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Keine Freude mit Lärmschutzmauer

Obsteiger Unternehmer zeigt sich über Baumaßnahme erzürnt

Anders als ursprünglich geplant, verläuft die neue Lärmschutzmauer an der Landesstraße in Obsteig direkt am Imbiss von Patrick Schaber vorbei, der dadurch massive Einbußen befürchtet. Nach der ersten Auseinandersetzung mit der Gemeinde gibt es nun auch Streit über eine seiner Parkflächen.
4. November 2025 | von Agnes Dorn
Keine Freude mit Lärmschutzmauer<br />
Imbissbetreiber Patrick Schaber sieht seinen Betrieb durch die Lärmschutzmauer massiv beeinträchtigt. RS-Foto: Dorn
Mit über 80 Prozent sei er auf die Kunden von der Straße angewiesen, zeigt sich Imbissbetreiber Patrick Schaber besorgt. Denn seit der neuen Lärmschutzmauer zwischen der vielbefahrenen Landesstraße und seinem Restaurant hätten die vorbeifahrenden Autofahrer keine Sicht mehr auf den Betrieb und würden deutlich seltener stehenbleiben. Im Oktober hätte er bereits rund 40 Prozent Einkommenseinbußen hinnehmen müssen, die zu einem großen Teil sicher der Baumaßnahme geschuldet seien.

BÜRGERMEISTER SIEHT AUFWERTUNG STATT NACHTEIL. Es habe auch vor der Errichtung der Lärmschutzmauer nicht die beste Sicht auf den Imbiss gegeben, argumentiert dagegen Bürgermeister Erich Mirth, der die nunmehrige Abschottung gegenüber der Straße sogar als Aufwertung des Imbissstands sieht. Man habe im Rahmen des Fernpasspakets die Gelegenheit genutzt, noch mehr für das Dorf herauszuholen und den Schutz für die dahinterliegende Siedlung um 26 Meter zu verlängern. Dem widerspricht Schaber: Die Häuser hinter seinem Haus würden ohnehin durch sein Gebäude vom Lärm abgeschirmt. Der einzige Anrainer, der von der Mauer betroffen wäre, sei er selbst. „Ich hab im Vorfeld schon gesagt, dass ich keinen Lärmschutz will. Andere hätten gerne einen und die bekommen keinen“, sieht er an ganz anderen Straßenabschnitten Handlungsbedarf.

WIRTSCHAFTSKAMMER ZEIGT VERSTÄNDNIS FÜR IMBISSBETREIBER. Schon in den wenigen Wochen seit Errichtung wären einige seiner Gäste aus Versehen am Haus vorbeigefahren und hätten umkehren müssen, so Schaber, der auf zahlreiche positive Internet-Bewertungen seines Imbissstands verweisen kann. Von Seiten der Wirtschaftskammer, an die sich der Betreiber hilfesuchend gewandt hat, hat man Verständnis für seine Lage: „Wenn der Bürgermeister sagt, die Lärmschutzmauer ist im Sinne der Bevölkerung – im Sinne der Wirtschaft ist sie nicht. Denn der Betrieb lebt vom Durchzugsverkehr. Wir haben vollstes Verständnis für den Unternehmer und unterstützen ihn auch“, so Nico Tilg von der WK Imst. 

STREIT UM PARKPLÄTZE. Dass jetzt auch noch mehrere seiner von der Gemeinde seit Jahren gepachteten Parkplätze begrünt werden sollen und ihm nicht mehr zur Verfügung stehen werden, ärgert den Gastronomen doppelt. Auch hier sieht sich der Dorfchef im Recht: Da man aber gerade dabei sei, die Unterführung fertigzustellen, habe man handeln müssen und daher dem ehemaligen Pächter – der Pachtvertrag ist vor einem Jahr ausgelaufen – eine Pachtvereinbarung geschickt, mit einer Antwortfrist von vier Tagen. Erst nach Ablauf sei eine nicht klare Antwort von Schaber gekommen. Nun werde die Parkfläche begrünt, wobei Schaber ohnehin mehr Parkplätze zur Verfügung habe als vorgeschrieben und auch weitere Freiflächen genutzt werden könnten. „Ich habe innerhalb der Frist geantwortet und es auch den Gemeindevorständen und meinem Rechtsanwalt geschickt. Ich habe geschrieben, wenn ich die Fläche nicht kaufen kann, würde ich sie auch pachten. Die Mehrheit des Gemeinderats würde mir die Fläche auch sicher verpachten. Ich werde halt irgendwann den Antrag stellen müssen. Letztendlich wird das halt wieder Geld kosten, was völlig unnötig ist“, erklärt Schaber, der nicht versteht, wie Mirth darauf kommt, dass er kein Interesse an der Parkfläche habe, zumal er schon zweimal den Grund kaufen wollte.
Keine Freude mit Lärmschutzmauer<br />
Wäre die Mauer zumindest niedriger, hätte man eine bessere Sicht auf den Imbissstand. RS-Foto: Dorn

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