noch nie erlebt, selbst auf den Treppen hätten Besucher gesessen, um dem Vortrag folgen zu können.

