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Imst | Politik | 12. November 2019 | Klara Fritz

Bauen oder nicht bauen

Bauen oder nicht bauen
Auch dem Gemeinderat Sölden wurde nun die Mobilitätsstrategie „Ötztal 2030“ vorgestellt. RS-Foto: Dorn
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Piccardsaal, Umfahrung und Vereinshaus bleiben aktuell


In Sölden streitet man – durchaus nicht immer. So sind sich, beispielsweise wenn es um eine Kreditaufnahme von einer Million Euro für den Piccardsaal geht, die Mandatare ebenso einig wie dann, wenn man mit den Grundbesitzern in der Frage der Änderung der Siedlungsgrenzen im Zuge der Umfahrung im Wort bleiben will. Streit gab es dagegen bei der Frage, ob ein Neubau des Vereinsraums Heiligkreuz notwendig sei oder nicht.


Von Agnes Dorn

Die Vereinbarungen mit mehreren Grundeigentümern bezüglich der Änderung der Siedlungsgrenzen im Zuge der geplanten Umfahrung können doch nicht vorgezogen in das Raumordnungskonzept aufgenommen werden, wie die Gemeinderäte nun feststellen mussten. „Das Land hat gesagt ,Thema verfehlt‘“, musste Bürgermeister Ernst Schöpf berichten. Eine Aufnahme im konkreten Anlassfall sei trotzdem jederzeit möglich, denn man könne „massives öffentliches Interesse“ geltend machen, so der Dorfchef. Die geplanten Flächenwidmungsänderungen seien schon alle besprochen und man werde den Grundeigentümern im Wort bleiben, versprach er den Mandataren. Und auch wenn die Umfahrung nicht komme, sollen die Eigentümer ihr Recht auf Umwidmung behalten.



Vereinshaus

So einig wie bei der Verschiebung der Siedlungsgrenze war man sich im Fall des Neubaus des Vereinsraums Heiligkreuz nicht. Nach einer Kampfabstimmung am 9. April stimmten acht zu sieben Gemeinderäte für einen Neubau. Vizebürgermeister Reinhard Scheiber gab daraufhin einen Plan in Auftrag, der schlussendlich in einer Baubewilligung für eine Etage in Holzbauweise gipfelte – dank einer Unterschrift des Bürgermeisters, die dieser aber laut eigenen Angaben nur aus Versehen getätigt habe. „Für was die Vereine dort ein neues Haus bekommen sollen, muss mir noch jemand erklären“, widersetzte er sich nun dem Ansinnen, das er trotz Mehrheitsbeschluss aus „Zweckmäßigkeit, Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit“ vollziehen werde. Es seien zwar 250.000 Euro für den Abriss im Budget vorgesehen, aber so Gemeiderat Giovanni Grüner: „Das Haus könnte man richten“.



Piccardsaal

Ein Siebtel der Nettogesamtkosten von sieben Millionen Euro für den Neubau des Piccardsaals wird nun mittels Aufnahme eines Kredits durch die Gemeinde Sölden auf die Beine gestellt werden: „Das hat steuerrechtliche Hintergründe“, erläutert Schöpf, warum zwar die Gemeinde den Kredit aufnehmen, der Tourismusverband – der den Löwenanteil am Bau übernehmen wird – aber die Raten zurückzahlen wird. Sein Hauptgebäude wird der TVB nun an der Stelle des Doktorhauses errichten, das demnächst abgerissen wird. Für das neu zu bildende 803 Quadratmeter große Grundstück, für das ein Wert von 1,2 Millionen Euro festgelegt wurde, verlangt die Gemeinde nun in einem Baurechtsvertrag eine Miete von jährlich 36.000 Euro, wie nun einstimmig beschlossen wurde. Nach 50 Jahren wird das Gebäude dann an die Gemeinde fallen oder muss abgerissen werden.

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