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Imst | Politik | 7. Dezember 2020 | Mel Burger

Ein Marathonprogramm, das Vertagung forderte

Ein Marathonprogramm, das Vertagung forderte
Obmann Christian Kirchebener und Andreas Eiter von der Bergrettung Jerzens traten mit ihrer Bitte um finanzielle Unterstützung an den Gemeinderat heran. RS-Foto: Burger
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Gehaltvolle Tagesordnungspunkte in der Gemeinderatssitzung Jerzens

Wohl schon beim Ansetzen der jüngsten Gemeinderatssitzung in Jerzens dürfte bewusst gewesen sein, dass es ein langer Abend für alle Ratsmitglieder und Bürgermeister Karl Raich werden wird. Immerhin gab’s eine hohe Zahl an Tagesordnungspunkten zu bewältigen, darunter Sanierungen, Ver- und Ankäufe. Aber auch die neu geregelte, doppelte Buchhaltung für Gemeinden kam erstmals zum Einsatz und wurde besprochen.
Von Mel Burger

Die Sitzung die aufgrund der momentan geltenden Bestimmungen dieses Mal dem Abstand wegen im Veranstaltungssaal der Gemeinde abgehalten wurde, startete pünktlich mit der Präsentation der neuen Voranschlags- und Rechnungsabschlussverordnung für die Verwaltung von Gemeinden durch den Vortragenden Christoph Carotta von der GemNova. Sichtlich bemüht, sich so kurz und knapp wie möglich zu halten, erklärte er die neuen Vorteile, die sich aus der doppelten Buchhaltung für die Kommunen ergeben. Ebenso zeigte er anhand der Zahlen der Gemeinde Jerzens vor, dass – wie bisher immer üblich – auf das Abgeben einer Prognose hinsichtlich Verschuldungsgrad verzichtet werden sollte, da dies nur ein Kurzeindruck sei und nicht die genaue Situation einer Gemeinde widerspiegle. Im Gegensatz zu vorherrschenden Annahmen beunruhigte der Kassastand mit einem Minus von 770.000 Euro den Vortragenden Carotta nicht. Im Gegenteil: Vielmehr bestätigte er, dass die Gemeinde so weitermachen solle wie bisher. 

RIEGETAL. Als nächstes bat Bürgermeister Raich um Vorziehen des achten Tagesordnungspunktes, um den Zuhörern der Bergrettung ein früheres Heimkommen zu gewähren. Schon seit Längerem beabsichtigt die Bergrettung Jerzens, die auch für die anderen vier Gemeinden des Tals zuständig ist, einen Stützpunkt im Riegetal zu errichten. Nach einem positiven Baubescheid im Oktober wurden einige Angebote eingeholt und somit der vorläufige Kostenpunkt auf 170.000 Euro festgesetzt. Nun traten Obmann Christian Kirchebener und Andreas Eiter an die Gemeinde heran und baten um finanzielle Unterstützung. Denn neben der Förderung vom Land, dem Regionalwirtschaftlichen Programm, vom Tourismusverband und den Bergbahnen erhoffen sie sich Hilfe von allen Gemeinden, um das Projekt vorwärts zu bringen und einen Baubeginn im Sommer 2021 zu ermöglichen. Die Gemeinde beschloss, das Projekt mit noch nicht festgelegten Mitteln zu unterstützen.

AUSGLEICH. Obwohl jeder einzelne Punkt für Diskussionen sorgte, wurde Punkt zwölf wohl zur emotionalsten Achterbahn. Aus einem Missverständnis zwischen einem bereits pensionierten Landesbeamten und Bürgermeister Raich heraus ergab sich, dass angeblich keine Abgaben bei der Baulandumlegung Mühlleite vorgeschrieben gewesen seien. Jedoch erklärte Raich, dass sich die Grundbucheintragungen nun auf rund 4.000 Euro belaufen würden und diese nun von der Gemeinde zu begleichen wären. Nach langer und hitziger Diskussion bat Raich mehrfach und auch mit lauterer Stimme („Ich bit enk gar schian...“) um Verständnis. Gleichzeitig wies er auf eine mögliche Abdeckung dieser Summe durch den Verkauf einer kleinen Fläche für eine Trafostation an die Tiwag hin. Dieser Punkt wurde vom Rat mit sieben zu drei Stimmen beschlossen, wobei dies jedoch schon zur fortgeschrittener Stunde, nämlich um 23.30 Uhr, geschah. Die vorhergegangenen Beschlüsse zu einer Brückensanierung, den erneut erhöhten Mehrkosten bei der Sanierung der Mühle Ritzenried, den Zusagen zu Sanierungszuschüssen von zwei Kapellen im Ort und dem Ankauf des bestehenden Glasfasernetzes im Ort von der Stadtgemeinde Imst waren dann einfach zu zeitaufwändig – weshalb Bürgermeister Raich vorschlug, die restlichen vier Punkte (Beschlussfassungen zu Müllgebühren, Steuern, Gebühren und Abgaben, Vereinszuschüssen sowie noch die allfälligen Anträge der Gemeinderatsmitglieder) auf die nächste Sitzung am 9. Dezember (nach Redaktionsschluss, Anm.) zu verschieben. Geht in Ordnung, meinte der Gemeinderat.
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