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LESERBRIEF: Vom Nichtakzeptieren eines Wahlergebnisses

Privatpersonen und Landtagsparteien wettern gegen 86,96 Prozent demokratischer Entscheidung gegen Schützinnen

Das ist wieder einmal typisch. Da pochen gewisse Leute auf Demokratieverständnis, wollen aber selbst nicht akzeptieren, wenn ein demokratisch zustande gekommenes Wahlergebnis nicht in ihren Kram passt. Das Nichtakzeptieren anderer Meinungen und Entscheidungen scheint bei so manchen Leuten schon pathologisch zu sein.
3. Feber 2026 | von Ewald Krismer
LESERBRIEF: Vom Nichtakzeptieren eines Wahlergebnisses<br />
Die Mehrheit der Marketenderinnen, die es betrifft, war und ist für den Beibehalt der „Alten Ordnung“. Symbolfoto: Krismer
Eine 86,96-prozentige Ablehnung, Frauen bei Ausrückungen auch als Gewehrschützinnen zuzulassen, spricht wohl eine deutliche Sprache – vor allem, wenn sie aus einer vereinsinternen Abstimmung resultiert. Dabei deutlich hervorzuheben ist, dass der überwiegende Teil der aktiven Marketenderinnen – die diese Causa eigentlich betrifft – auch gegen Gewehrschützinnen gestimmt hat, wie von höherer Stelle zu erfahren war. 
 
KEINE DISKRIMINIERUNG. Da fordert Magdalena Kurz aus Kappl, Frauen von „zentralen Funktionen“ innerhalb des Schützenwesens nicht auszuschließen, denn Tradition dürfe keine Rechtfertigung für Diskriminierung sein. Diese Dame täte gut daran, sich über Gegebenheiten im Tiroler Schützenwesen eingehend zu informieren. Niemand schließt Frauen von „zentralen Funktionen“ innerhalb des Schützenwesens aus. Wie Landeskommandant Major Thomas Sauerer schon mehrmals ausdrücklich zu verstehen gab, kann von Diskriminierung gegenüber Frauen keine Rede sein. 
 
FRAUENÄMTER BEI DEN SCHÜTZEN. Wie schon mehrmals erwähnt, bekleiden Frauen innerhalb der Tiroler Schützenkompanien administrative Ämter wie Kassiererin, Schriftführerin, Archivarin und Zeugwartin, ja sogar das Amt der Obfrau; werden Fahnen- oder Standartenpatinnen und darüber hinaus mit Ehrenmitgliedschaften auf Landes-, Viertel-, Regiments- und Kompanieebene beehrt und mit Ehrenzeichen wie der „Margarethen-Medaille“ oder der „Katharina-Lanz-Medaille“ ausgezeichnet. In den jeweiligen Ausschüssen fungieren sie als Bundes-, Viertel-, Regiments-, Bezirks-, Bataillons- und Kompanie-Marketenderinnen oder als Betreuerinnen der Jungschützen. In diesen Positionen verrichten die Frauen als vollwertige Mitglieder gewissenhaft äußerst wichtige Aufgaben und bedienen nicht nur das immer wieder zitierte „Schnapsfass“. Gegen all diese verantwortungsvollen Aufgaben ist die Ablehnung, ein Gewehr tragen zu dürfen, wohl das kleinste Übel. 

TIROLER LANDESPOLITIK. Auch SPÖ, Grüne und Neos kritisieren diese Entscheidung und drohen mit Maßnahmen gegen den „Bund der Tiroler Schützenkompanien“. Einzig die FPÖ stellt sich hinter die Schützen. Da stellt sich die Frage, ob es für die Landespolitik nichts Wichtigeres zu tun gebe, als sich mit dieser Causa zu befassen.  

Ewald Krismer 
Die hier veröffentlichten Zuschriften geben die Meinung des Verfassers wieder. 

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