Rundschau - Oberländer Wochenzeitung
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NHT drückt beim leistbaren Wohnen aufs Gas

Auch im Bezirk Imst sind viele Projekte geplant oder bereits in Umsetzung

Leistbarer Wohnraum ist gefragt. Die in den letzten Jahren enorm gestiegenen Material- und Energiekosten sowie das hohe Zinsniveau machen dem gemeinnützigen Wohnbau zu schaffen. Mit 1148 Wohnungen in Bau und 24 weiteren, geplanten Baustarts 2024 peilt die „Neue Heimat Tirol“ (NHT) dennoch wieder ein Rekordjahr an. Insgesamt 711 neue Wohnungen sollen heuer übergeben werden. Auch im Bezirk Imst werden zahlreiche Projekte realisiert.
27. Feber 2024 | von Martin Grüneis
NHT drückt beim leistbaren Wohnen aufs Gas<br />
Die neue NHT-Geschäftsführung mit Johannes Tratter und Markus Pollo (v.l.) rechnen mit einem Rekordjahr.
Foto: NHT/Forcher
„2024 wird – wie schon 2023 – sicherlich ein herausforderndes Jahr für die gesamte Bauwirtschaft und damit auch für die ,Neue Heimat Tirol‘“, sagt NHT-Geschäftsführer Johannes Tratter. Die Baukosten und die Zinsen sind enorm gestiegen. Die NHT hat im vergangenen Jahr erstmals 26 Millionen Euro an Eigenmitteln in die Hand genommen, um Darlehen vorzeitig zurückzuzahlen, da sonst die Mieten in den betroffenen Gebäuden nach dem Kostendeckungsprinzip stark gestiegen wären. „Trotz der schwierigen Umstände bauen wir sehr, sehr viel“, so Tratter.

Viele Projekte im Bezirk Imst. Auch im Bezirk Imst ist die „Neue Heimat Tirol“ sehr aktiv. So entsteht derzeit in Imsterberg ein neues Gemeindezentrum in Kombination mit leistbarem Wohnraum. Die NHT investiert dafür rund 3,1 Millionen Euro. Die Fertigstellung ist für das Frühjahr 2025 geplant. „Die Gemeinde Imsterberg war bisher ein weißer Fleck auf der NHT-Landkarte. Mein Ziel und Anspruch wird es sein, möglichst vielen Gemeinden die Vorteile des gemeinnützigen Wohnbaus näherzubringen und damit einen wirksamen Beitrag für mehr leistbares Wohnen in Tirol zu leisten“, so NHT-Geschäftsführer Tratter. Derzeit ist die NHT in jeder zweiten Gemeinde im Bezirk aktiv. Kurz vor Weihnachten wurde etwa in Mieming eine neue Wohnanlage mit insgesamt zehn Einheiten realisiert. Die Miete für eine 78,38 Quadratmeter große Drei-Zimmerwohnung beträgt dort 879,92 Euro. „Damit liegen wir klar unter den marktgängigen Preisen in der Region. Der jährlich veröffentlich-
te Immobilienpreisspiegel sieht klare Kostenvorteile für die gemeinnützigen Bauträger bei gleicher Qualität“, weiß der kaufmännische NHT-Geschäftsführer Markus Pollo. Auf Hochtouren laufen auch die Planungen für den dritten und letzten Bauabschnitt im Söldener Ortsteil Kaisers. Hier sind zusätzliche 37 Wohneinheiten vorgesehen, der Baustart ist im zweiten Halbjahr 2024 geplant. Ebenfalls in Sölden wurde Ende 2023 ein Projekt mit 24 Wohneinheiten für betreubares Wohnen und Starterwohnungen übergeben. Geeignete Grundstücke für den gemeinnützigen Wohnbau zu finden, sei nach wie vor nicht einfach, aber das Problembewusstsein in den Gemeinden sei gestiegen und die Unterstützung gut, so Tratter. Hilfreich sei auch die Vertragsraumordnung.

Bauten in bester Qualität & klimaneutral. Die Neue Heimat Tirol zählt zu den Pionieren und nach wie vor zu den größten Bauträgern Österreichs im Bereich des nachhaltigen Bauens. Vor allem bei der Energieeffizienz ihrer Wohnbauten ist die NHT Vorreiter: Alle Neubauten werden nach modernsten Energiestandards errichtet. Parallel dazu wird der Ausstieg aus fossilen Brennstoffen vorangetrieben.  Sämtliche Bestandsgebäude, welche nicht dem „reconstructing“ zugeführt werden, wurden bereits thermisch saniert. Markus Pollo: „Unser Ziel ist, mit unseren zentral beheizten Mietwohnanlagen bis 2030 CO2-neutral zu sein und damit auch die Tiroler Energiewende voranzubringen.“ Auch die Mieter profitieren über die Betriebskosten (niedriger Energieverbrauch in Zeiten teurer Energie).
NHT drückt beim leistbaren Wohnen aufs Gas<br />
Gerade in schwierigen Zeiten will die „Neue Heimat Tirol“ Wohnraum schaffen, damit bei künftig steigender Nachfrage nicht auch die Mieten steigen, weil das Angebot am Markt zu knapp ist. Im Bezirk Imst investiert die NHT ebenfalls, zum Beispiel in Imsterberg. RS-Foto: Gstrein

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