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Imst | Politik | 12. Jänner 2021 | Friederike Hirsch

Vorderes Ötztal: Die Zukunft beginnt heute

Vorderes Ötztal: Die Zukunft beginnt heute
Motzen – Träumen – Machen: Das Projekt „Zukunftsstrategie 2030“ für das vordere Ötztal geht in die zweite Phase RS-Foto: Hirsch
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Die Analysephase zur „Zukunftsstrategie 2030“ ist abgeschlossen

Wie sollen die Gemeinden Sautens und Oetz als Wirtschafts-, Kultur- und Lebensraum die Herausforderungen der nächsten Jahre meistern? Wie soll der zentrale Wirtschaftsfaktor Tourismus im vorderen Ötztal in die Lebenswelt der Einheimischen besser integriert werden? Diese und ähnliche Fragen wurden in den letzten Monaten gestellt und analysiert.
Von Friederike Hirsch

Im Zuge der „Zukunftsstrategie 2030“ sollen ökologisch, ökonomisch und gesellschaftlich nachhaltige Strategien und Maßnahmen erarbeitet und umgesetzt werden. Es gilt, Mut für die Zukunft zu machen. Für die Begleitung und Umsetzung dieser Zukunftsstrategie wurden Clemens Westreicher und sein Netzwerkpartner, das Meinungsforschungsinstitut „Triconsult“, beauftragt. Das Projekt „Zukunftsstrategie 2030“ gliedert sich in vier Phasen: Analyse, Strategieentwicklung und Maßnahmenplanung sowie Umsetzungsmonitoring. Die Ergebnisse der abgeschlossenen ersten Phase liegen nun vor.

DIE ANALYSEPHASE. Auf die aktive Einbindung der Bewohner, der Unternehmer, der Gäste und der Mitarbeitenden sowie der jungen Zukunftsgeneration wurde dabei besonderes Augenmerk gelegt. In der abgelaufenen Analysephase ging es darum, herauszufinden was die subjektiven Wahrnehmungen der einzelnen Interessensgruppen sind und was sie derzeit bewegt. Im März und September 2020 wurde daher Befragungen der Einheimischen und Gäste vorgenommen. Knapp 500 Sautner und Oetzer und 400 Gäste wurden in Haiming-Ochsengarten, Sautens und Oetz befragt. Zusätzlich fanden Befragungen von insgesamt 401 Mitarbeitenden aller vertretenen Branchen statt. Sieben Workshops mit insgesamt 101 Teilnehmenden mit Vertretern der Oetzer Bauern, Privatvermietern und Hotellerie, Handel- und Dienstleistungsanbietern sowie der jungen Zukunftsgeneration wurden veranstaltet. Ergänzt wurden die Befragungen durch weitere allgemeine Analysen von Zahlen, Daten und Fakten, unter anderem von Ötztal Tourismus, Landesstatistik Tirol sowie Statistik Austria.
Ergebnisse in Sautens. Ein Drittel der Bevölkerung in Sautens sieht den Ort insgesamt auf dem richtigen Weg. Die größte Gruppe der Befragten sieht sowohl Licht als auch Schatten (40 Prozent). Das Angebot an Events, Kultur, Gastronomie, Möglichkeiten für Kinder und Jugendliche, Freizeit neben Sport und Schlechtwetteralternativen wird deutlich bemängelt. Zufrieden ist die Bevölkerung von Sautens mit den sozialen Einrichtungen wie Schulen, Kindergärten, Pflegeeinrichtungen in näherer Umgebung, der medizinischen Versorgung sowie dem Orts- und Landschaftsbild, den Einkaufsmöglichkeiten im Ort und im Umland. Die aktuelle Wohnsituation und das Angebot an erschwinglichen Mietwohnungen und Baugründen sei äußerst zufriedenstellend, wobei das Angebot an Baugründen eher knapper gesehen wird. Die Sautnerinnen und Sautner können sich auch ein Mehr an Gästenächtigungen vorstellen.

ERGEBNISSE IN OETZ. Die allgemeine Richtung der Entwicklung im Ort wird je nach Wohn- und Arbeitssituation unterschiedlich gesehen. Insgesamt sehen 30 Prozent der Bevölkerung Oetz auf einem guten Weg, ebenso 30 Prozent sind aber der Meinung, dass Oetz sich in die falsche Richtung bewegt. Die Jugend von Oetz bemängelt das Fehlen von Orten und Räumen zur Begegnung, die hohe Verkehrsbelastung und die Überfüllung von Naherholungsgebieten durch Tagesgäste. Die Jugend hat unter anderen folgende Visionen: Oetz als Vorbild in der Energiepolitik, eine Mobilitätslösung (beispielsweise U-Bahn) von Ötztal-Bahnhof bis Sölden sowie einen zentralen Platz für alle Sportarten, ein Lokal für Jugend- und Kulturveranstaltungen sowie ein lokaler Markt für lokale Produkte und Dienstleistungen.
Allgemeine Aussagen. Verglichen mit anderen Regionen hat das vordere Ötztal das Glück, dass die junge Nachfolge-Generation ein hohes Interesse daran zeigt, die touristischen Familienbetriebe zu übernehmen. Der Bevölkerung von Sautens und Oetz ist es für die weitere dörfliche Entwicklung gleichermaßen wichtig, dass mehr Gäste ohne Auto anreisen, die Betriebe als Familienbetriebe in heimischer Hand bleiben und der Ganzjahrestourismus und insbesondere der Sommertourismus ausgebaut wird. Die Themen Ansiedlung neuer Hotels, der Ausbau des Skigebiets Hochoetz samt Skigebietsverbindung zwischen Kühtai und Hochoetz, die Einbindung der Gäste in die Entwicklung des vorderen Ötztals sowie weitere Attraktionen für die Gäste werden je nach Interessenslage unterschiedlich beurteilt

NÄCHSTER SCHRITT. Auf Basis dieser Analyseergebnisse und der gesellschaftlichen wie touristischen Rahmenbedingungen und Trends werden als nächste Schritte Leitlinien und Wirkungsziele gemeinsam erarbeitet und davon Strategien sowie Maßnahmen entwickelt. „Dabei sei die aktive Mitarbeit interessierter Bürgerinnen und Bürger und der kritische Dialog mit der betroffenen Bevölkerung der Region sehr wichtig“, heißt es in einer Aussendung. Ein konkretes Projekt hat sich bereits aus der Zukunftsstrategie entwickelt (die RUNDSCHAU hat berichtet): Haiming, Sautens und Oetz wollen familienfreundliche Region werden.
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