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Imst | Politik | 12. April 2021 | Mel Burger

Tourismus-Minus macht sich bemerkbar

Tourismus-Minus macht sich bemerkbar
Eine schwierige Situation ergibt sich für Jerzens durch die fehlenden Einnahmen der vergangenen Wintersaison, die nun mit Geschick ausgeglichen werden will. RS-Foto: Burger
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Jerzens: Ausbleibender Fremdenverkehr lässt Steuereinnahmen schrumpfen und Verschuldung steigen

So ziemlich jede Gemeinderatssitzung dreht sich im Moment um die Abrechnungen des letzten Jahres, die neuen Haushaltspläne und kommende Projekte. So auch in Jerzens, das nun die finanziellen Auswirkungen zu spüren bekommt. Trotzdem gab’s in der jüngsten Sitzung auch Positives zu berichten.
Von Mel Burger

Der Fokus bei den Tagesordnungspunkten der letzten Gemeinderatssitzung in Jerzens lag eigentlich bei den Finanzabrechnungen der Gemeinde. Dennoch sorgten gerade die kleinen Informationspunkte des Bürgermeisterberichtes für großes Interesse. Nachdem festgestellt wurde, dass die Gemeinderatssitzung trotz drei fehlender Mitglieder beschlussfähig ist, bat Bürgermeister Karl Raich um Aufnahme eines zusätzlichen Punktes und begann mit seinem aktuellen Bericht, der einige interessante Neuigkeiten bereithielt. Einiges scheint sich beispielsweise rund um die in Wenns situierte Schlachtstelle Pitztal zu tun (mehr dazu auch auf Seite 22): Da nun endlich mit dem Umbau des Gebäudes in Wenns begonnen wurde, würde einige Tage nach der Sitzung eine Begehung der alten Schlachtstelle in Jerzens anstehen, unter anderem durch den Amtstierarzt, wie der Dorfchef erklärt. Obwohl der Schlachtraum etwas in die Jahre gekommen sei und nicht mehr den aktuellen Standards entspreche, könne er dennoch für etwaige Notschlachtungen benutzt werden, während die Bauarbeiten in Wenns andauern. Weil die Begehung positiv verlaufen sei, könne die Gemeinde so in Notfällen aushelfen, heißt es auf Nachfrage der RUNDSCHAU.

FUND AUS DER EISENZEIT. Mit dem Hinweis, er habe einen Anruf vom Bundesdenkmalamt bekommen, erklärte der Bürgermeister, dass bei den notwendigen Kanalgrabungsarbeiten für den Wohnblock eines gemeinnützigen Bauträgers interessante archäologische Funde gemacht wurden: Als beim Ausheben des Kanals eine große Menge an bearbeiteten Steinen entdeckt wurde, halfen die beiden Hobby-Archäologen Frank Neururer und Lukas Gundolf, den Fund zu bestimmen. Ihnen zufolge handle es sich beim Fundort um ein eisenzeitliches Bauwerk, weshalb nun eine Ausgrabungsstätte eingerichtet werden soll, um weitere Forschungen und Entdeckungen zu ermöglichen. Zudem berichtete Raich, dass trotz der großen Rückschläge hinsichtlich des Baugeschehens im vergangenen Jahr nun erneut die ersten Arbeiter ihre Tätigkeit in der Mühle Ritzenried aufgenommen hätten und zusätzliche Gespräche auf die Gemeinde zukommen würden – aufgrund weiterer Wünsche des Handwerksvereins.

NEUIGKEITEN. Groß war die Freude unter den Gemeinderäten über die Aufnahme der Volksschule und des Kindergartens in den Kreis der Naturparkschulen, die Errichtung eines gemeindeeigenen Geräte- und Materiallagers in der Nähe des Sportplatzes und das baldige Stattfinden der „Tour of the Alps“ als Radsport-Spektakel. Nach erneutem Tausch eines Bauplatzes im Bereich Mühlleite und dem Beschluss zur Beauftragung einer Firma zum Ausbau des Breitbandnetzes wechselte die Sitzung zum Thema Finanzen: Wie auch in anderen Gemeinden schlägt sich der ausbleibende Tourismus aufgrund der Corona-Pandemie deutlich in den Zahlen des vergangenen Jahres nieder. Da die Gemeinde Jerzens von einem Minus von rund 70.000 Euro in den Kommunalsteuern ausgehen muss und auch weitere Einnahmen fehlen, ergibt sich ein deutliches Bild: Der Verschuldungsgrad der Gemeinde von 100 Prozent dürfe laut Raich aber „nicht so schwarz gesehen werden“, da der Wert auch aufgrund eines verzögerten Umbuchungsfehlers zum Jahreswechsel mitverschuldet worden wäre und weitere Einnahmen bereits in Sicht seien. 

ÜBERBLICK & PLANUNG. Zuletzt wurde noch kurz die Sanierung des Gemeindeamts als Thema angeschnitten: Der Bürgermeister bedankte sich bei Gemeinderatsmitglied Karsten Fink für sein Engagement, den Beteiligten einen groben und guten Überblick über alle Belange geschaffen zu haben. Derzeit sei man noch in der Planungsphase, belaufen sich die zu erwartenden Kosten doch auf rund zwei Millionen Euro.
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