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Imst | Politik | 27. September 2022 | Markus Wechner, Martin Grüneis, Christoph Hablitzel

Platz 1 trotz historisch schlechtestem Ergebnis

Platz 1 trotz historisch schlechtestem Ergebnis<br />
VP-Klubobmann Jakob Wolf vor der Stimmabgabe. Foto: VP
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Imst  Markus Wechner, Martin Grüneis, Christoph Hablitzel
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Volkspartei verliert fast 10 Prozentpunkte, FPÖ zweitstärkste Partei im Land, Liste Fritz mit großen Zugewinnen

Wie bereits in Umfragen prognostiziert wurde, verlor die Tiroler Volkspartei Wählerstimmen – dennoch wurde Platz eins fixiert. Das Kopf-an-Kopf-Rennen um Platz zwei konnte sich die FPÖ sichern und somit die SPÖ überholen, die weiterhin knapp über 17 Prozentpunkten rangiert. Während mit den Grünen die zweite Regierungspartei Verluste verkraften musste, zählt die Liste Fritz zu den absoluten Wahlgewinnern. Sie konnte ihre prozentuellen Wählerstimmen nahezu verdoppeln. Die MFG scheiterte an der 5-Prozent-Hürde.
Die Tiroler Volkspartei musste bei den Landtagswahlen Verluste hinnehmen und fuhr ihr bisher schlechtestes Wahlergebnis ein. Auf Landesebene erhielt die Partei 34,7 Prozent der Wähler-
stimmen und damit fast 10 Prozentpunkte weniger im Vergleich zur Wahl 2018 – auf Bezirksebene waren es sogar mehr als 14 Prozent. „Wir haben Verluste gemacht, die nicht unbedeutend sind“, gesteht Spitzenkandidat Jakob Wolf ein. „Das schmerzt mich schon sehr. Wir werden uns überlegen müssen, wie wir diese Leute wieder für uns gewinnen können. Aber: Wir haben auch besser abgeschnitten als viele prophezeit haben. Ich möchte mich bei den Wählerinnen und Wähler dafür recht herzlich bedanken“, so Wolf. Und welche Partei könnte er sich als Koalitionspartner vorstellen? „Erster Ansprechpartner wird die SPÖ sein. Wir wollen versuchen, eine stabile Regierung zusammenzubringen“, erklärt der VP-Spitzenkandidat für den Bezirk Imst. Die FPÖ hingegen konnte Gewinne von mehr als 3 Prozentpunkten verbuchen, sicherte sich somit Platz 2 und überholte die SPÖ. Die FPÖ-Spitzenkandidatin für das Oberland, Gudrun Kofler, zeigt sich begeistert: „Die Stimmung ist sensationell. Ich bin sehr glücklich über das Wahlergebnis und über Platz 2 im Land.“ Das starke Ergebnis im Bezirk Imst zeige laut Kofler, „dass die freiheitliche Politik in Imst am richtigen Weg ist“. Die SPÖ konnte bei den Landtagswahlen keine wirklichen Gewinne verbuchen und verbleibt auf Landesebene bei etwas mehr als 17 Prozent. Auf Bezirksebene konnte jedoch von 12,4 auf 17 Prozent ausgebaut werden. Daniel Schmid, Bezirkslistenerster der SPÖ: „Das Ergebnis für den Bezirk Imst freut mich sehr, ist es doch besser ausgefallen wie erhofft. Imst war für uns immer ein schwieriger Bezirk ob der schwarz-blauen Vorherrschaft. Nach Innsbruck sind wir jetzt aber der Bezirk mit den meisten SPÖ-Stimmen. Gesamt gesehen hätten wir uns natürlich alle gewünscht, vor den Freiheitlichen zu landen. Wenn Anton Mattle Wort hält und keine Koalition mit den Freiheitlichen eingeht, sieht es wohl nach einer schwarz-roten Koalition aus. Ich denke, das ist auch die von der Tiroler Bevölkerung meistgewünschte Konstellation.“ Als klarer Wahlsieger tat sich aber die Liste Fritz hervor, wie auch  Bezirkslistenerste Adelinde Blümel bestätigt: „Die Stimmung ist wunderbar, wir haben uns mehr oder weniger verdoppelt. Wir konnten ganz viele Menschen motivieren und ich glaube auch, dass unsere Arbeit in den letzten Jahren zählt.“ Wie der bisherige Koalitionspartner, verloren auch die Grünen auf Landes- und Bezirksebene. Spitzenkandidatin Dorothea Schumacher: „Es wäre gelogen, wenn ich jetzt sagen würde, dass ich mich über das Ergebnis freue. Das Ergebnis schmerzt natürlich. Es ist meist so bei Wahlen, dass der Regierende abgestraft wird. Für den Bezirk Imst befürchte ich, dass die von uns Grünen forcierten Projekte oder Programme gar nicht, oder nur schleppend umgesetzt werden.“ Für die NEOS gab es bei der Wahl leichte Zugewinne. „Wenn ich die Bezirke vergleiche, bin ich zufrieden. Wir haben einige erfreulich gute Ergebnisse“, so Markus Moser, Spitzenkandidat der NEOS im Bezirk Imst. Einen kleinen Wermutstropfen gebe es aber: „Insgesamt waren wir vielleicht auch ein wenig zu optimistisch. Es hat Umfragen gegeben, die uns über zehn Prozent gesehen haben. Wir müssen noch darüber nachdenken, was da passiert ist“, erklärt Moser. „Man merkt, dass die Ergebnisse dort besser sind, wo wir Leute haben – und wir sind halt noch nicht überall.“ Summa summarum sieht Moser seine Partei aber auf einem guten Weg.

WAHLBETEILIGUNG STIEG. Insgesamt 535.112 Tirolerinnen und Tiroler waren zum Wählen aufgerufen, im Bezirk Imst waren es 45.063 Wahlberechtigte. Zudem wurden tirolweit mit 71.945 Wahlkarten mehr als doppelt so viele ausgestellt, als dies noch bei der Landtagswahl 2018 der Fall war. Im Bezirk Imst griffen 5.762 Personen auf Wahlkarten zurück. Zudem stieg die Wahlbeteiligung im Vergleich zur letzten Landtagswahl um 5,02 Prozent auf 65,02. Im Bezirk lag die Wahlbeteiligung bei 66,55 Prozent.

 
Platz 1 trotz historisch schlechtestem Ergebnis<br />
Die Oberländer FPÖ-Spitzenkandidatin Gudrun Kofler bei der Wahlfeier. Foto: FPÖ
Platz 1 trotz historisch schlechtestem Ergebnis<br />
Daniel Schmid von der SPÖ auf dem Weg zum Wahllokal. Foto: Daniel Schmid
Platz 1 trotz historisch schlechtestem Ergebnis<br />
Markus Moser konnte mit den NEOS leichte Gewinne einfahren. Foto: Moser
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